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WDR 3 Tonart mit Philipp René Quiring
CD-Cover "Home" von Ganna

Das Album der Woche

Jede Woche empfiehlt die Resonanzen-Redaktion ein neues Album. Hier sind die Musik-Empfehlungen der letzten Wochen im Überblick.

05. Dezember bis 09. Dezember 2022: GANNA - "Home"

Hinter GANNA steckt das Ensemble der ukrainischen Sängerin Ganna Gryniva. Sie ist 2002 im Alter vom 13 Jahren mit ihren Eltern nach Deutschland gekommen. Doch ihrer Heimat ist sie nach wie vor verbunden. So bereiste sie für drei Wochen die Ukraine, um dort Folklorelieder und Melodien zu sammeln. Das war allerdings noch vor dem Überfall Russlands. Aus der Reise und den gesammelten Melodien ist nun das Album „Home“ entstanden.

Jeder Song auf dem Album „Home“ hat eine Geschichte. Eine Geschichte, die dem Song zugrunde liegt, aber auch eine Geschichte, wie Ganna Gryniva ihn gefunden hat. So traf sie beispielsweise in der Nähe von Kiew auf die Mitglieder des Barvinok-Chors. Frauen im Alter zwischen 70 und 80 Jahren. Dort nahm Gryniva den Gesang zum Stück „Halochka“ auf. „Es ist der Name eines Mädchens – der Kosename von Halyna. Ihre Geschichte hat mich tief berührt“, schreibt die Sängerin. Oder der Song „Kolyskova“. Ein Wiegenlied, das Ganny Gryniva unerweigerlich an das Baby erinnerte, das während des Bombenangriffs in Odessa getötet wurde. Die Emotionen der Erinnerung lässt sie spüren. Ihre Stimme ist sanft, voller Traurigkeit; aber auch voller Wut – dem kann man sich kaum enziehen. Überhaupt wird das Album „Home“ so hörenswert durch die kongeniale Kombination aus Ganna Grynivas ausdrucksstarker Stimme, der besondere Anmut der uralten Melodien gebettet in aktuellen Jazzsound.

Ein Musiktipp von Julia Spyker.

Ganna Gryniva "Home"

CD-Angaben:
Interpret: GANNA
Album: Home
Label: Berthold records

Gespielte Titel:
Montag: Vesna
Dienstag: Halochka
Mittwoch: Plyve Kacha
Donnerstag: Spivanka
Freitag: Kolyskova

Das Cover des Albums DanSando der Sängerin Luisa Sobral

29. November bis 2. Dezember 2022: 2022 Luisa Sobral – "DanSando"

Wenige Musikerinnen prägen aktuell so sehr die portugiesische Musikszene wie Luisa Sobral. Die 35-jährige Singer/Songwriterin aus Lissabon wurde hierzulande bekannt als Komponistin des Gewinnersongs des Eurovision Song Contest 2017, „Amar Pelos Dois“, den sie für ihren Bruder Salvador Sobral geschrieben hat.

Vor gut zehn Jahren erschien Luisa Sobrals Debütalbum, das in ihrer Heimat ein großer Erfolg wurde. Sie schreibt Songs für Künstlerinnen wie Ana Moura und Mayra Andrade, produziert einen Podcast, in dem sie mit berühmten portugiesischen Musikern über die Kunst des Songschreibens redet und veröffentlicht alle paar Jahre ein Album, mit dem sie international auf Tour geht.

„DanSando“ heißt Sobrals neue Platte, die sie in Portugal und Brasilien aufgenommen hat. Auf ihr schaut die Sängerin und Multiinstrumentalistin mit bewusst positivem Blick auf den nicht immer positiven Alltag und präsentiert elf Songs in einer luftigen Mischung aus Pop und Jazz.

Ein Musiktipp von Sebastian von Haugwitz

Portrait von Luisa Sobral. Die portugiesische Sängerin hat ein neues Album "DanSando"

CD-Angaben:
Interpret: Luisa Sobral
Album: DanSano
Label: : o-tone music
EAN: 9705274193892

Gespielte Titel:
Montag: Gosto de ti
Dienstag: Nao foste tu
Mittwoch: Amo Como Eu Sei
Donnerstag: As Maes de Hoje em Dia
Freitag: O Quadro Que Pintei

CD-Cover "Villingsberg" von Helge Lien und Knut Hem

21. November bis 25. November 2022: Helge Lien & Knut Hem - "Villingsberg"

Dass norwegischer Jazz und amerikanischer Bluegrass sehr gut zusammengehen, haben der Pianist Helge Lien und der Gitarrist Knut Hem eindrucksvoll auf ihrem gemeinsamen Album "Hummingbird" vor vier Jahren bewiesen. Das Duo erzeugt mit einer Kombination aus melancholisch-lyrischen Klaviermelodien und lebhaften Gitarrenläufen einen cineastischen Sound, der Bilder von weiten Landschaften vor dem geistigen Auge entstehen lässt.

Auch auf ihrem zweiten Album "Villingsberg" verbinden Lien und Hem klanglich nordamerikanische Wüste und Canyons mit norwegischen Wäldern und Fjorden. Und wieder gelingt ihnen das Kunststück, die atmosphärisch dichten Instrumentalstücke trotz ihrer Emotionalität und wehmütiger Schönheit nicht ins Kitschige abrutschen zu lassen.

Ein Musiktipp von Sebastian von Haugwitz

Portrait Helge Lien und Knut Hem

CD-Angaben:
Interpret: Helge Lien & Knut Hem
Album: "Villingsberg"
Label: Ozella
Bestellnr.: OZ100CD

Gespielte Titel:
Montag: Ephemera Danica
Dienstag: Big Country
Mittwoch: Two Good Friends
Donnerstag: Sildrebekken
Freitag: Peaceful Journey

Albumcover von Ron Carter: "Finding the right notes"

14. November bis 18. November 2022: Ron Carter - "Finding The Right Notes"

Der Jazzbassist Ron Carter spielte seine ersten Platten Anfang der 1960er Jahre ein, danach folgten die großen Jahre an der Seite von Miles Davis, Wayne Shorter und Herbie Hancock. Mit weit über 2.000 Alben ist Ron Carter ohne Zweifel der meistaufgenommene Bassist der Jazzgeschichte, sein elegantes Bassspiel prägt bis heute Generationen von Musikerinnen und Musikern. Carter ist ein Stück lebendige Jazz-Geschichte, entsprechend viele Geschichten kann er als Zeitzeuge und damit aus erster Hand erzählen. Das tut er auch im neuen Dokumentarfilm mit dem Titel "Finding The Right Notes". Parallel zum Film ist jetzt der passende und gleichnamige Soundtrack erschienen, der die letzten zehn Jahre von Carters langer Biographie Revue passieren lässt: ein Wiederhören mit alten Freunden wie dem Gitarristen Bill Frisell oder dem Bassisten Christian McBride. Und auch die WDR Big Band ist auf diesem Album mit gleich drei Titeln vertreten, denn Ron Carter und die WDR Big Band haben in den vergangenen Jahren mehrfach auf der Bühne und im Tonstudio zusammengearbeitet.

Ein Musiktipp von Jörg Heyd

Der Jazzbassist Ron Carter betrachtet, neben seinem Instrument sitzend, ein Notenbuch.

CD-Angaben:
Interpret: Ron Carter
Album: "Finding The Right Notes"
Label: In + Out Records

Gespielte Titel:
Montag: Receipt Please
Dienstag: A Nice Song
Mittwoch: Flamenco Sketches
Donnerstag: Blues for D.P.
Freitag: Sweet Lorraine

CD-Cover: "Sentimental Fool" von Lee Fields

07. November bis 11. November 2022: Lee Fields – "Sentimental Fool"

Unser Album der Woche kommt von Lee Fields, einer wahren Soul-Legende. Er war von Beginn an dabei, doch der Durchbruch mochte nicht so recht gelingen. Vielleicht aber jetzt, mit 72 Jahren.

Seit 1969 steht Lee Fields fast ununterbrochen in Studios oder auf der Bühne. Seinen Spitznamen erhielt er früh, als er noch im Gospelchor gesungen hat, er lautet „Little JB“, also Little James Brown. Und wenn man genau hinhört, kann die Art, wie Lee zu singen vermag, durchaus an den großen James Brown erinnern. Doch da ist noch so viel mehr. Eine Zerbrechlichkeit, die mitschwingt, die bei aller Fulminanz des Soul manchmal etwas überhört wird. Lee Fields beamt uns mit seinem Album „Sentimental Fool“ in die Zeit des Soul, doch bleibt er mit seinem Album auch im Jetzt, denn die Jahre haben Spuren hinterlassen und die lässt er uns hören.

CD-Angaben:
Interpret Lee Fields
Album: “Sentimental Fool”
Label: Daptone Records
Vö: 28.10.2022

Gespielte Titel:
Montag: Forever
Dienstag: Sentimental Fool
Mittwoch: Two Jobs
Donnerstag: Without a Heart
Freitag: The Door

Albumcover "Telegramm" von Moka Efti Orchestra, Schrift durch einzelne Buchstaben platziert auf Gebäuden.

31. Oktober bis 04. November 2022: Moka Efti Orchestra - "Telegramm"

Am Anfang stand Tom Tykwers TV-Serie "Babylon Berlin" und der Wunsch, für die Szenenmusik den Swing der wilden 1920er Jahre authentisch und gleichzeitig frisch abzubilden. Die beauftragten Komponisten Nikko Weidemann und Mario Kamien setzten sich mit dem Arrangeur und Saxophonisten Sebastian Borkowski zusammen. Gemeinsam schrieben sie Stücke im Stile der Zeit und stellten für die Dreharbeiten eine 14-köpfige Bigband zusammen: das Moka Efti Orchestra. Aus dem Auftragsfilmprojekt entwickelte sich in kürzester Zeit eine eigenständige Combo, die seitdem bundesweit die Konzerthäuser füllt.

