Live hören
Leitung: Roger Norrington
00.03 - 06.00 Uhr Das ARD Nachtkonzert
CD-Cover: "Looking the world over" von Meschiya Lake

Das Album der Woche

Jede Woche empfiehlt die Resonanzen-Redaktion ein neues Album. Hier sind die Musik-Empfehlungen der letzten Wochen im Überblick.

09. Mai - 13. Mai 2022: Meschiya Lake - "Lookin the world over"

Die Band Meschiya Lake

Eigentlich war sie nur auf der Durchreise – doch ein Aufenthalt in New Orleans wurde ihr zum Verhängnis: Meschiya Lake verliebte sich in die Stadt, die Menschen und vor allem in die Musik, die dort an jeder Straßenecke gespielt wurde. Sie blieb dort und wurde eine der prominentesten Sängerinnen der Stadt am Mississippi. Und nun? Macht Meschiya Lake überzeugenden New Orleans Jazz, Dixie und Swing, als hätte sie nie etwas anderes getan.

Ihr neues Album hat sie mit einer international besetzten Band in Berlin aufgenommen - zum ersten Mal war sie nicht nur als Sängerin sondern auch als Produzentin beteiligt.  Dem Sound ihrer Wahlheimat bleibt sie treu: neben alten Klassikern interpretiert sie auch neue, eigene Songs – musikalisch angesiedelt zwischen Western Swing, Rocksteady und traditionellem New-Orleans-Jazz.

Ein Musiktipp von Ulrike Kukula.

CD-Angaben:
Meschiya Lake
Lookin the world over
Sungroove Records – LC 30288

Gespielte Titel:
Montag: I got it bad
Dienstag: My sweet little girl from New Orleans
Mittwoch: Enjoy yourself
Donnerstag: Lookin the world over
Freitag: Right or wrong

02. Mai - 06. Mai 2022: Michel Legrand - Hier & Demain

Michel Legrand, Komponist

Zu wie vielen Filmen Michel Legrand den Soundtrack beigesteuert hat, lässt sich nur schwer schätzen, zu lange war er als Filmmusik-Komponist aktiv. Seine Kariere begann in den 1950er Jahren und endete erst mit seinem Tod im Januar 2019. Er war aber nicht nur in diesem Metier erfolgreich, sondern auch als Pianist und als Sänger.

Auch wenn sein musikalischer Horizont fast grenzenlos schien, war es immer wieder der Jazz, der die Basis seines Schaffens bildete. Ende Februar hätte Legrand seinen 90. Geburtstag gefeiert, und mit leichter Verspätung ist jetzt die sehr umfangreiche Box "Hier & Demain“ zu Ehren des Franzosen erschienen: auf insgesamt fünf CDs hat Stephane Lerouge, Musikexperte und langjähriger Freund Legrands, bekannte und unbekannte Songs zusammengestellt: Gesungen und gespielt von Michel Legrand selbst und von einer ganzen Reihe an internationalen Gästen.  

Ein Musiktipp von Jörg Heyd.

CD-Box-Cover: Michel Legrand -  "Hier & Demain"

CD-Angaben :
Interpret: Michel Legrand
Album: Hier & Demain
Label: Decca Records (LC 00171)

Gespielte Titel:
Montag: Michel Legrand: Elle a… Elle a pas…
Dienstag: Anne Germain & Claude Parent: Les Demoiselles de Rochefort
Mittwoch: Thomas Dutronc: Alcatraz
Donnerstag: Camille Bertault: La femme coupée en morceaux
Freitag: Michel Legrand: Trombone, Guitare et Compagnie

Album der Woche 25.04.22 – 29.04.22

Album-Cover von Father John Misty "Chloë and the Next 20th Century"

Eigentlich dachte man 2018, dass man von ihm nichts mehr hören würde. Von Father John Misty, denn Joshua Tillman schien nun endlich die Schnauze voll vom Musik- und Medienzirkus zu haben. Er unterbrach Konzerte, beschimpfte sein Publikum und zog sich schließlich zurück. Tja, und nun ist er zurück mit einem Album das einfach ganz anders ist. Voll Nostalgie und Rückblick in vergangene Musikjahrzehnte. Es heißt "Chloë and the Next 20th Century" und ist unser Album der Woche.

