16. September 1716 - Gründung des Duisburger Hafens

Luftaufnahme des Duisburger Hafens

16. September 1716 - Gründung des Duisburger Hafens

Dass Duisburg den größten Binnenhafen der Welt besitzt, lernt jedes Kind in Nordrhein-Westfalen bereits in der Schule. Dabei ist "der Hafen" eigentlich nicht ganz korrekt. Denn die Anlage, die sich über mehrere Stadtteile und rund zehn Quadratkilometer Fläche erstreckt, besteht aus insgesamt 21 Hafenbecken.

Entstanden ist sie aus den beiden einst konkurrierenden Häfen von Duisburg und Ruhrort. Dort in der bis 1905 selbstständigen Stadt beginnt vor 300 Jahren die Erfolgsgeschichte der bedeutendsten Logistik-Drehscheibe für den europäischen Markt. Mehr als 40.000 Arbeitsplätze sind heute direkt oder indirekt vom Duisburger Hafen und den dort ansässischen Firmen abhängig.

Erstes Hafenbecken für die Kohle-Schiffergilde

Ein wichtiger Warenumschlagplatz ist die Region dank ihrer Lage an der Mündung der Ruhr in den Rhein bereits vor 2.000 Jahren. "In der Römerzeit gab es hier am Treffpunkt zweier Handelswege ein Kastell", erzählt Bernd Weber vom Duisburger Binnenschifffahrtsmuseum. "Der Rhein bildete die Nord-Süd-Achse des europaweiten Handelswesens, der Hellweg verlief von Osten nach Westen. Und genau im Schnittpunkt der Routen lag Duisburg." Um das Jahr 1000 jedoch verlagert der Rhein sein Bett, mit dramatischen Folgen für Duisburg. Bald ist die florierende Stadt nur mehr durch einen toten Arm mit dem Fluss verbunden.

Neuer Schiffsknotenpunkt wird das im 14. Jahrhundert gegründete und zu Kleve gehörende Ruhrort. Kohlehändler aus den rheinaufwärts gelegenen Städten gründen dort 1665 die erste Schiffergilde. Da es aber noch keine Kaianlagen für das Umladen der Kohle gibt, müssen ihre Lastkähne auf dem Rhein vor Anker gehen. Das kostet viel Geld und Zeit. Deshalb entscheidet der Ruhrorter Magistrat am 16. September 1716, den Bau eines Hafenbeckens in Auftrag zu geben. Dieser Beschluss gilt als Gründungsdatum des Duisburger Hafens.

Duisport erwirtschaftet Rekorde in Serie

Mit Beginn der Industrialisierung Anfang des 19. Jahrhunderts blüht auch das südlich der Ruhr gelegene Duisburg wieder auf. Nach vier Jahren Bauzeit wird 1832 ein Kanal eröffnet, der die Stadt wieder mit dem Rhein verbindet. Durch den Bau des Außenhafens und des landeinwärts gelegenen Innenhafens treten die Duisburger Kaufleute in einen heftigen Konkurrenzkampf mit dem Ruhrorter Hafen. Beide Anlagen werden unter Führung der preußischen Regierung ständig ausgebaut, um mit der industriellen Revolution Schritt zu halten. 1905 wird Ruhrort nach Duisburg eingemeindet und die konkurrierenden Häfen fusionieren zu einer Gesellschaft.

Der enorme Rohstoffbedarf der Schwerindustrie sorgt für den unaufhaltsamen Aufstieg der Häfen; Duisburg wird zum Dreh- und Angelpunkt der gesamten Rheinschifffahrt. Nur der Zweite Weltkrieg unterbricht die Erfolgsgeschichte. 1944 fallen tausende Bomben auf Duisburg, zerstören nahezu alle Kaianlagen und sämtliche Brücken; mehr als 300 Schiffe versinken in den Hafenbecken. Erst Mitte der 50er Jahre erreicht Duisburg mit rund 35 Millionen Tonnen Gütern wieder die Umschlagsmenge der Vorkriegszeit. Danach geht es steil bergauf: Von 1998 bis 2015 etwa erwirtschaftet die Betreibergesellschaft Duisport als Hafen- und Logistikunternehmen jedes Jahr ein neues Rekordergebnis. Mit rund vier Millionen Container-Einheiten und einem Gesamtumschlag von knapp 70 Millionen Tonnen spielt der weltgrößte Binnenhafen inzwischen auch im europäischen Seehandel eine bedeutende Rolle.

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Stand: 16.09.2016, 00:00