Nach dem Erfolg seines Debütsalbums vor zwei Jahren legt das Moka Efti Orchestra jetzt mit "Telegramm" seine zweite Veröffentlichung vor. Seit den Dreharbeiten für die Serie sei die Band musikhistorisch "bis zu zwei oder drei Jahrzehnte aufgerückt" erklärt Nikko Weidemann.
Auf "Telegramm" kombiniert das Moka Efti Orchestra seine mitreißende Mischung aus Hot Jazz und Swing mit afro-kubanischen Rhythmen, mal deutsch, mal englisch gesungenen Chansons und cineastischem Bigband-Jazz.

Ein Musiktipp von Sebastian von Haugwitz

Die Mitglieder der Bigband Moka Efti Orchestra, aufgereiht vor schwarzer Leinwand und unter Scheinwerferlicht.

CD-Angaben:
Interpret: Moka Efti Orchestra
Album: Telegramm
Label: Rent-A-Record Company
EAN: 4260620834973

Gespielte Titel:
Montag: Last Chance Sweet Valentine
Mittwoch: Eilmeldung
Donnerstag: Dog Gone Love
Freitag: Bedeutend

Albumcover "Cowboy Ballads Part 1" von Jesse Tabish zeigt drei schemenhafte Menschen vor weißem Hintergrund.

24. bis 28. Oktober 2022: Jesse Tabish - "Cowboy Ballads Part 1"

Eigentlich kennt man ihn als Frontmann der US-Amerikanischen Band "Other Lives" aus Oklahoma. Auch ihn, Jesse Tabish, hat die Pandemie und der Lockdown zunächst massiv ausgebremst. Doch lag die Antwort auf die Frage "Was tun ohne Band?" schnell auf dem Tisch: ein Soloalbum, was sonst.

Ganz alleine war er aber doch nicht: seine Frau, Kim Tabish, gehört schon seit einer Weile zur Band – mit ihr zusammen hat er das neue Album geschrieben und aufgenommen. Ihr Grundgedanke war, den Soundtrack zu einem Film zu schreiben, den es gar nicht gibt. Mit ausgefeilten Arrangements und detailverliebter Opulenz schaffen sie eine westernhafte Atmosphäre wie bei Ennio Morricone. Großes Kino, von dem man sich gern davontragen lässt.

Ein Musiktipp von Ulrike Kukula

Schwarz-weiß-Aufnahme von Jesse Tabish, mit langen Haaren und Zigarette in der Hand, Büsche im Hintergrund.

CD-Angaben:
Interpret: Jesse Tabish
Album: Cowboy Ballads Part 1
Label: Play It Again Sam – LC 07800

Gespielte Titel:
Montag: Halloween Day
Dienstag: Keep you right
Mittwoch: Cowboy Ballads
Donnerstag: Castro
Freitag: Manchini

Albumcover De-Phazz: Jelly Banquet

17. bis 21. Oktober 2022: De-Phazz – "Jelly Banquet"

Zum runden Geburtstag lädt man sich gerne Freundinnen und Weggefährten ein, warum sollte das bei einer Band anders sein? Genau diesen Gedanken hatte auch Pit Baumgartner, der mit Studioalbum Nummer 17 jetzt das 25-jährige Jubiläum von De-Phazz feiert.

Wobei De-Phazz weniger Band, dafür mehr offenes Kollektiv mit wechselnder Besetzung ist. Dinge zusammenzubringen, die vielleicht gar nicht zusammenpassen, das ist Baumgartners Maxime. Der Heidelberger ist Produzent und Klangkünstler, der sich am liebsten tagelang im Tonstudio verkriecht, um dort seine Musik zu kreieren und akribisch zu mischen. Was dabei entsteht, ist eine Mischung aus Jazz, Latin, Lounge, Easy Listening, Elektro und noch vielem mehr. Mit "Jelly Banquet" und immerhin 23 größtenteils gesungenen Tracks qualifiziert sich die neue CD von De-Phazz als Soundtrack für so manche Geburtstagsparty.

Ein Musiktipp von Jörg Heyd

Pit Baumgartner

CD-Angaben:
Interpret: De-Phazz
Album: Jelly Banquet
Label: Phazz-a-delic, PHAZZ 148
VÖ: September 2022

Gespielte Titel:
Montag: Suddenly (De-Phazz feat. Karl Frierson)
Dienstag: Vare Por Vare (De-Phazz feat. Ganes)
Mittwoch: She felt lost (De-Phazz feat, Peter Wolbrandt)
Donnerstag: Cougar (De-Phazz feat. Barbara Lahr und Tubilah)
Freitag: Open Skies (De-Phazz feat. Pat Appleton und Joo Kraus)

Das Cover des Albums: "Quando Tiveres Tempo" zeigt ein Foto der Sängerin Viviane.

10. bis 14. Oktober 2022: Viviane – "Quando Tiveres Tempo"

Die Karriere der Sängerin Viviane ist lang. Schon in den 1990ern war sie ein Star in ihrer Heimat Portugal, und zwar mit der ziemlich erfolgreichen Pop-Rock-Band Entre Aspas. 2005 kam dann ein Break und sie startete als Solokünstlerin durch mit anderer Musikfarbe, nämlich Fado. Doch erst jetzt bringt die portugiesische Sängerin ihr erstes Album hier in Deutschland heraus. Es heißt: "Quando Tiveres Tempo" und ist unser Album der Woche.

Neben Elementen des Fado verwebt Viviane Chanson und Jazz Manouche. Die musikalischen Wurzeln ihrer Heimatländer. Dem Chanson Frankreichs und dem Fado Portugals widmet sie sogar eine wunderbare Liebeserklärung, und zwar mit dem Titel. "Oh! Meu Perqueno pais" – "Oh mein kleines Land". Und weiter heißt es da "Fado fließt in deinen Adern. In deiner Seele Melancholie." Das Ganze verpackt Viviane in eine leichte französische Musette. Sowieso nimmt Viviane dem Fado all die Melancholie, die ihm zugeschrieben wird. Sie versprüht auf ihrem Album viel Leichtigkeit und Lebensfreude. Musik also, die perfekt in den goldenen Oktober passt, und die auch die bevorstehende dunkle Jahreszeit aufhellen wird.

Ein Musiktipp von Julia Spyker

CD-Angaben:
Interpretin: Viviane
Album: Quando Tiveres Tempo
Label: o-ton music
VÖ: Juni 2022

Gespielte Titel:
Montag: Cenas
Dienstag: Com o fogo nao se brinca
Mittwoch: Oh! Meu pequeno país
Donnerstag: Maricotinha
Freitag: Deidiste Voltar

Albumcover "Déjà Vu" von Trio SR9

4. Oktober - 7. Oktober 2022: Trio SR9 - "Déjà Vu"

Was bleibt von den großen Pophits unserer Zeit eigentlich übrig, wenn man ihnen die aufwändige Computertechnik und Produktion nimmt? Die Antwort auf diese Frage liefert das französische Percussion-Trio SR9 mit ihrem neuen Album.
Die drei klassisch ausgebildeten Perkussionisten covern Songs von Billie Eilish, Pharell Williams oder Lana del Rey und verzichten dabei auf sämtliche Computereffekte, aber auch auf Instrumente wie Gitarre oder Bass. Schwebende Grooves treffen auf Stimmen von Camille oder Blick Bassy. Ein Klangexperiment, das zum genauen Hinhören einlädt.

Das Percussion-Trio SR9

Ein Musiktipp von Ulrike Kukula.


CD-Angaben:
Interpret: Trio SR9
Album: "Déjà Vu"
Label: No Format
Vertrieb: Indigo
LC-Nr. 35386
EAN: 3700551784615

Gespielte Titel:
Montag: Happy

"Too late for Edelweiß" von Tallest Man on Earth

26. September - 30. September 2022: The Tallest Man On Earth - "Too late for Edelweiss"

Sein neues Album hat der schwedische Singer-Songwriter Kristian Matsson – besser bekannt als "The Tallest Man on Earth" eher zwischendurch aufgenommen. Wenn er auf Tour kleine Pausen hatte und kurz mal zu Hause vorbeischauen konnte, brauchte er irgendetwas, um den Kopf wieder frei zu kriegen. Wie er es nennt: seine Gedanken zu "resetten".

Also spielte er in der wenigen Zeit Lieder, die schon immer eine wichtige Rolle in seinem Leben spielten und nahm sie ohne großes Brimborium auf: unter anderem von Lucinda Williams, Hank Williams und den Beatles. 10 unaufgeregte Songs, die einladen, sich mal zurückzulehnen und sich an der knarzigen Stimme zu freuen.

Ein Musiktipp von Ulrike Kukula.

