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Christian Schmitt

Christian Schmitt - Portrait

Christian Schmitt

Journalist WIRD man nicht. Journalist IST man!

Im Grunde begann alles mit dem Spruch, den mir ein Lokalredakteur bei meinem allerersten Praktikum offenbarte: "Journalist WIRD man nicht. Journalist IST man!" "Prima", dachte ich mit meinen 16 Jahren, überlegte kurz und entschied: "Ab jetzt bin ich Journalist".

Wenn man so zählt, mache ich das also schon eine ganze Weile. Es kamen die Lehrjahre bei der Lokalzeitung auf Feuerwehrfesten und Männerchorjubiläen. In jedem Thema lässt sich eine spannende Geschichte finden. Es kommt nur darauf an, wie man es anpackt. Nach Ausflügen in die Soziologie und die Politischen Wissenschaften Südasiens in meiner Heimatstadt Heidelberg folgte das Studium der Diplomjournalistik. Der "Besserwisserstudiengang" im schönen Leipzig war ein Segen für mich. Um trockene Hausarbeiten kam man mit Geschick herum, am Ende des Semesters durfte auch mal ein Radio- oder Fernsehbeitrag stehen. Journalist IST man. Diplomjournalist WIRD man.

Unser Uniradio mephisto97.6 bot mir dabei Ausbildungsstätte und Ersatz-Zuhause gleichzeitig. Prägend war der Tag, an dem ich mir mein eigenes Aufnahmegerät kaufte. Das war teuer und trieb mich im Refinanzierungsgedanken dazu an, den Journalismus vom Hobby zum Beruf zu machen. Und es klappte. Ich lieferte kleine Reportagen aus Sachsen für die BBC, radio france internationale und das Deutschlandradio.

Das Volontariat beim WDR gab die Richtung weiter vor. Und den Ausschlag dafür, nach Köln zu ziehen. Für mich ist es der schönste Beruf der Welt. Er brachte mich schon auf Windkraftanlagen in schwindelnder Höhe, in Segelflugzeuge, in indische Operationssäle oder zu den nettesten Kindern Nordrhein-Westfalens. Das Aufnahmegerät habe ich immer noch, auch wenn die Tasten schon locker sind. Für die verschiedenen WDR-Wellen bin ich damit als Autor tätig.

Dazu moderiere ich im Kinderradiokanal KiRaKa. Das beste journalistische Trainingsprogramm, um andere Blickwinkel einzunehmen und Themen anders zu begreifen. Und das allertollste und spannendste noch dazu! Auch in einem Hörfunkstudio kann man erstaunliche Reisen unternehmen. Allein mit der Stimme und Ihrer Vorstellungskraft (und dem riesigen WDR-Geräuscharchiv).

Das ist der Reiz des Radios. Beim Machen und beim Hören.