28.05.1037 - Unterzeichnung des Lehnsgesetzes

Konrad II. mit Gefolge

ZeitZeichen

28.05.1037 - Unterzeichnung des Lehnsgesetzes

Von Kay Bandermann

Vasall, Steigbügelhalter - in unserem heutigen Verständnis eher verächtliche Bezeichnungen für eine unterwürfige, abhängige Person. Nicht so im Mittelalter: die Vereinbarung zwischen einem meist adeligen Lehnsherr und einem Lehnsnehmer von niederem Stand brachte für beide Seiten Verlässlichkeit und stellte das Grundgerüst der mittelalterlichen Gesellschaften dar - den Feudalismus (lat. feudum = Lehen).

Der Deal des Mittelaltes lautete: Hilfst Du mir in Kriegen und Schlachten als Ritter, gebe ich Dir Land, dessen Erträge Du mehren und behalten darfst. Durch seine während des Kriegs in Norditalien erlassene "Constitutio de feudis" vom 28. März 1037 verfeinerte Konrad II. dieses System noch. Jetzt wurden Lehen auch vererbt.

Durch ein System von Lehnsvergaben nach oben wie nach unten entstand ein pyramidaler Aufbau, an dessen Basis der Großteil der Bevölkerung - unfreie Bauern - die eigentliche Land-Arbeit leisteten.

Der absolutistische Zentralstaat machtbewusster Herrscherfamilien bereitete der feudalistischen Kleinstaaterei ein Ende - in Frankreich eher, in Deutschland später.

Redaktion: Hildegard Schulte

Das Lehensgesetz wird unterzeichnet (am 28.05.1037)

WDR ZeitZeichen 28.05.2017 14:50 Min. Verfügbar bis 26.05.2097 WDR 5

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Stand: 06.04.2017, 16:18