Kristian Matsson alias "Tallest Man on Earth"

CD-Angaben:
Interpret: The Tallest Man On Earth
Album: Too late for Edelweiss
Label: Anti-Records

CD-Cover: HaydeTanz - The Journey

19. September - 23. September 2022: HaydeTanz - "The Journey"

Aus Graz kommt die junge Band HaydeTanz, in der sich sechs junge Musikerinnen und Musiker mit Wurzeln in Griechenland, Montenegro, der Türkei und Österreich gefunden haben. Und genau die Musiktraditionen dieser genannten Länder sind es, die HaydeTanz zu einem frischen und meist tanzbaren "Musik-Cocktail" mischt: westliche Grooves treffen auf ostmediterrane Melodien, Volkstümliches trifft auf Melancholisches, rockige Sounds begegnen Hip Hop. Kurzum: die Musik von HaydeTanz ist in mehrerlei Hinsicht grenzenlos, zumindest solange das selbst ernannte Ziel erreicht wird. Denn die Band möchte beim Publikum die Füße lockern und ihm ein Lächeln auf die Gesichter zaubern. Jetzt ist von dem Sextett aus der Steiermark das Debütalbum mit dem schlichten aber passenden Titel "The Journey“ erschienen.

Ein Musiktipp von Jörg Heyd

HaydeTanz

CD-Angaben:
Interpret: HaydeTanz
Album: The Journey
Label: Galileo

Gespielte Titel:
Montag: Cengo
Dienstag: Hergele
Mittwoch: The Journey
Donnerstag: Second Youth
Freitag: Mirror

CD-Cover: Jonathan Jeremiah – „Horsepower For the Streets“

12. September - 16. September 2022: Jonathan Jeremiah – "Horsepower For the Streets"

Vier Jahre mussten wir jetzt auf das neue Album von Jonathan Jeremiah warten. Aber jetzt ist es da, sein fünftes Album "Horsepower for the Streets". Unser Album der Woche.

Auf dem Album ist natürlich die wunderbar samtig-soulige Stimme von Jeremiah zu hören und dazu, wie gewohnt eine Spur Nostalgie. Wobei diese diesmal doch etwas üppiger daherkommt. Denn Jeremiah hat sich für sein Album reichlich Unterstützung dazu geholt. Ein 20-köpfiges Streichorchester und einen Background-Chor. Klingt alles ein bisschen nach Filmmusik oder nach den ausladenden Songs à la Lalo Schifrin, Terry Callier und Co. Entstanden sind die Songs in Frankreich, aufgenommen in einer Kirche in Amsterdam.

Der Albumtitel gibt allerdings zunächst Rätsel auf, allerdings nicht nur uns, sondern auch Jonathan Jeremiah selbst. Denn ein Freund von Jeremiah wünschte ihm immer beim Abschied "Horsepower for the Streets". Gehört hatte er diesen Satz zuvor auch nicht, doch irgendwie zog Jeremiah für sich daraus den Wunsch guter Energie. Und die transportiert die gesamte Platte: Zum Reinlegen, Zurücklegen und Wohlfühlen.

Ein Musiktipp von Julia Spyker.

CD-Angaben:
Interpret: Jonathan Jeremiah
Album: Horsepower for the Streets
Label: PIAS Recordings Germany

Gespielte Titel:
Montag: You make me feel this Way
Dienstag: Cut a black Diamond
Mittwoch: Lucky
Donnerstag: Restless Heart
Freitag: Horsepower for the Streets

Albumcover: Matthias Schwengler - "Soulcrane & Strings"

05.September - 09.September 2022: Matthias Schwengler - "Soulcrane & Strings"

Matthias Schwengler mag die leisen und reduzierten Töne, seine Musik ist oft reduziert und transparent. Die Musik, die der Kölner Trompeter mit seinem Quartett "Soulcrane" spielt, vergleicht er gerne mit einer „Unterhaltung unter Freunden“. Jetzt wurde dieser kompakte Viererkreis erweitert, wobei der kammermusikalische Charakter nicht nur beibehalten, sondern noch einmal unterstrichen wird. Denn zu Trompete, Saxophon, Bass und Gitarre gesellen sich auf Schwenglers neuem Album "Soulcrane & Strings" noch fünf Streicher. Dadurch wird die Atmosphäre noch einmal deutlich verdichtet und es werden ganz neue Klangräume geöffnet

Ein Musiktipp von Jörg Heyd.

Der Trompetist Matthias Schwengler.

CD-Angaben:
Interpret: Matthias Schwengler
Album: Soulcrane & Strings
Label: MONS Records)

Gespielte Titel:
Montag: From West Coast to East Coast
Dienstag: Two Bodhi Tree Leaves
Mittwoch: Chip & Dale
Donnerstag: Chania
Freitag: Barley Wine

Albumcover von "Pre Plesure" von Julia Jacklin

29. August - 2. September: Julia Jacklin - "Pre Pleasure"

Die Musikerin Julia Jacklin

Die Musik für das neue Album der Singer-Songwriterin Julia Jacklin hat weite Wege zurückgelegt. Sie selbst ist Australierin und lebt in Melbourne. Aufgenommen hat sie ihre dritte Platte zusammen mit ihrer Tourband, deren Musiker aus Kanada kommen. Die großen Orchestersounds hat ein Orchester in Prag eingespielt.

Auch musikalisch liebt sie die Distanz: ihre Königsdisziplin sind zurückgenommene Balladen in kleiner Besetzung mit Klavier oder Gitarre. Durchbrochen werden sie von lauten, rockigen Songs, in denen einem die verzerrte Gitarre in den Ohren dröhnt. Und gelegentlich verpasst der Orchestersound dem Ganzen noch eine gehörige Portion Schwelgerei.

Gespielte Titel:
Montag: Magic

CD-Angaben:
Interpret: Julia Jacklin
Album: Pre Pleasure
Label: Transgressive Records

Ein Musiktipp von Ulrike Kukula

Albumcover: “Mosaic” von Julian & Roman Wasserfuhr

22. August - 26. August: Julian & Roman Wasserfuhr - “Mosaic”

Neues aus Hückeswagen im Bergischen Land: die Brüder Wasserfuhr, Trompeter Julian und Pianist Roman, waren in den pandemiebedingt häufig auftrittsfreien letzten zwei Jahren enorm kreativ. 42 Kompositionen schrieben sie in der Zeit, zehn davon (plus eine Coverversion von Nirvanas „Smells Like Teen Spirit“) bilden ihr neues Album „Mosaic“. Wie das titelgebende Kunstwerk sind die Stücke sorgfältig aus Einzelteilen zusammengesetzt.

Albumcover: “Mosaic” von Julian & Roman Wasserfuhr

Die Grundaufnahmen wurden zu Hause im Studio der Wasserfuhrs eingespielt, die musikalischen Gäste steuerten ihre Parts aus Köln, der niedersächsischen Provinz oder aus Nashville und Tucson in den USA bei.

So entstanden nicht nur erstklassige internationale Besetzungen u.a. mit Bassist Tim Lefebvre, Schlagzeuger Keith Carlock und den Saxophonisten Paul Heller und Tony Lakatos, sondern auch ein facettenreiches Jazzalbum, das musikalische Skizzenhaftigkeit zum Konzept erhebt und mosaisch etwas Ganzes schafft.

Gespielte Titel:
Montag: Aki Puh
Dienstag: Dakira
Mittwoch: Hank
Donnerstag: Hymnus Varus
Freitag: Target II

CD-Angaben:
Label: Act Music + Vision
Bestellnr: ACT 9950-2

Ein Musiktipp von Sebastian von Haugwitz

Die Sängerin Tami Neilson sitzt mit einem "Playboy" in der Hand und unter der Trockenhaube

15. - 19. August: Tami Neilson – "Kingmaker"

Country Music trifft Feminismus, so in etwas lässt sich das neue Album "Kingmaker" der kanadischen Sängerin Tamie Neilson zusammenfassen. Eine Kombination, die man vermutlich nicht sofort auf dem Schirm hat, vor allem bei der wenig innovativen Musikrichtung Country. Umso spannender also.

Tami Neilson wurde in Kanada geboren und lebt nun seit 15 Jahren in Neuseeland. Seitdem ist sie auch solo unterwegs. Schon als Kind steht sie gemeinsam mit den Eltern und ihrem Bruder auf der Bühne. Die Familienband "The Neilsons" ist recht erfolgreich, geht überall in Nordamerika auf Tour und eröffnet sogar Shows des großen Johnny Cash. In den Alben vor "Kingsmaker" blieb Neilson eher bei dem klassischen Sound des Country, weil sie immer den Sound der Platte auch auf die Bühne bringen wollte.

Cover der CD von Tami Neilson "Kingmaker"

Dann kam die Pandemie und Konzerte rückten in die ferne Zukunft. Das brachte Tami Neilson dazu, den Sound zu erweitern. Auf "Kingsmaker" hören wir eine zauberhafte, orchestrale Soundkulisse dazu beispielsweise in "You're a Gun" die nostalgisch verhallte Stimme von Tami Neilson, die von all den Rollen singt, die Frauen auszufüllen haben.

Ein ganz besonderer Gast hat sich auch auf dem Album eingefunden. Die Country-Legende Willie Nelson. Gemeinsam mit Tami stimmen sie einen mexikanisch angehauchten Walzer an, eine Reminiszenz an Tami Neilsons verstorbenen Vater. "Kingmaker" lässt sich zwar unter Country einordnen, könnte aber auch Nicht-Fans von Country-Music durchaus begeistern.

Gespielte Titel:
Montag: Baby, you're a Gun
Dienstag: King of Country Music
Mittwoch: Beyond the Stars (feat. Willie Nelson)
Donnerstag: I can forget
Freitag: Kingmaker

CD-Angaben:
Interpret: Tami Neilson
Album: Kingmaker
Label: Outside Music

Ein Musiktipp von Julia Spyker

CD-Cover: "Transit" von Maik Mondial

08. - 12. August 2022: Maik Mondial - “Transit”

Trompeter Mike Bräutigam und Gitarrist Josef Müksch lernten sich 2007 beim Musikstudium in Würzburg kennen und gründeten dort mit drei weiteren Kommilitonen das Ensemble „Maik Mondial“. In der Besetzung Schlagzeug, Bass, Gitarre, Trompete und Geige spielt die Band alles „was musikalisch zusammenpasst“ und deckt damit eine musikalische Bandbreite von Balkan über Jazz und Folk bis zu Klassik ab.

