ISS-Weltraumschrott über Diepholz (Niedersachsen) zu sehen | sv

00:23 Min. Verfügbar bis 09.03.2026

ISS-Weltraumschrott: Batteriepaket stürzt über Atlantik ab

Stand: 09.03.2024, 07:13 Uhr

Das ausrangierte Batteriepaket der Raumstation ISS von der Größe eines Pkw ist über dem Atlantik zwischen der Küste Floridas und Guatemala abgestürzt.

Ein Sprecher der Luftwaffe bestätigte dem WDR, dass restliche Trümmerteile um 20.17 Uhr in den Atlantik gestürzt, vor dem Auftreffen auf die Erde aber höchstwahrscheinlich zum größten Teil verglüht seien. Die Reste des Batteriepakets der ISS sollen zwischen der Küste Floridas und Guatemala ins Meer gefallen sein.

Zuvor hatte das 2.600 Kilo schwere Paket am Freitagabend auch Deutschland überflogen. Dass Trümmerteile auf die Bundesrepublik stürzen könnten, galt schon vorab als sehr unwahrscheinlich. Dazu gab das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe am Abend noch mal Entwarnung.

Seit Donnerstag sorgten Meldungen über eine ausrangierte Plattform mit Batteriepaketen für Aufsehen. Sie wurde schon am 21. März 2021 von der Internationalen Raumstation ISS abgetrennt. Das Objekt war mit seinen 2,6 Tonnen in etwa so groß wie ein Auto.

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Auch wenn laut Fachleuten keine unmittelbare Gefahr durch den Weltraumschrott bestand, könnten die Trümmerteile abends über NRW zu sehen gewesen sein; unter anderem in Kleve, Wesel, Recklinghausen, Dortmund, Hamm, Soest, Paderborn und Höxter.

Laut dem Weltraumexperten Dirk Lorenzen hätte man dann "glühende Punkte" sehen können, "die über den Himmel ziehen". Angst vor einem Treffer sei da aber nicht nötig gewesen. Selbst wenn man die Trümmer sehe, seien sie immer noch sehr weit entfernt, sagte er dem WDR.

Warum wurde die Bevölkerung in Deutschland gewarnt?

Warn-Apps, wie Katwarn oder NINA, hatten am Donnerstag Meldungen auf Handys verschickt. Herausgegeben hat diese Meldungen das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BKK) in Bonn. "Es gibt drei verschiedene Warnstufen. In diesem Fall haben die Bonner mit der niedrigsten Stufe gewarnt – nämlich der Information über eine mögliche Gefahr", sagt WDR-Reporter Jörg Sauerwein.

Laut der Behörde sei ein Überschallknall möglich gewesen, wenn die Batterieteile über Deutschland hinwegrasen. Später gab es aber eine Entwarnung vom BKK.

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50 Jahre Raumfahrt haben Spuren hinterlassen: Die ESA spricht von rund 130 Millionen Schrottteilen im All. Dazu gehören unter anderem ausrangierte Satelliten, Raketenteile und weitere Überreste. Gerald Braun vom Deutschen Luft- und Raumfahrzentrum (DLR) sagt, dass etwa 35.000 Objekte um die Erde kreisen.

Dass davon immer wieder einige in unsere Richtung stürzen, ist laut Dirk Lorenzen ganz normal: "Etwa fünfmal pro Woche treten größere Stücke Weltraummüll unkontrolliert in die Atmosphäre ein", sagte er. Allein bis Sonntag werde noch ein neuseeländischer Satellit und ein chinesisches Raketenteil erwartet.

Fachleute forschen schon länger daran, wie der Müll gezielt abgeschleppt werden kann, damit er früher in die Erdatmosphäre eintritt und verglüht. In neuen Satelliten werden zum Beispiel Segel verbaut. Haben die Satelliten eines Tages ausgedient, entfalten sich diese Segel und bringen die Satelliten schneller Richtung Atmosphäre.

Unsere Quellen:

  • Gespräch mit einem Pressesprecher der Luftwaffe
  • Informationen der Nachrichtenagentur dpa
  • Interview mit Dirk Lorenzen
  • ESA
  • NASA
  • Süddeutsche Zeitung

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