Otis Redding

10. Dezember 1967 - Otis Redding, der King of Soul, stirbt bei einem Flugzeugabsturz

Otis Redding ist bekannt als der "King of Soul". Sein kometenhafter Aufstieg endet am 10. Dezember 1967 tragisch: Mit seinem Privat–Flugzeug stürzt er in den Lake Monona in Wisconsin. Redding, vier Mitglieder seiner Begleitband und der Pilot kommen ums Leben.

Der Durchbruch gelingt Otis Redding im Juni 1967 beim Monterey Pop Festival in der Nähe von San Francisco, dem ersten großen Festival seiner Art in der Musikgeschichte. Auf Einladung des Stones-Managers Andrew Loog Oldham tritt er vor rund 70.000 ausgeflippten Flower Power-Kids direkt nach Jimi Hendrix auf.

Flugzeugabsturz von Otis Redding, "King of Soul" (am 10.12.1967)

WDR ZeitZeichen 10.12.2022 15:03 Min. Verfügbar bis 10.12.2099 WDR 5


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Soulmusik als Aufbruch in eine neue Zeit

Redding wird mit seinem Auftritt Teil der Legende des "Summer of Love". Danach ist der schwarze Soul -Sänger in den USA auch für das weiße Publikum ein Star. 

Aus Reddings Kehle klingt Soulmusik wie eine Erweckung, ein Aufbruch in eine neue Zeit. Bob Weir, Rhythmusgitarrist bei den Grateful Dead, wird später sagen, er habe an diesem Abend in Monterey Gott persönlich auf der Bühne gesehen.

Seit dieser Performance gilt der kantige Südstaatler mit der raumgreifenden Stimme endgültig als König des Soul, ohne Otis Redding fehlt dem Soul die Seele.

Drummer bei Little Richard

Redding wird am 9. September 1941 in Dawson, Georgia, geboren. Durch seinen Vater, der sich neben seinem Job bei der US-Army als Kirchenprediger versucht, kommt er mit der Gospelmusik in Kontakt.

Bereits 1958 wird Otis Redding Schlagzeuger und Sänger in der Band von Little Richard. Bei dem kleinen, später legendär werdenden Soul-Label Stax Records in Memphis hat er mit "These Arms of Mine" seinen ersten Rhythm-and-Blues-Hit. Danach wird er zum einflussreichsten Soulsänger der sechziger Jahre.

Größter Erfolg über den Tod hinaus

Gegen Ende des Sommers 1967 blickt Otis Redding für Stunden und Tage auf die Bucht von San Francisco, ausgelaugt von den Jahren auf Tour durch ein rassistisch geprägtes Land, verwundet im Kampf um Anerkennung, wie alle Schwarzen in den USA ihn damals führen.

Redding blickt zurück auf Erreichtes: seinen Nimbus als Künstler, und auf Ersehntes: endlich eine Nummer 1 in den Single-Charts zu platzieren. Redding schreibt mit "Dock of the Bay" seinen größten Erfolg. Mit dem Titel wird er zum ersten Sänger, der posthum an die Spitze der Popcharts stürmt.

Absturz in eiskalten See

Am 10. Dezember 1967 starten Redding und seine Begleitband im neuen Privatjet zu einem Konzert nach Ohio. In der Nähe von Madison stürzt die Maschine in den Lake Monona. Nur der Trompeter Ben Cauly kann sich retten.

Autor des Hörfunkbeitrags: Uwe Schulz
Redaktion: David Rother

Programmtipps:

ZeitZeichen auf WDR 5 (9.45 Uhr) und WDR 3 (17.45 Uhr) erinnert am 10. Dezember 2022 an Otis Redding. Das ZeitZeichen gibt es auch als Podcast.

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