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Industriegeschichte und schöne Natur – das Nahmertal in Nachrodt-Wiblingwerde

Ein abgelegenes Tal mit viel Geschichte: Unterwegs im Nachrodt-Wiblingwerder Ortsteil Brenscheid im Märkischen Kreis. Wer im Nahmertal wandert, wird die ganze Zeit begleitet vom Plätschern des Nahmerbaches.

Brenscheider Mühle

Eine der beiden Brenscheider Mühlen ist die alte Ölmühle. Sie wurde 1845 in Betrieb genommen und lief mit Unterbrechungen bis 1923. In dieser Mühle wurde Rapsöl gepresst. Das technische Kulturdenkmal gehört dem Märkischen Kreis.

Eine der beiden Brenscheider Mühlen ist die alte Ölmühle. Sie wurde 1845 in Betrieb genommen und lief mit Unterbrechungen bis 1923. In dieser Mühle wurde Rapsöl gepresst. Das technische Kulturdenkmal gehört dem Märkischen Kreis.

Das Mühlrad der Brenscheider Ölmühle steht aufgrund von Wassermangel still. Im Innern der Mühle befindet sich ein noch funktionstüchtiges Mahlwerk. Die Mühle kann nach telefonischer Absprache besichtigt werden.

Etwa 300 Meter entfernt steht die Kornmühle. Sie wurde 1593 erstmals erwähnt. Bis ins Jahr 1952 haben die Müller hier Korn gemahlen: Weizen, Roggen und Mais. 1975 ist die historische Kornmühle wieder aufgebaut worden. Sie ist heute im privaten Besitz von Hans-Otto Camphausen, der Führungen anbietet.

Der Mahlstein stammt aus dem Jahr 1831 und wiegt sicherlich gut eine Tonne. Die Pächter der Mühle mussten früher ihre Steine immer selbst mitbringen. Gemahlen wurde zuerst im Schrotgang, anschließend hat der Müller das Mehl in einem zweiten Mahlgang feiner gemahlen. Die alten Eichenbalken am Boden sind mehrere hundert Jahre alt.

Zur Mühle gehörte früher auch eine Bäckerei. Von 1984 bis 2020 – bis die Corona-Pandemie begann – wurde dieser Brauch auch weiter geführt. Einmal im Monat wurde der Ofen der Brenscheider Mühle angeheizt und es wurden Brote gebacken. In den Regalen stehen die Gärkörbchen für den Teig. Vielleicht werden diese Backtage in Zukunft wieder stattfinden.

Vor der Kornmühle stehen ein alter Mühlstein und ein Schleifstein, mit dem wahrscheinlich früher Sensen scharf geschliffen wurden.

Der Nahmerbach gibt dem Tal seinen Namen. Er ist nur knappe zwölf Kilometer lang, entspringt bei Mesekendahl und mündet in Hagen-Hohenlimburg in die Lenne, hat aber eine große Bedeutung in der Industriegeschichte der Region: Der Nahmerbach hat zahlreichen Betrieben – Drahtziehereien und Kaltwalzbetrieben – die notwendige Wasserenergie geliefert.

Doch das Nahmertal hat nicht nur Industriegeschichte zu bieten, sondern auch eine sehr schöne Natur. Hier gibt es viele Themenwanderwege. Der Nahmerbach liefert die passende "Musik" zum Spaziergang.

Auf einem dieser Rundwege kommt man durch die Winklerheide. Hier stehen nur wenige Häuser.

Aber dafür sind die Sitzgelegenheiten ungewöhnlich: Ein alter Sessellift dient als Ruhebank.

Stand: 24.09.2023, 00:00 Uhr