Menschen in Krisenzeiten - Gemeinsinn oder Egoismus?
Stand: 30.04.2023, 08:05 Uhr
Die Zeiten der sozialen Komfortzone sind vorbei. Pandemie, Energiekrise, Klimawandel und der Angriffskrieg auf die Ukraine provozieren die Frage: Lassen sich diese Herausforderungen gemeinsam meistern oder drohen Konflikte, in denen sich friedliche Menschen in Radikale verwandeln?
Wölfe und Helfer
"Der Mensch ist des Menschen Wolf", schreibt der Philosoph Thomas Hobbes. Ein selbstsüchtiger Egomane also, dem das Gemeinwohl egal ist? Der Mensch ist im Grunde gut, meint der Schriftsteller Rutger Bregman. Die aktuelle Krisenforschung zeige: Bei den meisten Katastrophen verhalten Menschen sich solidarisch. Ob beim Einsturz der New Yorker Twin Towers, den Bombardierungen des zweiten Weltkriegs oder bei der Jahrhundertflut im Ahrtal.
Solidarität trotz Misstrauen
Besonders interessant: Bei aktuellen Umfragen sagen 80 Prozent der Befragten, das Wir-Gefühl sei ihnen "sehr wichtig". Doch nur 25 Prozent glauben, dass ihre Mitmenschen in Notfällen genauso solidarisch handeln würden wie sie selbst.
Autor: Burkhard Reinartz
Redaktion: Theo Dierkes
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