Das Album überrascht ab Titel 1 – einer Nummer, die aus einem Musical der 1920er Jahre stammen könnte. Doch dabei bleibt es nicht – Father John Misty schlägt einen musikalischen Haken nach dem anderen. Sixties-Folk, Bossa, ein bisschen Great American Songbook. Gut, dass er doch wieder Lust aufs Musikmachen hatte.

Ein Musiktipp von Julia Spyker

Gespielte Titel:
Montag: Chloë
Dienstag: (Everything But) Her Love
Mittwoch: We could be strangers 
Donnerstag: Olvidado
Freitag: Funny Girl

Albumangaben:
Album: Chloë and the Next 20th Century
Interpret: Father John Misty
Label: Pias/Bella Union 

19. April - 22. April 2022

Album-Cover: Eugen & Roger Cicero - Soundtrack "Cicero – zwei Leben, eine Bühne"

Vor sechs Jahren starb überraschend der Jazz- und Popsänger Roger Cicero im Alter von nur 45 Jahren. Dem Sohn des ebenfalls früh verstorbenen Jazzpianisten Eugen Cicero gelang es Mitte der Nullerjahre Big-Band-Swing mit klever-amüsanten deutschsprachigen Texten in den deutschen Charts zu platzieren und mit dieser aparten Mischung Deutschland beim Eurovision Song Contest 2007 zu vertreten.

Über Sohn und Vater Cicero ist jetzt ein Dokumentarfilm in den Kinos erschienen, der die Karrieren der beiden Musiker nachzeichnet. Da gibt es viele Parallelen in den musikalischen Werdegängen. Beide waren auf ihre Weise Grenzgänger: Eugen kombinierte Klassik und Jazz, während Roger Pop und Schlager in Jazz übersetzte.

Eugen Cicero als junger Mann, daneben der junge Sohn Roger Cicero.

Der Soundtrack zum Film "Cicero – zwei Leben, eine Bühne" enthält neben bekannten Songs auch unveröffentlichte Aufnahmen, die die Vielseitigkeit der Ciceros zeigt.

Ein Musiktipp von Sebastian von Haugwitz.

Gespielte Titel:
Dienstag: Roger Cicero - Zieh’ die Schuh’ aus
Mittwoch: Roger Cicero - No moon at all
Donnerstag: Eugen Cicero - Badinerie
Freitag: Roger Cicero - Have a talk with god

Album-Angaben:
Eugen & Roger Cicero
Soundtrack "Cicero – zwei Leben, eine Bühne"
Label: IN + OUT Records
Bestellnr: IOR CD 77148-2

11. April - 14. April 2022

CD-Cover: Jackob Wundrack - "With Me In Here"

Eigentlich wollte Jakob Wundrack sein erstes Album mit einer Band aufnehmen. Da das im ersten Jahr der Pandemie nahezu unmöglich war, entschied sich der Berliner Sänger und Songschreiber, seine selbstgeschriebenen Songs in Eigenregie zu produzieren. "Wie so viele hatte auch ich plötzlich ein sehr anderes Leben und habe die Zeit dafür verwendet, die Songs auszuarbeiten und aufzunehmen." Wie praktisch, dass der 25-jährige Wundrack Gesang, Klavier, Gitarre und Bass seit Schulzeiten beherrscht und nach dem Abitur Tonmeister studierte.

Jackob Wundrack

So entstand, teils in seiner Wohnung, teils im Studio, das Album "With Me In Here". Genau so vielfältig wie seine musikalischen Begabungen ist auch sein Erstlingswerk geworden: in überraschend wendungsreichen Songs mit sympathischem Pop-Appeal bedient er sich dezent bei Funk, Soul und Rock. Dazu erzählt er persönliche Geschichten oder lässt seine Gedanken zu Themen wie Unsicherheit, Egoismus und individueller Verantwortung schweifen – nachdenklich aber angenehm unverkrampft.

Ein Musiktipp von Sebastian von Haugwitz.

Album-Angaben:
"With Me In Here"
Jakob Wundrack
Label: Traumton Records
Bestellnr: Traumton 4700

Gespielte Titel:
Montag: With Me In Here
Dienstag: Weak Smile
Mittwoch: Who Knows
Donnerstag: Lobby

04. April - 08. April 2022

Album-Cover: "Chabem" von Chano Domínguez/Rubem Dantas/Hamilton de Holanda

Vor dreißig Jahren hat Chano Domínguez einen neuen Weg eingeschlagen: damals er hat für sich entdeckt, dass es zwischen dem spanischen Flamenco und dem amerikanischen Jazz ganz schön viele Verbindungslinien gibt. Und wo es bis dato noch keine Verbindung gab, hat der Pianist aus Andalusien sie einfach geschaffen.