Portrait Maik Mondial

Das neue Album „Transit“ ist der Soundtrack zur ersten großen Tour von Maik Mondial, die 2016 nach Erscheinen ihres Debütalbums stattfand. Die fünf Musiker reisten im Wohnmobil von Deutschland aus entlang der Donau über Österreich und Ungarn bis nach Belgrad und spürten auf der Reise ihren selbstgewählten musikalischen Wurzeln nach.

„Transit“ ist gleichzeitig wild und nachdenklich, tanzbar und romantisch…und ein hochmusikalisches Vergnügen.

Ein Musiktipp von Sebastian von Haugwitz

Gespiellte Titel:
Montag: Flamingo
Dienstag: Beograd
Mittwoch: Susi Lambach
Donnerstag: Steinhäuser
Freitag: From Source

CD-Angaben:
Interpret: Maik Mondial
Album: “Transit”
Label: Hey!blau Records, HBL 20050

Albumcover: Jack White - "Entering Heaven Alive"

01. - 05. August 2022: Jack White - "Entering Heaven Alive"

Mit den White Stripes hat er vor rund zwanzig Jahren die Rockmusik auf ein neues Level gehoben. Die Band ist mittlerweile Geschichte - doch Jack White ist produktiv wie nie. Gerade hat er sein zweites Soloalbum in diesem Jahr veröffentlicht.
Nachdem das Erste im April vor allem eines war: laut und chaotisch, kommt er jetzt fast schon zahm daher. Fast ausschließlich mit akustischer Gitarre, Klavier und sogar Streichern singt er ruhige Folkballaden über die Liebe in Singer-Songwriter-Manier. Mal mit Bluegrass-Elementen, mal fast schon jazzig. Eine neue, leise Seite des sonst so lauten Rockstars.

Ein Musiktipp von Ulrike Kukula

Gespielte Titel:
Montag: Queen of the Bees
Dienstag: All along the Way
Mittwoch: Love is selfish
Donnerstag: Taking me back (gently)
Freitag: A madman from Manhattan

CD-Angaben:
Interpret: Jack White
Album: Entering Heaven Alive
Label: The Orchard, LC 24158

Al Di Meola, John Mc Laughlin & Paco De Lucia, Al Di Meola, John Mc Laughlin & Paco De Lucia

25. - 29. Juli 2022: Al Di Meola, John McLaughlin & Paco De Lucia - "Saturday Night in San Francisco"

Album-Cover: "Saturday Night in San Francisco" von Al Di Meola, John Mc Laughlin & Paco De Lucia, Al Di Meola, John Mc Laughlin & Paco De Lucia

Als sich die drei Gitarristen Al Di Meola, John McLaughlin und Paco De Lucia an einem Freitag im Dezember 1980 im Warfield Theatre in San Francisco auf der Bühne trafen, war noch keinem der Beteiligten klar, dass der Konzertmitschnitt später zu einem der erfolgreichsten Instrumental-Alben überhaupt werden sollte. Es war der besondere Mix aus Jazz, Fusion, Flamenco und Latin, der das Publikum packte.

Vier Jahrzehnte später folgt jetzt die überraschende Fortsetzung, denn kürzlich sind die Original-Bänder vom Samstags-Konzert am selben Ort aufgetaucht. "Saturday Night in San Francisco" ist jetzt erschienen und demonstriert noch einmal eindrucksvoll, was mit lediglich drei Akustikgitarren auf einer großen Bühne alles möglich ist.

Ein Musiktipp von Jörg Heyd.

CD-Angaben:
Al Di Meola, John Mc Laughlin & Paco De Lucia
"Saturday Night in San Franciso"
Label: earMusic

Gespielte Titel:
Dienstag: Splendido Sundance
Mittwoch: Meeting the Spirits
Donnerstag: El Pañuelo
Freitag: Orpheo Negro

18. - 22. Juli 2022: Max Pope – Counting Sheep

Album:  "Counting Sheep" von Max Pope

Für den jungen Briten Max Pope stand vor ein paar Jahren das Leben kurz vor einer richtigen Pop-Karriere. Geplant von Musikmanagern, die aus ihm den neuen Ed Sheeran machen wollten. Kurz vor knapp entschied er sich dagegen. Kündigte die Verträge. Schmiss hin.

So viel Schneid muss man erstmal haben, wenn man als junger Musiker Karriere machen will. Doch wir finden, genau das hat sich gelohnt. Pope ließ die Musik erstmal tatsächlich links liegen und jobbte als Gärtner. Und langsam kam die Musik zu ihm zurück. Jetzt hat er ein Album geschrieben, hinter dem er stehen kann. Ohne Einflüsse von außen. Es heißt "Counting Sheep" und ist unser Album der Woche. Es klingt sommerlich leicht, wie die ersehnte frische Brise an so heißen Tagen.

CD-Angaben:
Max Pope
Album: "Counting Sheep"
Label: Virgin

Gespielte Titel:
Montag: Counting Sheep
Dienstag: Better Late Than Never
Mittwoch: Not Doing What I Was told
Donnerstag: No Love (Mr Shady)
Freitag: Will you ever be as good as you think you are

11. - 15. Juli 2022: 2022: Regina Spektor - Home, Before and after

CD-Cover "Home, Before and after" von Regina Spektor.

Nach sechs Jahren Pause hat die New Yorker Musikerin Regina Spektor ihr achtes Studioalbum veröffentlicht. Ihr bisher einsamstes Album, wie sie selbst sagt. Aufgenommen hat sie es allein in einer Kirche im Bundesstaat New York. Dann schickte sie die Audiofiles nach Kalifornien, wo ihr Produzent alles zu einem Ganzen zusammenfügte.

Ihre kunstvollen, lyrischen Klavierballaden treffen diesmal auf großen Orchestersound. So klingt die neue Platte weniger verschroben und eigen, wie man es sonst von ihr gewöhnt war. Dafür gibt es mehr Pathos und Schwelgerei. Sie singt von Einsamkeit, Liebe und der Sehnsucht nach einem zu Hause: besinnlich, heiter, und nachdenklich zugleich.

Ein Musiktipp von Ulrike Kukula.

CD-Angaben:
Regina Spektor
Home, Before and after
LC 00392 Warner

Gespielte Titel:
Montag: One man´s prayer
Di: Raindrops
Mi: Sugarman
Do: Becoming all alone
Fr: Loveology

Albumcover: "Found Ligth" Laura Veirs

04. - 08. Juli 2022: 2022: Laura Veirs - Found Light

Das zwölfte Album von Laura Veirs markiert einen Neustart in der Karriere der Sängerin und Songschreiberin aus Portland, Oregon.

Nach dem Ende einer 20-jährigen Arbeits- und Liebesbeziehung mit ihrem Produzenten und Ehemann, erlebte Veirs eine Phase der Selbstzweifel und Unsicherheit, die glücklicherweise zur Entdeckung neuer und Wiederentdeckung bereits bestehender Fähigkeiten führte. Am Ende ging sie mit gestärktem Selbstbewusstsein aus der Krise und begann die Arbeit an einem neuen Album.

"Found Light" ist eine Sammlung von leisen und nachdenklichen Songs geworden, fein instrumentiert mit gelegentlichen Einsätzen von Harfe, Saxophon, Streichern und dezentem Schlagzeug. Darüber erklingen Laura Veirs klare Stimme und ihr Gitarrenspiel, die ein perfektes Vehikel für ihre genau beobachteten emotionalen Texte sind.

Berauscht von ihrer neugewonnen künstlerischen Freiheit ist Veirs ein luftig klingendes und gleichzeitig tiefsinniges Indiefolk-Album gelungen.

Ein Musiktipp von Sebastian von Haugwitz

CD-Angaben:
Label: Bella Union
Bestellnr: BELLA1299CD

Gespielte Titel:
Montag: Autumn Song
Dienstag: Ring Song
Mittwoch: Naked Hymn
Donnerstag: Signal
Freitag: Time will show you

27. Juni - 01. Juli 2022: Ina Forsman – All there is

Ina Forsman

Mit unserem Album der Woche treffen wir ganz sicher den Nerv aller Freundinnen und Freunde des Soul der 60er Jahre. Es kommt von der in Berlin lebenden finnischen Sängerin Ina Forsman. Sie ist 28 und legt mit "All there is" ihr drittes Album vor.

Doch diesmal hat Forsman alle Songs selbst geschrieben. Für was doch der ein oder andere Lockdown gut gewesen sein kann. Sie lernte dafür sogar Klavierspielen, um die Arrangements für die Streicher und Bläser umzusetzen – und das ist ihr ziemlich gut gelungen. Man hört deutlich ihre Vorbilder wie Aretha Franklin, Shirley Bessy oder Dusty Springfield, die mit ihren Stimmen den Soul er 60er und 70er geprägt haben. "All there is" von Ina Forsman ist eine wunderbare Hommage an diese Zeit und ein schöner Begleiter durch den Sommer.

Ein Musiktipp von Julia Spyker

CD-Angaben:
Label: Jazzhaus Records
VÖ: 24.06.2022

Gespielte Titel:
Montag: April Song
Dienstag: Don't lose today
Mittwoch: All there is
Donnerstag: Raw Honey
Freitag: Love Me

CD-Cover "Garden of Opinions" der Berliner Band Footprint Project.

