Menschen im Freibad

Wie die Stadt Recklinghausen das Rauchen im Freibad eingrenzen will

Stand: 28.05.2024, 07:10 Uhr

Als erste Stadt im Ruhrgebiet will Recklinghausen ab dieser Saison das Rauchen auf den Liegewiesen in Freibädern einschränken. Die Freibäder sollen jetzt zunächst probeweise einen extra Raucherbereich ausweisen.

Von Daniel Chur

Man würde es noch am ehesten von Bahnhöfen kennen: Speziell markierte Zonen für Raucher. Genau das soll jetzt in Recklinghausens Freibädern umgesetzt werden. Der Sportausschuss der Stadt hat dazu Montagabend grünes Licht gegeben, nachdem der Stadtrat das Thema an den Ausschuss zuvor verwiesen hatte.

Gefahr für Kinder

Zigarettenrauch sei auch in niedriger Konzentration eine Gesundheitsgefahr für Kinder, so haben es die Antragsteller von CDU und den Grünen in erster Linie begründet. Wenn ein Kleinkind eine achtlos weggeworfene Kippe in den Mund steckt, sei das sogar lebensgefährlich.

Weitere Punkte, die die Antragssteller auflisten, sind: Eine erhöhte Brand- und Verbrennungsgefahr an noch glimmenden Zigarettenstummeln sowie eine mögliche Gefahr durch Giftstoffe aus Zigaretten, die ins Grundwasser gelangen könnten.

Wie die Stadt Recklinghausen das Rauchen im Freibad eingrenzen will

WDR Studios NRW 28.05.2024 00:41 Min. Verfügbar bis 28.05.2026 WDR Online


Regelung zunächst freiwillig

Freibad Suderwich in Recklinghausen

Eines der Freibäder in Recklinghausen: Das Freibad Suderwich

Der zunächst nur probeweisen Regelung stimmten alle Parteien im Sportausschuss zu, bis auf die Unabhängige Bürgerpartei. Die Verwaltung hatte bereits angekündigt, dass man zunächst weniger auf Verbote und eher auf Gebote setzen will. Daher soll die Nutzung der Rauchzonen zunächst freiwillig sein.

Die Orte für die Zonen sollen demnächst im Dialog mit den Badegästen ausgewählt werden. Auch E-Zigaretten-Raucher sollen sie dann nutzen.

Ähnliche Beispiele in Bonn und Münster

“Wir sind zuversichtlich, dass die Vorteile für alle überwiegen", so Thorben Terwort, Fraktionsvositzender der Grünen in Recklinghausen, nach dem Beschluss. "Selbst für die Raucher, die dadurch unbewusst vielleicht weniger zur Zigarette greifen und sich bewusster mit den Risiken des Rauchens auseinandersetzen.”

Nichtraucherverbände fordern seit langem, dass es in Freibädern genauso gehalten werden soll, wie auf Bahnsteigen – mit Raucherinseln. Umgesetzt haben das bisher nur wenige Städte in NRW. Zum Beispiel Bonn und Münster.

Unsere Quellen:

  • Stadt Recklinghausen
  • Grüne Recklinghausen

Kommentare zum Thema

1 Kommentar

  • 1 Anonym 28.05.2024, 23:57 Uhr

    Im freien nicht mehr rauchen dürfen? Begründungen findet man ja immer. Man liest ja auch ständig davon, dass - Kinder weggeworfene Kippen in den Mund nehmen und danach ärztlichen Beistands bedürfen. - es auf den Liegewiesen zu Bränden kommt. Seit Aschenbecher aus dem öffentlichen Raum verschwinden habe ich den Eindruck, dass mehr Kippen denn je auf der Straße liegen. Ob die Kippen in den Freibädern da hinsichtlich des Grundwassers den Kohl fett machen? Macht es doch einfach: Wer erwischt wird wie er seine Kippe falsch entsorgt fliegt raus und bekommt Hausverbot. Ich habe den Eindruck, dass man hier mal wieder erwachsene Leute zu erziehen will. Ziemlich anmaßend wie ich finde! Oder soll es nur wieder Gängelei des Feindbildes "Raucher" sein? Das Wort "Toleranz" verkommt mehr und mehr zu einem Mittel der Selbstdarstellung anstatt dass es gelebt wird.