An diesem Konzept, der Durchmischung von tänzerischen Temperament einerseits und der Energie der Improvisation andererseits, hält Chano Domínguez bis heute fest, entwickelt es stetig weiter. So auch auf seiner neuen CD "Chabem", wo er mit den beiden brasilianischen Musikern Hamilton de Holanda (Mandoline) und Rubem Dantas (Percussion) seiner Musik noch einmal ganz neue lateinamerikanische Akzente verleiht.

Ein Musiktipp von Jörg Heyd.

CD-Angaben:
Chano Domínguez/Rubem Dantas/Hamilton de Holanda
"Chabem"
Erschienen bei Altafonte

Gespielte Titel:
Montag: Afro Flamenco
Dienstag: Olha Maria
Mittwoch: Carinhoso
Donnerstag: Para Chick
Freitag: Chumbulum

28. März - 01. April 2022

Albumcover "Mo Vi Mento" von LUAH

Der Frühling macht sich unaufhaltsam bemerkbar und Dank der Uhrumstellung bleibt es auch wieder länger hell und alles erscheint wieder etwas freundlicher und leichter. Den passenden Soundtrack dazu bietet unser Album der Woche. Es heißt "Mo Vi Mento" und kommt von dem Kölner Vokaltrio "LUAH".

Dahinter verbergen sich Elsa Johanna Mohr, Lena-Larissa Senge und Ula Martyn-Ellis. Die drei kreieren einen wunderbar leichten und pudrigen Sound. Zwischen Folk, Jazz und Bossa Nova. Hier träumen die drei zwar auf Englisch – aber auch das samtige Portugiesisch kommt auf dem Album „Mo Vi Mento“ zum Einsatz. Das Portugiesische kommt von Mohrs einjährigem Aufenthalt in Brasilien. Die Düsseldorferin hat aber nicht nur die Sprache aufgesogen, sondern auch die afrobrasilianischen Rhythmen und den Bossa Nova, wenn sie auf portugiesisch singt, erinnert das sofort an die großartige Astrud Gilberto. Schönster Bossa Nova vom Rhein also.

Ein Musiktipp von Julia Spyker

CD-Angaben:
Interpret: LUAH
Album: Mo Vi Mento
Label: Ladies & Ladys

Gespielte Titel:
Montag: Deeply Blue
Dienstag: Agua Pelas Raizes
Mittwoch: 2 Wolves
Donnerstag: Hippocampus Blues
Freitag: Selfmade Expectations

Die Band Maridalen

21. März - 25. März 2022

CD-Cover: "Bortenfor" von Maridalen

Nördlich von Oslo, direkt am Maridalsvannet-See, der die Stadt mit Trinkwasser versorgt, liegt das Tal Maridalen. Neben einer Handvoll Häuser und einer pittoresken Holzkirche aus dem 19. Jahrhundert gibt es dort vor allem Wälder, Seen und Äcker. Die friedliche Atmosphäre der Natur inspirierte Saxophonist Anders Hefre, Trompeter Jonas Kilmork Vemøy und Kontrabassist Andreas Rødland zu einem Album mit nordisch-minimalistischen Kompositionen zwischen Kammermusik, Jazz und Folklore, das sie in der Holzkirche in Maridalen einspielten.

"Die Kirche mitten im Tal ist ein Teil unserer Identität geworden." sagt Trompeter Vemoy und so hat das Trio Maridalen auch sein zweites Album "Bortenfor" dort aufgenommen.Auf einigen Stücken ergänzen diesmal Klavier und Pedal-Steel-Gitarre die schlagzeugfreie Besetzung, geblieben ist die schlichte Eleganz der melodiebetonten Kompositionen und der warme und natürliche Klang.

Ein Musiktipp von Sebastian von Haugwitz.

CD-Angaben:
Interpret: Maridalen
Album: Bortenfor
Label: Jazzland Recordings
Bestellnr: 377 945 0

Gespielte Titel:
Montag: Portrommet
Dienstag: Danse du soir
Mittwoch: Sandermosen
Donnerstag: På nye eventyr
Freitag: Der hvor vi ikke kunne gå

14. März - 18. März 2022

Stromae: "Multitude" - Der Sänger im schwarzen Talar in fünfacher Ausführung im Kreis stehend, Blick gen Himmel

Für seine letzten beiden Alben wurde er international gefeiert – doch dann verschwand er von der Bildfläche. Der belgische Musiker Stromae zog sich nach einem Burn-Out vor rund sieben Jahren komplett aus der Öffentlichkeit zurück. Er litt unter Angstzuständen und Panikattacken.

