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Johannes Moser

WDR 3 Werkbetrachtung: Antonín Dvořáks Cellokonzert h-Moll

Sein Konzert für Violoncello und Orchester komponierte Antonín Dvořák noch in New York, mit der Sehnsucht nach seiner Heimat Böhmen im Herzen. Für den Cellisten Johannes Moser ist es vor allem auch ein Requiem: Dvořák hat seiner Jugendliebe ein musikalisches Denkmal gesetzt.

Solch einen Abend vergisst man nicht. Johannes Moser hat noch den roten Kopf des Cellisten Heinrich Schiff in Erinnerung. Er verfärbte sich tief ins Violette, als ein paar Minuten von Antonín Dvořáks Cellokonzert erklungen waren. Der neunjährige Johannes Moser saß im Publikum und war tief beeindruckt: Das musste ein besonderes Werk sein, wenn es solche Farbveränderungen zur Folge hatte!

WDR 3 Werkbetrachtung: Antonín Dvořáks Cellokonzert h-moll

WDR 3 Werkbetrachtungen 04.11.2017 15:53 Min. Verfügbar bis 30.12.2099 WDR 3


Natürlich kannte Moser Dvořáks Konzert zu diesem Zeitpunkt schon, er stammt schließlich aus einer hoch musikalischen Familie. Sein Vater ist Cellist, die Mutter Sängerin, der Bruder Benjamin Pianist. Erst während des Studiums aber begann Johannes Moser, sich mit diesem Klassiker des Repertoires näher auseinander zu setzen.

Dvořák komponierte sein h-Moll-Konzert in der Zeit von 1894 bis Februar 1895, noch zu seiner dreijährigen Zeit als Konservatoriumsprofessor in New York. Die Solopartie erarbeitete er mit seinem Freund, dem Virtuosen Hanuš Wihan. Die Uraufführung fand erst im März 1896 in London statt – am Cello saß der junge Solist Leo Stern.

Der Komponist Antonín Dvořák

Hinreißende Melodik und viel Virtuoses hat das Konzert zu bieten. Als Vorbild diente Dvořák das zweite Konzert seines New Yorker Kollegen Victor Herbert. Dvorák war davon derart begeistert, dass er es gleich zwei Mal anhörte und mit der Komposition eines eigenen Werkes begann.

Für Johannes Moser ist Dvořáks Cellokonzert aber kein Showstück, sondern ein melancholisches Requiem. Der Komponist hat hier seiner Jugendliebe, der gefeierten Schauspielerin Josefine Kaunic, ein musikalisches Denkmal gesetzt. Während der Komposition war sie im fernen Böhmen erkrankt und gestorben. Im Opus 104 von Antonín Dvořák hat sie ihre Spuren hinterlassen.

Eine Collage von Markus Bruderreck

Redaktion: Eva Küllmer

CD-Tipp

CD-Cover

Antonín Dvořák: Cellokonzert op. 104
Johannes Moser (Cello)
Prague Philharmonia, Jakub Hrůša (Leitung)
Label: Pentatone
Bestellnummer: PTC 5186 488