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Erneuerer der amerikanischen Architektur: Frank Lloyd Wright

Erneuerer der amerikanischen Architektur: Frank Lloyd Wright

Er erfand das "organische Bauen" und schuf Architektur-Ikonen wie das Guggenheim-Museum in New York oder "Fallingwater", ein Wohnhaus, das über einem Wasserfall zu schweben scheint. Vor 60 Jahren ist Frank Lloyd Wright gestorben.

Porträt des Architekten Frank Lloyd Wright von 1954

"Schon früh in meinem Leben musste ich mich zwischen ehrlicher Arroganz und scheinheiliger Bescheidenheit entscheiden", sagte Frank Lloyd Wright (1867-1959) einmal. "Ich entschied mich für die Arroganz." Der US-Amerikaner mit walisischen Wurzeln war ein selbstbewusster Architekt. Bei seinen Auftraggebern warb er so lange für seine Ideen, bis sie seiner Vision zustimmten.

"Schon früh in meinem Leben musste ich mich zwischen ehrlicher Arroganz und scheinheiliger Bescheidenheit entscheiden", sagte Frank Lloyd Wright (1867-1959) einmal. "Ich entschied mich für die Arroganz." Der US-Amerikaner mit walisischen Wurzeln war ein selbstbewusster Architekt. Bei seinen Auftraggebern warb er so lange für seine Ideen, bis sie seiner Vision zustimmten.

Frank Lloyd Wright ging es nicht darum, repräsentative Bauten zu schaffen. Seine Häuser sollten ihren Bewohnern Geborgenheit vermitteln. Mehr als 1.000 Gebäude hat Frank Lloyd Wright entworfen. 532 Gebäude wurden realisiert. Acht Bauten sind aktuell für das Unesco-Weltkulturerbe nominiert, darunter das "Robie House", das 1910 nahe dem Campus der Universität Chicago fertiggestellt wurde.

Aufgewachsen ist Frank Lloyd Wright in einfachen Verhältnissen im ländlichen Wisconsin. In den Ferien half er auf der Farm seines Onkels aus. Zugleich hörte er Beethoven zum Einschlafen und hatte schon als Schüler Spaß am Zeichnen. Später studierte er Ingenieurswissenschaften und arbeitete noch während des Studiums als technischer Zeichner im Architekturbüro von Louis Sullivan in Chicago.

Seine Inspiration war nicht das Treiben in den Großstädten, sondern die ländliche Idylle, in der er groß geworden war. Er liebte die Prärie, die ihm Weite und Schlichtheit vermittelte. Seine ersten "Prairie Houses" baute er zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Es waren flache, in die Länge gezogene Wohnhäuser, mit weit über das Haus hinausragenden, schattenspendenden Dächern.

Zeitlebens suchte Frank Lloyd Wright nach der typisch amerikanischen Bauweise. Für ihn waren das nicht die hochmodernen Wolkenkratzer, die in den US-Großstädten emporschossen. Die verabscheute er ebenso, wie die "Schachtel-Bauten" mit vielen kleinen Zimmern. Wright bevorzugte große, weite Räume in denen sich die gesamte Familie treffen konnte.

Frank Lloyd Wright schuf eine unaufdringliche Architektur, die mit der Umgebung verschmelzen und den Menschen dienen sollte. Ein prägnantes Beispiel für das Zusammenspiel von natürlichen Formen, Farben und Materialien ist das Wohnhaus "Fallingwater", das über einem Wasserfall gebaut wurde. Der Fußboden wurde direkt in den Fels gehauen.

"Es ist die Natur jedes organischen Gebäudes, sich aus seinem Standort heraus zu entwickeln, sich aus dem Boden zu erheben hin zum Licht", erklärte Frank Lloyd Wright. "Organische Architektur" bedeutete für ihn auch, dass alles mit allem verbunden war und sich ein harmonisches Ganzes herausbilden konnte. Das galt auch für den "Unity Temple" in Oak Park, den er 1908 fertigstellte.

Er glaubte an die Einheit aller Dinge – genau wir die Unitarier, die protestantische Religionsgemeinschaft seiner walisischen Vorfahren, die seine Sicht auf die Welt prägte. Um diesem Leitgedanken gerecht zu werden, entwarf Frank Lloyd Wright das Mobiliar für seine Häuser gleich mit.

1909 brach er mit seinem bisherigen Leben. Er verließ Ehefrau und Kinder für die Frau eines Kunden. Gemeinsam zogen sie nach Wisconsin und gründeten eine Schule. In Taliesin konnten die Architektur-Studenten beim "Meister" lernen, mussten aber auch auf dem Feld, im Garten und beim Kartoffelschälen helfen.

In Taliesin entwickelte Frank Lloyd Wright eine Vision für die neue amerikanische Stadt: die "Broadacre City" ("weites Land"). Jeder Bewohner sollte ein einfaches Einfamilienhaus und ein Stück Land erhalten, damit er sich selbst ernähren könnte. An der Spitze stünde kein Politiker, sondern ein Architekt, der die Stadt allein zum Wohle der Menschen entwerfen und weiterentwickeln würde. Doch seine Stadt blieb eine Utopie.

Das Guggenheim-Museum in New York ist eines der populärsten Gebäude von Frank Lloyd Wright. Die Museumsbesucher werden über eine spiralförmige Rampe, die sich über mehrere Etagen erstreckt, elegant an den Kunstwerken vorbeigelenkt. Nur wenige Wochen vor der Eröffnung des weltberühmten Museums starb sein Architekt im Alter von 91 Jahren.

Stand: 09.04.2019, 09:45 Uhr