20. Juni - 24. Juni 2022: Footprint Project - Garden of Opinions

Angefangen hatte alles vor acht Jahren in Potsdam und als Sextett. Mittlerweile ist die Band "Footprint Project“ zum Tentett angewachsen – und schon die Besetzung lässt die Musikrichtung erahnen. Die Berliner Band besteht aus drei Bläsern sowie Gitarre, Klavier, Bass Schlagzeug, Beatboxing und Gesang. So vielfältig die Besetzung ist, so offen ist man auch, wenn es um die Genrefrage geht. Denn jedes Bandmitglied bringt seinen Geschmack und seine Ideen ein, und was man auf dem neuen Album "Garden of Opinions“ hört, ist eine frische Mischung aus Jazz, Soul, Reggea, Hip Hop und Afro Beat. Der kleinste gemeinsame Nenner ist also der energetische Groove, so dass die 12 neuen Songs vom „Footprint Project“ nicht nur zum Hören, sondern auch zum Tanzen einladen.

Ein Musiktipp von Jörg Heyd.

Gespielte Titel:
Montag: Shadows
Dienstag: Restless Ballet
Mittwoch: Garden Of Opinion
Donnerstag: Did I Get You Right
Freitag: Window

Die Berliner Band Footprint Project.
Albumcover von Jazzrausch Bigband “Emergenz”

13. Juni - 17. Juni 2022: Jazzrausch Bigband - Emergenz

Jedes Album der Münchener Formation Jazzrausch Bigband steht unter einem anderen Motto, soundtechnisch hingegen gibt es eine Konstante: die 22 Musiker bringen Jazz und Techno zusammen und schaffen daraus ein energiegeladenes und gleichzeitig inhaltlich gehaltvolles Gemisch, das besonders live auf der Bühne eine besondere Faszination entwickelt.

Das aktuelle Programm und die dazugehörige Platte der Jazzrausch Bigband heißt „Emergenz“. Der Begriff aus der neueren Philosophie und den Naturwissenschaften beschreibt die Entstehung neuer Charakteristiken durch das Zusammenspiel bereits bestehender Elemente innerhalb eines Systems.
Bezogen auf die Musik bedeutet das die Weiterentwicklung und Ausarbeitung des ohnehin schon vielschichtigen Bandsounds mit Einflüssen aus Drum’n’Bass, Minimal Music und spoken word poetry. Ein von orchestralem Bläsersound getragenes Spektakel zwischen nervös-fiebrigen Instrumentalstücken und kunstvoll vertonter Lyrik.

Ein Musiktipp von Sebastian von Haugwitz

Foto der Jazzrausch Bigband

CD-Angaben:
Jazzrausch Bigband - Emergenz
Label: ATC

Gespielte Titel:
Montag: Go! Go! Go!
Dienstag: Five Dice
Mittwoch: As Darkness Fell
Freitag: Autopoiesis

07. Juni - 10. Juni 2022: Andre Bird - Inside Problems

CD-Cover: "Inside Problems" von Andrew Bird

Keiner leidet so schön an der Welt wie er: Andrew Bird besingt auf seinem neuen Album die Dämonen, die ihn in seinen schlaflosen Nächten umtreiben. Seine Songs leben von ihren unterschiedlichen Klangfarben und Stilen. In eine Schublade vermag er stilistisch nicht zu passen.

Und wie man es von ihm kennt, packt er sein ganzes Instrumentarium aus: Geige, Gitarre, Mandoline und Glockenspiel. Zudem macht er einmal mehr seinem Namen alle Ehre: kaum einer kann so virtuos pfeifen wie er. 12 Songs zwischen Pop, Folk und Jazz – mal mit großem Pathos, mal wild, mal filigran zurückgenommen und auf jeden Fall: abwechslungsreich und hörenswert.

CD-Angaben:
Inside Problems
Andre Bird
Loma Vista Recordings/ Concord – LC 51360

Gespielte Titel:
Dienstag gespielt: Make a picture

30. Mai - 03. Juni 2022: Sebastian Studnitzky - Nocturnal

Sebastian Studnitzkys Album "Nocturnal"

Sebastian Studnitzky ist Trompeter und Pianist, betreibt ein Plattenlabel und hat in Berlin ein großes Musikfestival ins Leben gerufen. Für seine neue CD "Nocturnal" hat er seine ohnehin ausgefüllten Arbeitstage deutlich verlängert und die Nacht zum Tag gemacht. Denn alle elf Stücke seines neuen Albums sind spät abends entstanden, wurden in der Dunkelheit komponiert und produziert, übrigens zum großen Teil von ihm im Alleingang. Dabei herausgekommen ist ein entschleunigter Soundtrack, den Studnitzky selbst als "Solo-Selbstbeobachtungen" bezeichnet. Eine Musik, die stets im Fluss ist und von Melancholie und Minimalismus lebt.

Ein Musiktipp von Jörg Heyd

CD-Angaben:
Sebastian Studnitzky - Nocturnal
Label: XJAZZ Music

Gespielte Titel:
Montag: Lucine
Dienstag: Raz
Mittwoch: Breathe
Donnerstag: Mia
Freitag: Aria

Albumcover: "S.H.A.M.A.N.E.S" von Anne Paceo

23. Mai - 27. Mai 2022: Anne Paceo -  S.H.A.M.A.N.E.S

Unser Album der Woche kommt von der ziemlich spannenden französischen Musikerin Anne Paceo. Sie ist Schlagzeugerin, komponiert und singt. Ihr siebtes Studioalbum „S.H.A.M.A.N.E.S.“ ist ein Konzeptalbum geprägt von der schamanischen Kultur und gleichzeitig ein höchst interessanter Grenzgang zwischen Jazz, Folk, Singer-Songwriter und Global-Pop.

Aufgewachsen ist Paceo an der Elfenbeinküste, dort wurde sie von den Rhythmen der Schlagzeuger beeinflusst, die im Haus nebenan ihre Bandproben hatten. Und nicht nur das, schon von klein auf war sie von den unterschiedlichen kulturellen Traditionen und den dazugehörigen Ritualen fasziniert. Genau das setzt sie nun in ihrem neuen Album „S.H.A.M.A.N.E.S" um. Inspiriert von schamanischen Musik- und Gesangspraktiken geht es von Exorzismus-Ritualen aus Bali und Voodoo-Zeremonien aus Haiti über Weissagungslieder aus Sibirien bis hin zu Besitzritualen der brasilianischen Candombe. So hat jeder Song etwas Beschwörendes. Definitiv ein Album zum Ruhe finden und Tagträumen. 

Ein Musiktipp von Julia Spyker

CD-Angaben:
Anne Paceo -  S.H.A.M.A.N.E.S
Label: Drumzzz
VÖ: 20.05.2022

Gespielte Titel:
Montag: Reste en Oiseau
Dienstag: From The Stars
Mittwoch: Piel
Freitag: Healing

16. Mai - 20. Mai 2022: Kevin Morby - “This Is A Photograph

Portrait Kevin Morby

Es mag Zufall sein, dass das neue Album von Kevin Morby an einem Freitag, den 13. erschienen ist. Hört man aber die Songs des amerikanischen Singer/Songwriters auf „This Is A Photograph“ und kennt deren Hintergrund, passt das Datum sehr gut.

CD-Cover: “This Is A Photograph” von Kevin Morby

Im Januar 2020 brach Morbys Vater vor dessen Augen zusammen und musste ins Krankenhaus. Während der folgenden Stunden im Familienkreis blätterte Morby durch ein Fotoalbum. Ein Bild, das seinen Vater in jungen Jahren in stolzer Pose mit nacktem Oberkörper und voller Leben zeigt, ließ ihn über Zeit und Vergänglichkeit nachdenken. Während sein Vater sich erholte, steuerte die Welt in die beängstigende Ungewissheit einer Pandemie. Dieses Wechselbad aus Angst und Sorge aber auch aus ungeahnter Belastbarkeit und letztlich Oberhand gewinnender Hoffnung, inspirierten Morby zu den schwermütigen und gleichzeitig tröstlichen zehn Songs auf „This Is A Photograph“.

Ein Musiktipp von Sebastian von Haugwitz.

CD-Angaben:
Kevin Morby
“This Is A Photograph”
Dead Oceans
- DOC316

Gespielte Titel:
Montag: This is a photograph
Dienstag: Stop Before I Cry
Mittwoch: Bittersweet, TN
Donnerstag: Disappearing
Freitag: Five Easy Pieces

09. Mai - 13. Mai 2022: Meschiya Lake - "Lookin the world over"

CD-Cover: "Looking the world over" von Meschiya Lake

Eigentlich war sie nur auf der Durchreise – doch ein Aufenthalt in New Orleans wurde ihr zum Verhängnis: Meschiya Lake verliebte sich in die Stadt, die Menschen und vor allem in die Musik, die dort an jeder Straßenecke gespielt wurde. Sie blieb dort und wurde eine der prominentesten Sängerinnen der Stadt am Mississippi. Und nun? Macht Meschiya Lake überzeugenden New Orleans Jazz, Dixie und Swing, als hätte sie nie etwas anderes getan.

Die Band Meschiya Lake

Ihr neues Album hat sie mit einer international besetzten Band in Berlin aufgenommen - zum ersten Mal war sie nicht nur als Sängerin sondern auch als Produzentin beteiligt.  Dem Sound ihrer Wahlheimat bleibt sie treu: neben alten Klassikern interpretiert sie auch neue, eigene Songs – musikalisch angesiedelt zwischen Western Swing, Rocksteady und traditionellem New-Orleans-Jazz.

Ein Musiktipp von Ulrike Kukula.

