Til Schweiger als Bertie und Tina Ruland als Uschi in einer Szene des Films "Manta Manta - Zwoter Teil"

Manta Manta - Zwoter Teil

Stand: 30.03.2023, 00:00 Uhr

Die Kult-Karre ist zurück: Mehr als 30 Jahre nach dem ersten Teil kommt "Manta Manta - Zwoter Teil" in die Kinos. Wieder am Steuer: Til Schweiger als Bertie.

Von Andrea Burtz

Darum geht's

Bertie hat vor einigen Jahren seine Rennfahrerkarriere aufgegeben. Seine Autowerkstatt läuft bescheiden, selten nimmt er von Kindern auf der angeschlossenen Kartbahn Eintrittsgeld. Kurz: Er ist pleite und ihm droht die Zwangsversteigerung seines Grundstücks!

Da fasst Bertie den Plan, sich wieder hinters Steuer zu setzen und beim großen Rennen auf dem Bilster Berg mitzumachen. Mit der Siegprämie wären seine Probleme gelöst. Würde nur nicht das richtige Auto fehlen…

Darum geht's wirklich

Die Schrauberstory ist in eine Familiengeschichte eingebettet. Patchwork ist angesagt und dass jeder jedem verzeihen kann!

Die spielen mit

Til Schweiger ist Bertie, Tina Ruland spielt seine alte Flamme, die mittlerweile mit einem reichten Typen (Moritz Bleibtreu) zusammenlebt.

Michael Kessler ist – äußerlich fast unverändert – als unterbelichteter Klausi zu sehen, Wotan Wilke Möhring spielt den pfennigfuchsenden Sparkassenangestellten, Luna Schweiger ist Berties Tochter "Mücke", Tim Oliver Schultz ist Sohn Daniel mit Herz.

Das sagt Kinokritikerin Andrea Burtz

32 Jahre nach Teil eins: Bertie ist geschieden, hat zwei Kinder und versteht sich immer noch mit Ex-Frau Uschi. Seine große Liebe gilt weiterhin den Autos, besonders Mantas. Um seine unrentable Werkstatt und die Arbeitsplätze seiner Freunde zu retten, will er wieder Rennen fahren.

Und tut alles dafür, mit einem gescheiten Auto an den Start zu gehen. Alles heißt wirklich alles, es darf auch illegal sein! Ja, in der Werkstatt geht es um Autos und am Ende des Films gibt es ein Rennen – aber den Mittelteil beherrschen Familienthemen.

Tochter Mücke (Luna Schweiger) bringt die falschen Typen mit nach Hause, Sohn Daniel gibt das Geld mit beiden Händen aus. Sein leiblicher Vater, der kein Abi hat und ordinär vor der Klasse spricht, ist ihm peinlich.

Uschi und Bertie verstehen sich von Beginn an so gut, dass ihre Annäherung nicht überrascht… Und das, obwohl Uschi von den bekannten Figuren die größte Veränderung hingelegt hat: Aus der Frisörin in kurzen Röcken, die Spaß haben will, ist eine gestylte Unternehmerin mit reichem Freund geworden.

Klausi alias Michael Kessler - mit derselben Perücke wie vor 32 Jahren, in Karohemd und Karottenjeans - ist der treudoofe Typ geblieben, über den sich alle lustig machen. Die Auftritte von Wotan Wilke Möhring und Moritz Bleibtreu sind kurz, aber eindrücklich.

Cameoszenen wie die mit Lukas Podolski geben dem Film Würze. Wie schon in den Filmen "Klassentreffen" von Drehbuchautor Til Schweiger ist der Humor auch in "Manta, Manta – Zwoter Teil" oft derb.

Männer, die sich hinter Autos entleeren (nicht nur Flüssigkeit…) oder aus Versehen aus Tassen trinken, in die vorher jemand hineingespuckt hat, mögen nicht jeden erheitern.

Dialoge sind in vulgärer Umgangssprache gehalten, der Einzige, der "Pott" spricht, weil er es kann, ist Wotan Wilke Möhring. Das Ruhrgebiet hat Schweiger in warmen Tönen eingefangen, selbst eine Kiesgrube sieht hier im Abendrot einladend aus.

Unterm Strich ist "Manta Manta – Zwoter Teil" ein bisschen Manta- und ziemlich viel Familienfilm. Trotz vulgärer Sprache.

Die Bewertung auf einen Blick

Drei von fünf Sternen

Familienkomödie, Deutschland 2023

Regie: Til Schweiger

Länge: 126 Minuten

Ab 12 Jahren

Kinostart: 30.03.2023