Auf seinem neuen Album verarbeitet er seine Gemütszustände der letzten Jahre. Er singt über Depressionen und Selbstmordgedanken. Aber auch über gute Tage im Leben oder darüber, wie sein Sohn sein Leben verändert hat. Ein Lied widmet er Menschen, die sonst eher selten wahrgenommen werden – Reinigungskräfte oder Bäcker zum Beispiel. Auch musikalisch ist er vielseitig: Elektropop trifft auf Rhythmen aus Brasilien und Ruanda, auf chinesische Flöten und Hip-Hop-Elemente.

Ein Musiktipp von Ulrike Kukula.

CD-Angaben:
Multitude
Stromae
Polydor – LC 00309

Gespielte Titel:
Montag: Riez
Dienstag: Mon Amour
Mittwoch: La solassitude
Donnerstag: Pas vraiment
Freitag: Mauvaise journée

07. März 2022 - 11. März 2022

Albumcover "Wanderlust" von Jacob Karlzon: Die Illustration eines Kopfes auf weißem Hintergrund

Der schwedische Pianist Jacob Karlzon begibt sich auf seinem neuen Album „Wanderlust“ auf eine musikalische Entdeckungsreise. Sein Klaviertrio steht dabei zwar im Zentrum, doch zusammen mit einigen Gastmusikern sowie einem kleinen Streichorchester verlässt Karlzon immer wieder die breiten Wege und begibt sich auf einigen der insgesamt zwölf Kompositionen auch mal auf kleinere Pfade. Wie kaum ein anderer Jazzpianist beherrscht Jacob Karlzon den Balanceakt zwischen Einfachheit und Komplexität. Zu seinem Markenzeichen wurden die klaren und eindringlichen Melodien. Damit und mit einem weiten dynamischen Spektrum öffnet er immer seiner Zuhörerschaft wieder ganz neue (Klang-) Räume.

Ein Musiktipp von Jörg Heyd

CD-Angaben:
Interpret: Jacob Karlzon
Album: "Wanderlust"
Label: Warner Music

Gespielte Titel:
Montag: Down to Earth
Dienstag: Brave Souls
Mittwoch: Art of Resistance
Donnerstag: Steps & Stages
Freitag: Nordic Noir

28. Februar - 04. März 2022: Somi - "Zenzile: The Reimagination of Miriam Makeba"

Albumcover: Somi "Zenzile: The Reimagination of Miriam Makeba"

Diese Woche wäre die afrikanische Sängerin Miriam Makeba 90 geworden. Als Hommage an die große Sängerin und Aktivistin Miriam Makeba veröffentlich Somi Kokoma ihr neues Album: „Zenzile: The Reimagination of Miriam Makeba.

Somi Kokoma ist eine amerikanische Sängerin mit ostafrikanischen Wurzeln. Ihre Eltern stammen aus Uganda und Ruanda. Geboren wurde Somi zwar in den USA, einen Teil ihrer Kindheit verbrachte sie allerdings in Sambia, als ihr Vater dort eine Stelle antrat.
Mittlerweile lebt Somi wieder in New York City und veröffentlicht von dort aus Musik, unter anderem mit afrikanischen Einflüssen und politischem Anspruch. Durch ihren Lebensweg fühlt sie sich schon immer der Sängerin Miriam Makeba verbunden, die nicht nur Sängerin war, sondern auch Aktivistin gegen die damalige Apartheid Südafrikas. Aus diesem Grund widmet Somi ihr aktuelles Album der großen Sängerin – unser Album der Woche. Auf dem Album sind Songs von Makeba und Songs, die sie oft gesungen. Alle in einer Neuinterpretation, aber stets so, dass sie stets erkennbar bleiben. Ein abwechslungsreiches Album, auf dem Jazz und Worldmusic, Soul und Afrobeat perfekt zusammen finden.

