10.02.1993 - Uraufführung von "Wessis in Weimar"

Peter Gross in einer Szene des Stücks "Wessis in Weimar"

ZeitZeichen

10.02.1993 - Uraufführung von "Wessis in Weimar"

Von Christoph Vormweg

Schon vor der Premiere schlugen die Wellen hoch. Denn "Wessis in Weimar" stellte die deutsche Wiedervereinigung als kolonialen Akt dar. Dem Dramatiker Rolf Hochhuth wurde vorgeworfen, sein Schauspiel rechtfertige den Mord an Treuhand-Chef Rohwedder 1991. 

Und das Geschrei um "Wessis in Weimar" - Untertitel "Szenen aus einem besetzten Land" - ging weiter. Zur politischen Kontroverse kam die künstlerische. Denn Regisseur Einar Schleef wollte nicht einmal zehn Prozent des stark dokumentarischen Textes verwenden. Rolf Hochhuths Versuch, die Uraufführung gerichtlich zu verbieten, scheiterte jedoch.

Nach der Premiere am Berliner Ensemble schrieb der Theaterkritiker der SZ von einer "Unaufführung". Andere verwiesen auf die dramaturgischen Mängel im Hochhuth-Text und feierten Schleefs Inszenierung, weil sie "Tiefenstrukturen" aufdecke.

Der Langzeitskandal lockte viel Publikum. Die Einladung zum Berliner Theatertreffen folgte.

Redaktion: Ronald Feisel

"Wessis in Weimar", Uraufführung (am 10.02.1993)

WDR ZeitZeichen | 10.02.2018 | 14:45 Min.

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Stand: 04.12.2017, 15:52