CD-Angaben:
Meschiya Lake
Lookin the world over
Sungroove Records – LC 30288

Gespielte Titel:
Montag: I got it bad
Dienstag: My sweet little girl from New Orleans
Mittwoch: Enjoy yourself
Donnerstag: Lookin the world over
Freitag: Right or wrong

02. Mai - 06. Mai 2022: Michel Legrand - Hier & Demain

Michel Legrand, Komponist

Zu wie vielen Filmen Michel Legrand den Soundtrack beigesteuert hat, lässt sich nur schwer schätzen, zu lange war er als Filmmusik-Komponist aktiv. Seine Kariere begann in den 1950er Jahren und endete erst mit seinem Tod im Januar 2019. Er war aber nicht nur in diesem Metier erfolgreich, sondern auch als Pianist und als Sänger.

Auch wenn sein musikalischer Horizont fast grenzenlos schien, war es immer wieder der Jazz, der die Basis seines Schaffens bildete. Ende Februar hätte Legrand seinen 90. Geburtstag gefeiert, und mit leichter Verspätung ist jetzt die sehr umfangreiche Box "Hier & Demain“ zu Ehren des Franzosen erschienen: auf insgesamt fünf CDs hat Stephane Lerouge, Musikexperte und langjähriger Freund Legrands, bekannte und unbekannte Songs zusammengestellt: Gesungen und gespielt von Michel Legrand selbst und von einer ganzen Reihe an internationalen Gästen.  

Ein Musiktipp von Jörg Heyd.

CD-Box-Cover: Michel Legrand -  "Hier & Demain"

CD-Angaben :
Interpret: Michel Legrand
Album: Hier & Demain
Label: Decca Records (LC 00171)

Gespielte Titel:
Montag: Michel Legrand: Elle a… Elle a pas…
Dienstag: Anne Germain & Claude Parent: Les Demoiselles de Rochefort
Mittwoch: Thomas Dutronc: Alcatraz
Donnerstag: Camille Bertault: La femme coupée en morceaux
Freitag: Michel Legrand: Trombone, Guitare et Compagnie

Album der Woche 25.04.22 – 29.04.22

Album-Cover von Father John Misty "Chloë and the Next 20th Century"

Eigentlich dachte man 2018, dass man von ihm nichts mehr hören würde. Von Father John Misty, denn Joshua Tillman schien nun endlich die Schnauze voll vom Musik- und Medienzirkus zu haben. Er unterbrach Konzerte, beschimpfte sein Publikum und zog sich schließlich zurück. Tja, und nun ist er zurück mit einem Album das einfach ganz anders ist. Voll Nostalgie und Rückblick in vergangene Musikjahrzehnte. Es heißt "Chloë and the Next 20th Century" und ist unser Album der Woche.

Das Album überrascht ab Titel 1 – einer Nummer, die aus einem Musical der 1920er Jahre stammen könnte. Doch dabei bleibt es nicht – Father John Misty schlägt einen musikalischen Haken nach dem anderen. Sixties-Folk, Bossa, ein bisschen Great American Songbook. Gut, dass er doch wieder Lust aufs Musikmachen hatte.

Ein Musiktipp von Julia Spyker

Gespielte Titel:
Montag: Chloë
Dienstag: (Everything But) Her Love
Mittwoch: We could be strangers 
Donnerstag: Olvidado
Freitag: Funny Girl

Albumangaben:
Album: Chloë and the Next 20th Century
Interpret: Father John Misty
Label: Pias/Bella Union 

19. April - 22. April 2022

Album-Cover: Eugen & Roger Cicero - Soundtrack "Cicero – zwei Leben, eine Bühne"

Vor sechs Jahren starb überraschend der Jazz- und Popsänger Roger Cicero im Alter von nur 45 Jahren. Dem Sohn des ebenfalls früh verstorbenen Jazzpianisten Eugen Cicero gelang es Mitte der Nullerjahre Big-Band-Swing mit klever-amüsanten deutschsprachigen Texten in den deutschen Charts zu platzieren und mit dieser aparten Mischung Deutschland beim Eurovision Song Contest 2007 zu vertreten.

Über Sohn und Vater Cicero ist jetzt ein Dokumentarfilm in den Kinos erschienen, der die Karrieren der beiden Musiker nachzeichnet. Da gibt es viele Parallelen in den musikalischen Werdegängen. Beide waren auf ihre Weise Grenzgänger: Eugen kombinierte Klassik und Jazz, während Roger Pop und Schlager in Jazz übersetzte.

Eugen Cicero als junger Mann, daneben der junge Sohn Roger Cicero.

Der Soundtrack zum Film "Cicero – zwei Leben, eine Bühne" enthält neben bekannten Songs auch unveröffentlichte Aufnahmen, die die Vielseitigkeit der Ciceros zeigt.

Ein Musiktipp von Sebastian von Haugwitz.

Gespielte Titel:
Dienstag: Roger Cicero - Zieh’ die Schuh’ aus
Mittwoch: Roger Cicero - No moon at all
Donnerstag: Eugen Cicero - Badinerie
Freitag: Roger Cicero - Have a talk with god

Album-Angaben:
Eugen & Roger Cicero
Soundtrack "Cicero – zwei Leben, eine Bühne"
Label: IN + OUT Records
Bestellnr: IOR CD 77148-2

11. April - 14. April 2022

CD-Cover: Jackob Wundrack - "With Me In Here"

Eigentlich wollte Jakob Wundrack sein erstes Album mit einer Band aufnehmen. Da das im ersten Jahr der Pandemie nahezu unmöglich war, entschied sich der Berliner Sänger und Songschreiber, seine selbstgeschriebenen Songs in Eigenregie zu produzieren. "Wie so viele hatte auch ich plötzlich ein sehr anderes Leben und habe die Zeit dafür verwendet, die Songs auszuarbeiten und aufzunehmen." Wie praktisch, dass der 25-jährige Wundrack Gesang, Klavier, Gitarre und Bass seit Schulzeiten beherrscht und nach dem Abitur Tonmeister studierte.

Jackob Wundrack

So entstand, teils in seiner Wohnung, teils im Studio, das Album "With Me In Here". Genau so vielfältig wie seine musikalischen Begabungen ist auch sein Erstlingswerk geworden: in überraschend wendungsreichen Songs mit sympathischem Pop-Appeal bedient er sich dezent bei Funk, Soul und Rock. Dazu erzählt er persönliche Geschichten oder lässt seine Gedanken zu Themen wie Unsicherheit, Egoismus und individueller Verantwortung schweifen – nachdenklich aber angenehm unverkrampft.

Ein Musiktipp von Sebastian von Haugwitz.

Album-Angaben:
"With Me In Here"
Jakob Wundrack
Label: Traumton Records
Bestellnr: Traumton 4700

Gespielte Titel:
Montag: With Me In Here
Dienstag: Weak Smile
Mittwoch: Who Knows
Donnerstag: Lobby

04. April - 08. April 2022

Album-Cover: "Chabem" von Chano Domínguez/Rubem Dantas/Hamilton de Holanda

Vor dreißig Jahren hat Chano Domínguez einen neuen Weg eingeschlagen: damals er hat für sich entdeckt, dass es zwischen dem spanischen Flamenco und dem amerikanischen Jazz ganz schön viele Verbindungslinien gibt. Und wo es bis dato noch keine Verbindung gab, hat der Pianist aus Andalusien sie einfach geschaffen.

An diesem Konzept, der Durchmischung von tänzerischen Temperament einerseits und der Energie der Improvisation andererseits, hält Chano Domínguez bis heute fest, entwickelt es stetig weiter. So auch auf seiner neuen CD "Chabem", wo er mit den beiden brasilianischen Musikern Hamilton de Holanda (Mandoline) und Rubem Dantas (Percussion) seiner Musik noch einmal ganz neue lateinamerikanische Akzente verleiht.

Ein Musiktipp von Jörg Heyd.

CD-Angaben:
Chano Domínguez/Rubem Dantas/Hamilton de Holanda
"Chabem"
Erschienen bei Altafonte

Gespielte Titel:
Montag: Afro Flamenco
Dienstag: Olha Maria
Mittwoch: Carinhoso
Donnerstag: Para Chick
Freitag: Chumbulum

28. März - 01. April 2022

Albumcover "Mo Vi Mento" von LUAH

Der Frühling macht sich unaufhaltsam bemerkbar und Dank der Uhrumstellung bleibt es auch wieder länger hell und alles erscheint wieder etwas freundlicher und leichter. Den passenden Soundtrack dazu bietet unser Album der Woche. Es heißt "Mo Vi Mento" und kommt von dem Kölner Vokaltrio "LUAH".

Dahinter verbergen sich Elsa Johanna Mohr, Lena-Larissa Senge und Ula Martyn-Ellis. Die drei kreieren einen wunderbar leichten und pudrigen Sound. Zwischen Folk, Jazz und Bossa Nova. Hier träumen die drei zwar auf Englisch – aber auch das samtige Portugiesisch kommt auf dem Album „Mo Vi Mento“ zum Einsatz. Das Portugiesische kommt von Mohrs einjährigem Aufenthalt in Brasilien. Die Düsseldorferin hat aber nicht nur die Sprache aufgesogen, sondern auch die afrobrasilianischen Rhythmen und den Bossa Nova, wenn sie auf portugiesisch singt, erinnert das sofort an die großartige Astrud Gilberto. Schönster Bossa Nova vom Rhein also.

