13. September 1951 - Düsseldorfer Schauspielhaus wird eingeweiht

Der Gustaf-Gründgens-Platz vor dem Schauspielhaus in Düsseldorf

13. September 1951 - Düsseldorfer Schauspielhaus wird eingeweiht

"Ich habe nie Intendant werden wollen", sagte Gustaf Gründgens einmal, der erste Intendant des Düsseldorfer Schauspielhauses. Während des Naziregimes hatte er einen rasanten Aufstieg zum legendären Schauspieler und Regisseur hingelegt. Aber auch ein Gustaf Gründgens muss in der Nachkriegszeit sehen, wo er bleibt. Er geht zurück an den Ort seiner Kindheit: Er stammt aus Düsseldorf, kam hier 1899 zur Welt, ging zur Schule, erlernte das Schauspielhandwerk. Als umjubelter Mephistodarsteller kehrt er 1947 nach Düsseldorf zurück, Deutschland liegt in Schutt und Asche.   

Neues Schauspielhaus am Gustaf-Gründgens-Platz

Zunächst ist Gustaf Gründgens in Düsseldorf auch für die Oper zuständig. Erst am 13. September 1951 wird das eigenständige Düsseldorfer Schauspielhaus eingeweiht - und eröffnet mit einem Klassiker. Gustaf Gründgens spielt in Schillers Drama "Die Räuber" mit Franz Moor eine der Hauptrollen. Doch 1955 geht Gründgens nach Hamburg. "Ich glaube, wir Künstler müssen von Zeit zu Zeit das Milieu wechseln und uns vor neue Probleme gestellt sehen, wenn wir für unsere Aufgaben frisch bleiben wollen", erinnert er sich.

Sein Nachfolger Karl-Heinz Stroux hat es nicht leicht: Gustaf Gründgens hat den großen Teil des Ensembles mit nach Hamburg genommen. "Ich musste ein neues Ensemble aufbauen, das ist immer schwierig. Und ich hoffe, dass mir das im Laufe der Jahre gelungen ist", sagt Stroux. Er bringt die europäische Moderne auf die Düsseldorfer Bühne, zum Beispiel mit Eugène Ionesco. Stroux bleibt bis 1972 Intendant und erlebt noch die Einweihung des elegant geschwungenen, weißen Schauspielhauses am Gustaf-Gründgens Platz.

"Düsseldorf ist eine schwierige Theaterstadt"

Nach Karl-Heinz Stroux haben sich viele Theatermenschen an Düsseldorf die Zähne ausgebissen. "Düsseldorf ist eine schwierige Theaterstadt", erklärt der Journalist und Theaterkritiker Andreas Wilink. Das Düsseldorfer Publikum gilt vielen Künstlern als ignorant. "Ich sage immer, es ist ein nicht lernfähiges Publikum", sagt Wilink.

Trotz prominenter Namen, elegantem Gebäude und guter finanzieller Ausstattung - Düsseldorf hat als Theaterstadt nie den Ruhm von Bochum oder Köln erlangt. "Man verbindet Düsseldorf nicht mit dem Theater", sagt Wilink. Dabei gab es durchaus legendäre, standardsetzende Aufführungen. "Die letzte war Jürgen Goschs Macbeth. Das war vielleicht die wichtigste Aufführung der 2000er-Jahre im deutschsprachigen Theater. Sie ist in Düsseldorf entstanden", sagt Wilink.

Die letzten drei Intendanten in Düsseldorf waren ausgesprochen glücklos. Und der Neue ab 2016, Wilfried Schulz, muss sich zunächst mit einem Zelt begnügen. Wegen der großen Bauarbeiten rund ums Schauspielhaus wird in einem Zelt Theater gespielt - und an verschiedenen Orten der Stadt.

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Stand: 13.09.2016, 00:00