6. September 1979 - Erstmals Spiel des Jahres gekürt

Spiel des Jahres

6. September 1979 - Erstmals Spiel des Jahres gekürt

"Das Spiel des Jahres ist so etwas wie der Oscar", sagt Bruno Sautter, der Erfinder des Spiels "Just One", dem Gewinnerspiel des Jahres 2019. Von nun an darf der Verlag Asmodee das Logo zum Spiel des Jahres auf die Verpackung drucken: eine rote Spielfigur, behangen mit einem Lorbeerkranz. Die Spieleverleger nennen sie liebevoll den "Pöppel".

"Der Pöppel hat es in vierzig Jahren geschafft, zu einer Marke zu werden", sagt Robin de Cleur von Asmodee. Ein Spiel gilt als erfolgreich, wenn es etwa zehntausend Mal gekauft wird. Mit der Auszeichnung zum Spiel des Jahres steigen die Verkaufszahlen weltweit deutlich – bis in den sechsstelligen Bereich.

Erstmals "Spiel des Jahres" gekürt (am 06.09.1979)

WDR 2 Stichtag 06.09.2019 04:16 Min. Verfügbar bis 03.09.2029 WDR 2

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Spiele zu bewerten, ist harte Arbeit

Am 6. September 1979 wird der Titel zum ersten Mal verliehen: an das Brettspiel Hase und Igel. Der Spieler futtert Karotten und Kohlköpfe, um ans Ziel zu kommen. Geht ihm die Nahrung jedoch aus, muss er sich zurückfallen lassen, um an neues Futter zu kommen. "Dass man sich rückwärts bewegen muss, um schneller vorwärts zu kommen – das widerstrebt einem!", sagt Jochen Corts, damals Juror in der ersten Jury von 1979. "Hase und Igel ist ein Jahrhundertspiel, es hat ganz neue Spielmechanismen mit sich gebracht", sagt Corts. Bis heute wurden davon zwei Millionen Spiele in zehn Sprachen verkauft.

Der Erfinder von Kingdomino hält sein Gewinnerspiel stolz in die Kamera

Der Erfinder von Kingdomino mit seinem Gewinnerspiel

Die Spiele zu bewerten, ist für die Juroren trotz Spaß auch viel Arbeit. "Wir bekommen etwa 300 bis 400 Spiele pro Jahr von den Verlagen zugeschickt", sagt Bernhard Löhlein aus der Jury vom Spiel des Jahres. Und die müssen die Juroren, viele von ihnen Journalisten, Lehrer oder Blogger, allesamt testen, auch im Familienkreis. "Es ist toll, wenn ich heimkomme und sage: Hausaufgaben könnt ihr später machen, jetzt muss erstmal gespielt werden", sagt er.

Auf einer Klausurtagung nominiert die Jury dann je drei Spiele des Jahres, Kinderspiele des Jahres und Kennerspiele des Jahres.

Siedler von Catan-Erfinder: "Ein Spiel ist wie ein kleines Leben"

Die meisten Preisträger der letzten vierzig Jahre sind über Jahrzehnte im Handel geblieben, zum Beispiel "Sagaland", das Spiel des Jahres 1982, oder "Heimlich & Co" von 1986.

1995 erscheint mit "Die Siedler von Catan" sogar einer der größte Blockbuster aller Zeiten. Das Kooperationsspiel um die Besiedlung einer Insel wird für den Autoren Klaus Teuber, einem gelernten Zahntechniker, zur Goldgrube.

"Ein Spiel ist wie ein kleines Leben", sagt Teuber. "Das Glück spielt eine wichtige Rolle. Ein Leben ist nur deswegen interessant, weil man Zufälle hat." Mindestens ebenso wichtig sei aber, dass die Spieler dem Zufall mit Strategie und Taktik begegnen können.

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