Ein Musiktipp von Julia Spyker

CD-Angaben
Interpret: Somi
Album: "
Zenzile: The Reimagination Of Miriam Makeba"
Label:
Salon Afrikana

Gespielte Titel:
Montag: „House of the Rising Sun
Dienstag: „Ring bell, Ring bell“
Mittwoch: Lakutshon'ilanga
Donnerstag: Malaika
Freitag: Love Tastes Like Strawberries (feat. Gregory Porter)

Weißes Album Cover mit lilanem Emblem.

21. Februar - 25. Februar 2022: Julio Resende - "Fado Jaz"

Klassik, Jazz, Pop, Rock, Filmmusik – der portugiesische Pianist und Komponist Julio Resende ist musikalisch breit aufgestellt. 2013 veröffentlichte er ein Soloalbum zu Ehren der legendären Fadista Amalia Rodrigues, auf dem er traditionelle Fado-Lieder mit Jazz kombinierte und damit einen internationalen Erfolg landete.
Diese Fusion liegt auch seinem neuen Album „Fado Jazz“ zu Grunde, das er in Quartettbesetzung aufgenommen hat. Resende geht respektvoll mit der Kulturmusik seiner Heimat um, zeigt dabei gleichzeitig, dass der Fado lebt – und zum Leben gehört Weiterentwicklung und Bewegung. Die meisten Stücke auf „Fado Jazz“ sind Eigenkompositionen Resendes, in denen er nicht nur die Melancholie des Fado mit Stilmitteln des Jazz erforscht, sondern auch die unbeschwerte Seite der Musik aufzeigt.

Ein Musiktipp von Sebastian von Haugwitz

Nahaufnahme von Julio Resende

CD-Angaben:
Interpret: Julio Resende
Album: "Fado Jazz"
Label: ACT Music + Vision

Gespielte Titel:
Montag: Vira Mais Cinco (Para o Zeca)
Dienstag: Fado Das 7 Cotovias
Mittwoch: Este Piano Nao Te Esquece
Donnerstag: Tiro No Escuro
Freitag: Fado Maior Improvisado

Ein gelber gemalter Vogel sitzt mit einem Zweig in seinem Schnabel auf einem Ast vor einer blauen Wand.

14. Februar - 18. Februar 2022: Punch Brothers - "Hell On Church Street"

Ihre musikalische Heimat ist der Bluegrass – Inbegriff Ur-Amerikanischer Volksmusik. Die Punch Brothers aus New York bleiben sogar der klassischen akustischen Besetzung treu: Banjo, Fiddel, Mandoline, Gitarre und Bass. Dennoch kann man sie schwer als Traditionalisten bezeichnen: sie gelten als virtuose Avantgarde der Szene. Auf höchstem technischen Niveau spielen sie Pop, Folk, Indie-Rock und sogar klassische Musik.
Hell on Church Street“ ist eine Hommage an das Album „Church Street Blues“ des verstorbenen Bluegrass-Virtuosen Tony Rice aus dem Jahr 1983. Auch er coverte darauf die Songs anderer – z.B. von Bob Dylan, Gordon Lightfoot und Bill Monroe. Einmal mehr zeigen die Punch Brothers mit viel Spielfreude, wie ideenreich und virtuos Bluegrass heute klingen kann.

Ein Musiktipp von Ulrike Kukula

Bandfoto der Musikgruppe Punch Brothers mit ihren Instrumenten vor einem Haus.

CD-Angaben:
Interpreten: Punch Brothers
Album: "Hell On Church Street"
Label: Nonesuch – LC 00286

Gespielte Titel:
Montag: Church Street Blues
Dienstag: Pride of man
Mittwoch: Wreck of the Edmund Fitzgerald
Donnerstag: Orphan Annie
Freitag: One more night

Albumcover von "Good Time Music" von Steven Bernstein's Millenial Territory Orchestra feat. Catherine Russell

7. Februar - 11. Februar 2022: Steven Bernstein's Millenial Territory Orchestra feat. Catherine Russell - "Good Time Music"

Steven Bernstein mangelt es weder an Talenten noch an Ideen, es ist allenfalls der Faktor Zeit, der ihn manchmal ausbremst. Bernstein ist Komponist und Arrangeur vieler bekannter Jazz- und Popmusiker und er ist einer der wenigen Musiker, die die Zugtrompete beherrschen. Darüber hinaus unterhält Bernstein fünf eigene Bandprojekte, eines davon ist das „Millenial Territory Orchestra“: eine neunköpfige Blaskappelle, die sich nach Lust und Laune mit auserwählten Songs der letzten 100 Jahren auseinandersetzt. „Good Time Music“ heißt die neue Platte von Bernsteins Band, eine Gemeinschaftsproduktion mit der amerikanischen Sängerin Catherine Russell. Das Werk beinhaltet zwar nur sechs Titel, die reichen aber für eine respektvolle Verneigung vor der Musik aus New Orleans, die Bernstein mit Einflüssen aus Jazz, Funk und Soul geschmackvoll garniert, völlig aus.