Ein Musiktipp von Julia Spyker

CD-Angaben:
Interpret: LUAH
Album: Mo Vi Mento
Label: Ladies & Ladys

Gespielte Titel:
Montag: Deeply Blue
Dienstag: Agua Pelas Raizes
Mittwoch: 2 Wolves
Donnerstag: Hippocampus Blues
Freitag: Selfmade Expectations

Die Band Maridalen

21. März - 25. März 2022

CD-Cover: "Bortenfor" von Maridalen

Nördlich von Oslo, direkt am Maridalsvannet-See, der die Stadt mit Trinkwasser versorgt, liegt das Tal Maridalen. Neben einer Handvoll Häuser und einer pittoresken Holzkirche aus dem 19. Jahrhundert gibt es dort vor allem Wälder, Seen und Äcker. Die friedliche Atmosphäre der Natur inspirierte Saxophonist Anders Hefre, Trompeter Jonas Kilmork Vemøy und Kontrabassist Andreas Rødland zu einem Album mit nordisch-minimalistischen Kompositionen zwischen Kammermusik, Jazz und Folklore, das sie in der Holzkirche in Maridalen einspielten.

"Die Kirche mitten im Tal ist ein Teil unserer Identität geworden." sagt Trompeter Vemoy und so hat das Trio Maridalen auch sein zweites Album "Bortenfor" dort aufgenommen.Auf einigen Stücken ergänzen diesmal Klavier und Pedal-Steel-Gitarre die schlagzeugfreie Besetzung, geblieben ist die schlichte Eleganz der melodiebetonten Kompositionen und der warme und natürliche Klang.

Ein Musiktipp von Sebastian von Haugwitz.

CD-Angaben:
Interpret: Maridalen
Album: Bortenfor
Label: Jazzland Recordings
Bestellnr: 377 945 0

Gespielte Titel:
Montag: Portrommet
Dienstag: Danse du soir
Mittwoch: Sandermosen
Donnerstag: På nye eventyr
Freitag: Der hvor vi ikke kunne gå

14. März - 18. März 2022

Stromae: "Multitude" - Der Sänger im schwarzen Talar in fünfacher Ausführung im Kreis stehend, Blick gen Himmel

Für seine letzten beiden Alben wurde er international gefeiert – doch dann verschwand er von der Bildfläche. Der belgische Musiker Stromae zog sich nach einem Burn-Out vor rund sieben Jahren komplett aus der Öffentlichkeit zurück. Er litt unter Angstzuständen und Panikattacken.

Auf seinem neuen Album verarbeitet er seine Gemütszustände der letzten Jahre. Er singt über Depressionen und Selbstmordgedanken. Aber auch über gute Tage im Leben oder darüber, wie sein Sohn sein Leben verändert hat. Ein Lied widmet er Menschen, die sonst eher selten wahrgenommen werden – Reinigungskräfte oder Bäcker zum Beispiel. Auch musikalisch ist er vielseitig: Elektropop trifft auf Rhythmen aus Brasilien und Ruanda, auf chinesische Flöten und Hip-Hop-Elemente.

Ein Musiktipp von Ulrike Kukula.

CD-Angaben:
Multitude
Stromae
Polydor – LC 00309

Gespielte Titel:
Montag: Riez
Dienstag: Mon Amour
Mittwoch: La solassitude
Donnerstag: Pas vraiment
Freitag: Mauvaise journée

07. März 2022 - 11. März 2022

Albumcover "Wanderlust" von Jacob Karlzon: Die Illustration eines Kopfes auf weißem Hintergrund

Der schwedische Pianist Jacob Karlzon begibt sich auf seinem neuen Album „Wanderlust“ auf eine musikalische Entdeckungsreise. Sein Klaviertrio steht dabei zwar im Zentrum, doch zusammen mit einigen Gastmusikern sowie einem kleinen Streichorchester verlässt Karlzon immer wieder die breiten Wege und begibt sich auf einigen der insgesamt zwölf Kompositionen auch mal auf kleinere Pfade. Wie kaum ein anderer Jazzpianist beherrscht Jacob Karlzon den Balanceakt zwischen Einfachheit und Komplexität. Zu seinem Markenzeichen wurden die klaren und eindringlichen Melodien. Damit und mit einem weiten dynamischen Spektrum öffnet er immer seiner Zuhörerschaft wieder ganz neue (Klang-) Räume.

Ein Musiktipp von Jörg Heyd

CD-Angaben:
Interpret: Jacob Karlzon
Album: "Wanderlust"
Label: Warner Music

Gespielte Titel:
Montag: Down to Earth
Dienstag: Brave Souls
Mittwoch: Art of Resistance
Donnerstag: Steps & Stages
Freitag: Nordic Noir

28. Februar - 04. März 2022: Somi - "Zenzile: The Reimagination of Miriam Makeba"

Albumcover: Somi "Zenzile: The Reimagination of Miriam Makeba"

Diese Woche wäre die afrikanische Sängerin Miriam Makeba 90 geworden. Als Hommage an die große Sängerin und Aktivistin Miriam Makeba veröffentlich Somi Kokoma ihr neues Album: „Zenzile: The Reimagination of Miriam Makeba.

Somi Kokoma ist eine amerikanische Sängerin mit ostafrikanischen Wurzeln. Ihre Eltern stammen aus Uganda und Ruanda. Geboren wurde Somi zwar in den USA, einen Teil ihrer Kindheit verbrachte sie allerdings in Sambia, als ihr Vater dort eine Stelle antrat.
Mittlerweile lebt Somi wieder in New York City und veröffentlicht von dort aus Musik, unter anderem mit afrikanischen Einflüssen und politischem Anspruch. Durch ihren Lebensweg fühlt sie sich schon immer der Sängerin Miriam Makeba verbunden, die nicht nur Sängerin war, sondern auch Aktivistin gegen die damalige Apartheid Südafrikas. Aus diesem Grund widmet Somi ihr aktuelles Album der großen Sängerin – unser Album der Woche. Auf dem Album sind Songs von Makeba und Songs, die sie oft gesungen. Alle in einer Neuinterpretation, aber stets so, dass sie stets erkennbar bleiben. Ein abwechslungsreiches Album, auf dem Jazz und Worldmusic, Soul und Afrobeat perfekt zusammen finden.

Ein Musiktipp von Julia Spyker

CD-Angaben
Interpret: Somi
Album: "
Zenzile: The Reimagination Of Miriam Makeba"
Label:
Salon Afrikana

Gespielte Titel:
Montag: „House of the Rising Sun
Dienstag: „Ring bell, Ring bell“
Mittwoch: Lakutshon'ilanga
Donnerstag: Malaika
Freitag: Love Tastes Like Strawberries (feat. Gregory Porter)

Weißes Album Cover mit lilanem Emblem.

21. Februar - 25. Februar 2022: Julio Resende - "Fado Jaz"

Klassik, Jazz, Pop, Rock, Filmmusik – der portugiesische Pianist und Komponist Julio Resende ist musikalisch breit aufgestellt. 2013 veröffentlichte er ein Soloalbum zu Ehren der legendären Fadista Amalia Rodrigues, auf dem er traditionelle Fado-Lieder mit Jazz kombinierte und damit einen internationalen Erfolg landete.
Diese Fusion liegt auch seinem neuen Album „Fado Jazz“ zu Grunde, das er in Quartettbesetzung aufgenommen hat. Resende geht respektvoll mit der Kulturmusik seiner Heimat um, zeigt dabei gleichzeitig, dass der Fado lebt – und zum Leben gehört Weiterentwicklung und Bewegung. Die meisten Stücke auf „Fado Jazz“ sind Eigenkompositionen Resendes, in denen er nicht nur die Melancholie des Fado mit Stilmitteln des Jazz erforscht, sondern auch die unbeschwerte Seite der Musik aufzeigt.

Ein Musiktipp von Sebastian von Haugwitz

Nahaufnahme von Julio Resende

CD-Angaben:
Interpret: Julio Resende
Album: "Fado Jazz"
Label: ACT Music + Vision

Gespielte Titel:
Montag: Vira Mais Cinco (Para o Zeca)
Dienstag: Fado Das 7 Cotovias
Mittwoch: Este Piano Nao Te Esquece
Donnerstag: Tiro No Escuro
Freitag: Fado Maior Improvisado

Ein gelber gemalter Vogel sitzt mit einem Zweig in seinem Schnabel auf einem Ast vor einer blauen Wand.

14. Februar - 18. Februar 2022: Punch Brothers - "Hell On Church Street"

Ihre musikalische Heimat ist der Bluegrass – Inbegriff Ur-Amerikanischer Volksmusik. Die Punch Brothers aus New York bleiben sogar der klassischen akustischen Besetzung treu: Banjo, Fiddel, Mandoline, Gitarre und Bass. Dennoch kann man sie schwer als Traditionalisten bezeichnen: sie gelten als virtuose Avantgarde der Szene. Auf höchstem technischen Niveau spielen sie Pop, Folk, Indie-Rock und sogar klassische Musik.
Hell on Church Street“ ist eine Hommage an das Album „Church Street Blues“ des verstorbenen Bluegrass-Virtuosen Tony Rice aus dem Jahr 1983. Auch er coverte darauf die Songs anderer – z.B. von Bob Dylan, Gordon Lightfoot und Bill Monroe. Einmal mehr zeigen die Punch Brothers mit viel Spielfreude, wie ideenreich und virtuos Bluegrass heute klingen kann.

Ein Musiktipp von Ulrike Kukula

Bandfoto der Musikgruppe Punch Brothers mit ihren Instrumenten vor einem Haus.

