Live hören
Jetzt läuft: Ein feste Burg von Luther, Martin

Gagaku, Gesualdo

 Gagaku-Ensemble Hideaki Bunno in St. Severin

Romanischer Sommer – 11.07.2013

Gagaku, Gesualdo

Monströse, fremdartige und faszinierende Klänge in Kölner Kirchen: mehr als tausendjährige Zeremonialmusik vom japanischen Kaiserhof und die 400 Jahre alte, immer noch verstörende Harmonik des depressiven, mörderischen Fürsten Gesualdo.

Das aus der Kölner romanischen Basilika St. Severin live übertragene Gagaku-Konzert enthält  u. a. geistliches Repertoire der shintoistischen Kagura-Musik für kammermusikalische Besetzungen mit den Instrumenten Ryûteki-Querflöte, Hichiriki-Oboe, Shô-Mundorgel, Wagon-Zither und Gesang, außerdem zeitgenössische Kompositionen spirituellen Charakters (insbesondere Solowerke für die Mundorgel).

Hideaki Bunno (*1944), der Leiter des Quartetts, stammt aus einer Familie von Gagaku-Musikern, deren Genealogie sich 1300 Jahre weit zurückverfolgen lässt. Als Fünfzehnjähriger trat er die Nachfolge seines Vater im Dienste des japanischen Kaiserhofs an, wo er 50 Jahre lang, zuletzt als musikalischer Leiter des Hoforchesters, wirkte.

Den zweiten Teil der Sendung gestalten wir mit A-cappella-Musik, aufgenommen zwei Tage zuvor in St. Kunibert, der jüngsten der zwölf romanischen Kirchen Kölns. Die international renommierten britischen Tallis Scholars sangen dort im Rahmen des „Romanischen Sommers Köln“ Gesualdos Responsorien für Karsamstag, „Tenebrae“, und geistliche Musik von Zeitgenossen.

Live aus St. Severin:

Gagaku - traditionelle japanische Hofmusik in kammermusikalischer Besetzung

mit Hideaki Bunno, Naoyuki Manabe, Suenaga Tôgi und Yasuo Ôkubo

1. Kangen (konzertante Musik): „Karyōbin“

2. Kagura-uta (shintoistische Ritualmusik): „Asakura-no-Netori“ - „Asakura“ - „Sonokoma-Agebyōshi“

3. Musik für Shō: „Banshikichō-no-Chōshi“

4. Bugaku (Musik zu Hoftänzen): „Kitoku“ & „Konju“

anschließend:

Carlo Gesualdo da Venosa, Tenebrae

mit den Tallis Scholars, Ltg.: Peter Phillips

Aufnahmen vom 9. Juli 2013 aus St. Kunibert

(zuvor einige kurze chromatische A-cappella-Werke der Renaissance von Orlandus Lassus, Jacob Gallus, Mikołaj Zieleński und Claudio Monteverdi)

Redaktion  Werner Wittersheim und Werner Fuhr

Stand: 18.07.2013, 12:39