Ein Musiktipp von Jörg Heyd

CD-Angaben:
Interpret:
Steven Bernstein's Millenial Territory Orchestra feat. Catherine Russell
Album:
"Good Time Music"
Label: Royal Potato Family

Gespielte Titel:
Montag: River’s Invitation
Dienstag: Yes We Can
Mittwoch: Good Old Wagon
Donnerstag: Careless Love
Freitag: Come On

Cover des Albums "Artifacts" von Beirut

31. Januar - 4. Februar 2022: Beirut - "Artifacts"

Unser Album der Woche kommt von der Band Beirut. Es ist ein ganz besonderes Album. Denn Zach Condon, der Kopf von Beirut, wollte zunächst alte Aufnahmen wieder aufgreifen und ein einfaches RE-Issue-Projekt veröffentlichen.
Doch beim Stöbern in den alten Aufnahmen, kramte er sich so tief in seine musikalische Vergangenheit, zu den Titeln, die er nie veröffentlich hatte. Condon begann sie zu remixen und remastern. Und heraus kam "Artifacts" - ein Album mit sage und schreibe 26 Songs, die die Entwicklung von den ersten musikalischen Versuchen mit 16 Jahren bis heute erzählen. Zu jedem Titel hat Condon einen kleinen Text verfasst. Woher das Stück kommt, in welcher Phase er es komponiert hat. So wird man beim Durchhören von "Artifacts" Zeuge, wie der unverkennbare Sound von Beirut nach und nach entstanden ist. Ein Sound aus außergewöhnlichen Klangerzeugern, wie Muschelschalen, einem präparierten Klavier, einer Ukulele da, ein Mix aus Balkan Brass mit einem Hauch mexikanischer Mariachi.

Ein Musiktipp von Julia Spyker

CD-Angaben:
Interpret: Beirut
Album: Artifacts
Label: Pompeii Records

Gespielte Titel:
Montag: Fisher Island Sound
Dienstag: Autumn Tall Tales
Mittwoch: Tansatlantique
Donnerstag: So Slow
Freitag: So Slowly

Auf dem Albumcover sind drei Apfelgriebe otpisch in die Länge gezogen.

24. Januar - 28. Januar 2022: Fazer - "Plex"

Mit Kategorien und Schubladen tut sich das Münchener Jazzquintett Fazer schwer. Schon die Besetzung ohne Klavier dafür mit zwei Schlagzeugen ist ungewöhnlich. Dazu kommt ein breites Soundspektrum mit Einflüssen aus verschiedenen Genres, das die Musik von Fazer nicht einfach einordnen lässt. Die zwei Schlagzeuger Simon Popp und Sebastian Wolfgruber sorgen für afro- und latininspirierte Polyrhythmik, während das harmonische Zusammenspiel und die solistischen Passagen von Gitarrist Paul Brändle und Trompeter Matthias Lindermayr Verbindungen zwischen Indiepop und Jazz schaffen.
Mit “Plex“ haben Fazer jetzt ihr drittes Album veröffentlicht. Wie auf den beiden Vorgängern ist den fünf Musikern auch hier wieder der Spagat zwischen Komplexität und Zugänglichkeit gelungen.

Ein Musiktipp von Sebastian von Haugwitz

Die Mitglieder von Fazer sind vertreut in verschiedenen Positionen und Ecken des Bildes abgebildet.