CD-Angaben:
Interpreten: Punch Brothers
Album: "Hell On Church Street"
Label: Nonesuch – LC 00286

Gespielte Titel:
Montag: Church Street Blues
Dienstag: Pride of man
Mittwoch: Wreck of the Edmund Fitzgerald
Donnerstag: Orphan Annie
Freitag: One more night

Albumcover von "Good Time Music" von Steven Bernstein's Millenial Territory Orchestra feat. Catherine Russell

7. Februar - 11. Februar 2022: Steven Bernstein's Millenial Territory Orchestra feat. Catherine Russell - "Good Time Music"

Steven Bernstein mangelt es weder an Talenten noch an Ideen, es ist allenfalls der Faktor Zeit, der ihn manchmal ausbremst. Bernstein ist Komponist und Arrangeur vieler bekannter Jazz- und Popmusiker und er ist einer der wenigen Musiker, die die Zugtrompete beherrschen. Darüber hinaus unterhält Bernstein fünf eigene Bandprojekte, eines davon ist das „Millenial Territory Orchestra“: eine neunköpfige Blaskappelle, die sich nach Lust und Laune mit auserwählten Songs der letzten 100 Jahren auseinandersetzt. „Good Time Music“ heißt die neue Platte von Bernsteins Band, eine Gemeinschaftsproduktion mit der amerikanischen Sängerin Catherine Russell. Das Werk beinhaltet zwar nur sechs Titel, die reichen aber für eine respektvolle Verneigung vor der Musik aus New Orleans, die Bernstein mit Einflüssen aus Jazz, Funk und Soul geschmackvoll garniert, völlig aus.

Ein Musiktipp von Jörg Heyd

CD-Angaben:
Interpret:
Steven Bernstein's Millenial Territory Orchestra feat. Catherine Russell
Album:
"Good Time Music"
Label: Royal Potato Family

Gespielte Titel:
Montag: River’s Invitation
Dienstag: Yes We Can
Mittwoch: Good Old Wagon
Donnerstag: Careless Love
Freitag: Come On

Cover des Albums "Artifacts" von Beirut

31. Januar - 4. Februar 2022: Beirut - "Artifacts"

Unser Album der Woche kommt von der Band Beirut. Es ist ein ganz besonderes Album. Denn Zach Condon, der Kopf von Beirut, wollte zunächst alte Aufnahmen wieder aufgreifen und ein einfaches RE-Issue-Projekt veröffentlichen.
Doch beim Stöbern in den alten Aufnahmen, kramte er sich so tief in seine musikalische Vergangenheit, zu den Titeln, die er nie veröffentlich hatte. Condon begann sie zu remixen und remastern. Und heraus kam "Artifacts" - ein Album mit sage und schreibe 26 Songs, die die Entwicklung von den ersten musikalischen Versuchen mit 16 Jahren bis heute erzählen. Zu jedem Titel hat Condon einen kleinen Text verfasst. Woher das Stück kommt, in welcher Phase er es komponiert hat. So wird man beim Durchhören von "Artifacts" Zeuge, wie der unverkennbare Sound von Beirut nach und nach entstanden ist. Ein Sound aus außergewöhnlichen Klangerzeugern, wie Muschelschalen, einem präparierten Klavier, einer Ukulele da, ein Mix aus Balkan Brass mit einem Hauch mexikanischer Mariachi.

Ein Musiktipp von Julia Spyker

CD-Angaben:
Interpret: Beirut
Album: Artifacts
Label: Pompeii Records

Gespielte Titel:
Montag: Fisher Island Sound
Dienstag: Autumn Tall Tales
Mittwoch: Tansatlantique
Donnerstag: So Slow
Freitag: So Slowly

Auf dem Albumcover sind drei Apfelgriebe otpisch in die Länge gezogen.

24. Januar - 28. Januar 2022: Fazer - "Plex"

Mit Kategorien und Schubladen tut sich das Münchener Jazzquintett Fazer schwer. Schon die Besetzung ohne Klavier dafür mit zwei Schlagzeugen ist ungewöhnlich. Dazu kommt ein breites Soundspektrum mit Einflüssen aus verschiedenen Genres, das die Musik von Fazer nicht einfach einordnen lässt. Die zwei Schlagzeuger Simon Popp und Sebastian Wolfgruber sorgen für afro- und latininspirierte Polyrhythmik, während das harmonische Zusammenspiel und die solistischen Passagen von Gitarrist Paul Brändle und Trompeter Matthias Lindermayr Verbindungen zwischen Indiepop und Jazz schaffen.
Mit “Plex“ haben Fazer jetzt ihr drittes Album veröffentlicht. Wie auf den beiden Vorgängern ist den fünf Musikern auch hier wieder der Spagat zwischen Komplexität und Zugänglichkeit gelungen.

Ein Musiktipp von Sebastian von Haugwitz

Die Mitglieder von Fazer sind vertreut in verschiedenen Positionen und Ecken des Bildes abgebildet.

CD-Angaben:
Interpret: Fazer
Album: Plex
Label: City Slang
Bestellnummer: 4250506838454

Gespielte Titel:
Montag: Thea
Dienstag: Dezember
Mittwoch: Grenadier
Donnerstag: Prague
Freitag: Cycle

Albumcover von Cat Powers "Cover"

17. Januar - 21. Januar 2022: Cat Power - "Covers"

Die Musik anderer Künstler hat sie schon immer inspiriert – und folgerichtig hat die US-Amerikanische Musikerin Cat Power alias Chan Marshall in ihrer Vergangenheit auch schon zwei komplette Coveralben aufgenommen. Zu ihnen gesellt sich nun ein Drittes: „Covers“ hat sie es schlicht genannt. Zwölf Lieder von bekannten Songwritern hat sie zu ihren eigenen gemacht: von Nick Cave über Iggy Pop bis Nico reicht die Palette. Und einmal mehr schafft sie es, ihnen ihren ganz ureigenen Cat Power-Sound zu verleihen – irgendwo zwischen Pop, Soul, Folk und Blues. Mal ganz zurückgenommen und leise und mal laut mit scheppernder Gitarre, aber immer mit ihrem lässigen, zurückgelehnten Pathos.

Ein Musiktipp von Ulrike Kukula

Gespielte Titel:
Montag: These Days

CD-Angaben:
Album: Cat Power - "Covers"
Label: LC 10192 – Domino

Auf weißem Hintergrund zeichnen blaue und gelbe Linien einen Kopf ab.

10. Januar - 14. Januar 2022: Umlaut Big Band - "Mary’s Ideas"

Auch wenn der Name auf eine andere Herkunft schließen lässt: die Umlaut Big Band ist in Paris ansässig. Von dort aus unternimmt das 14-köpfige Orchester immer wieder Ausflüge in die Vergangenheit, erinnert an verschiedene prägende Musikerinnen und Musiker der Jazzgeschichte. Ihre neue CD „Mary’s Ideas“ ist eine Hommage an die amerikanische Komponistin und Pianistin Mary Lou Williams (1910-1981), eine der Jazz-Pionierinnen des Jazz. Auf diesem opulenten Doppelalbum mit über 40 Einzeltiteln spannt das Pariser Jazzorchester einen weiten Bogen, ausgehend vom Blues über die klassische Swing-Ära bis hin zu rasanten Bebop-Nummern. Die musikalische Bandbreite der (teilweise bisher unveröffentlichten) Stücke beweist noch einmal die Bedeutung einer überaus produktiven Musikerin an der Schnittstelle von Tradition und Moderne.

Ein Musiktipp von Jörg Heyd

Konzertauftritt der Umlaut Big Band

Gespielte Titel:
Montag: Mary’s Idea
Dienstag: Lonely Moments
Mittwoch: Gjon Mili’s Jam Session
Donnerstag: Kool
Freitag: O.W.

CD-Angaben:
Album: Umlaut Big Band Mary’s Ideas
Label: Umlaut Records

Die britische Musikerin Bev Lee Harling hält ihre hochgesteckten Haare mit Stimmwirbeln zusammen.

03. Januar - 07. Januar 2022: Bev Lee Harling - "Little Anchor

Unser Album der Woche kommt von der britischen Musikerin Bev Lee Harling, es heißt "Little Anchor". Harling hat Jazz studiert und ist Multiinstrumentalistin, sie hat also alles auf diesem Album selbst eingespielt. Doch bereits als Kind ist sie mit einem Instrument in Berührung gekommen, das ihr bis heute besonders am Herzen liegt: die Violine. Eigentlich erstmal kein typisches Jazz oder Pop Instrument.
Die Liebe zur Violine erkennt man sogar am Cover ihres neuen Albums. Bev Lee Harling mit hochgesteckten Haaren. Als Haar-Nadeln dienen die Stimmwirbel der Violine. Saiten und das Rosshaar vom Bogen sind wie ein ungeordnetes Netz darauf drappiert. Dass eine Geige aber sehr wohl dazu taugen kann kraftvolle Songs aufzubauen, zeigt Harling auf beeindruckende Weise. In jedem der 12 Songs spielt die Violine eine Rolle. Dazu gesellt sich Harlings wunderbar wandelbare Stimme. Kraftvoll auf der einen Seite, wenn nötig aber auch ganz leise gehaucht. Eben so, wie es ihre Songs verlangen. "Little Anchor" ist ein Album für alle Freundinnen und Freunde der kleinen, feinen, frickeligen knister-Sounds und Songs.

Ein Musiktipp von Julia Spyker.

Gespielte Titel:
Montag: Dirty Dragonfly
Dienstag: Beautiful Life
Mittwoch: If I Told You
Donnerstag: Lay Down in the Tall Grass
Freitag: Is It OK?

CD-Angaben:
Album: Bev Lee Harling - "Little Anchor
Label: Wah Wah 45s