CD-Angaben:
Interpret: Fazer
Album: Plex
Label: City Slang
Bestellnummer: 4250506838454

Gespielte Titel:
Montag: Thea
Dienstag: Dezember
Mittwoch: Grenadier
Donnerstag: Prague
Freitag: Cycle

Albumcover von Cat Powers "Cover"

17. Januar - 21. Januar 2022: Cat Power - "Covers"

Die Musik anderer Künstler hat sie schon immer inspiriert – und folgerichtig hat die US-Amerikanische Musikerin Cat Power alias Chan Marshall in ihrer Vergangenheit auch schon zwei komplette Coveralben aufgenommen. Zu ihnen gesellt sich nun ein Drittes: „Covers“ hat sie es schlicht genannt. Zwölf Lieder von bekannten Songwritern hat sie zu ihren eigenen gemacht: von Nick Cave über Iggy Pop bis Nico reicht die Palette. Und einmal mehr schafft sie es, ihnen ihren ganz ureigenen Cat Power-Sound zu verleihen – irgendwo zwischen Pop, Soul, Folk und Blues. Mal ganz zurückgenommen und leise und mal laut mit scheppernder Gitarre, aber immer mit ihrem lässigen, zurückgelehnten Pathos.

Ein Musiktipp von Ulrike Kukula

Gespielte Titel:
Montag: These Days

CD-Angaben:
Album: Cat Power - "Covers"
Label: LC 10192 – Domino

Auf weißem Hintergrund zeichnen blaue und gelbe Linien einen Kopf ab.

10. Januar - 14. Januar 2022: Umlaut Big Band - "Mary’s Ideas"

Auch wenn der Name auf eine andere Herkunft schließen lässt: die Umlaut Big Band ist in Paris ansässig. Von dort aus unternimmt das 14-köpfige Orchester immer wieder Ausflüge in die Vergangenheit, erinnert an verschiedene prägende Musikerinnen und Musiker der Jazzgeschichte. Ihre neue CD „Mary’s Ideas“ ist eine Hommage an die amerikanische Komponistin und Pianistin Mary Lou Williams (1910-1981), eine der Jazz-Pionierinnen des Jazz. Auf diesem opulenten Doppelalbum mit über 40 Einzeltiteln spannt das Pariser Jazzorchester einen weiten Bogen, ausgehend vom Blues über die klassische Swing-Ära bis hin zu rasanten Bebop-Nummern. Die musikalische Bandbreite der (teilweise bisher unveröffentlichten) Stücke beweist noch einmal die Bedeutung einer überaus produktiven Musikerin an der Schnittstelle von Tradition und Moderne.

Ein Musiktipp von Jörg Heyd

Konzertauftritt der Umlaut Big Band

Gespielte Titel:
Montag: Mary’s Idea
Dienstag: Lonely Moments
Mittwoch: Gjon Mili’s Jam Session
Donnerstag: Kool
Freitag: O.W.

CD-Angaben:
Album: Umlaut Big Band Mary’s Ideas
Label: Umlaut Records

Die britische Musikerin Bev Lee Harling hält ihre hochgesteckten Haare mit Stimmwirbeln zusammen.

03. Januar - 07. Januar 2022: Bev Lee Harling - "Little Anchor

Unser Album der Woche kommt von der britischen Musikerin Bev Lee Harling, es heißt "Little Anchor". Harling hat Jazz studiert und ist Multiinstrumentalistin, sie hat also alles auf diesem Album selbst eingespielt. Doch bereits als Kind ist sie mit einem Instrument in Berührung gekommen, das ihr bis heute besonders am Herzen liegt: die Violine. Eigentlich erstmal kein typisches Jazz oder Pop Instrument.
Die Liebe zur Violine erkennt man sogar am Cover ihres neuen Albums. Bev Lee Harling mit hochgesteckten Haaren. Als Haar-Nadeln dienen die Stimmwirbel der Violine. Saiten und das Rosshaar vom Bogen sind wie ein ungeordnetes Netz darauf drappiert. Dass eine Geige aber sehr wohl dazu taugen kann kraftvolle Songs aufzubauen, zeigt Harling auf beeindruckende Weise. In jedem der 12 Songs spielt die Violine eine Rolle. Dazu gesellt sich Harlings wunderbar wandelbare Stimme. Kraftvoll auf der einen Seite, wenn nötig aber auch ganz leise gehaucht. Eben so, wie es ihre Songs verlangen. "Little Anchor" ist ein Album für alle Freundinnen und Freunde der kleinen, feinen, frickeligen knister-Sounds und Songs.

Ein Musiktipp von Julia Spyker.

Gespielte Titel:
Montag: Dirty Dragonfly
Dienstag: Beautiful Life
Mittwoch: If I Told You
Donnerstag: Lay Down in the Tall Grass
Freitag: Is It OK?

CD-Angaben:
Album: Bev Lee Harling - "Little Anchor
Label: Wah Wah 45s