Ursula Heinen-Esser (24.05.2018)

Kurz nach Flut-Katastrophe: Umweltministerin bestätigt Mallorca-Aufenthalt

Stand: 29.03.2022, 12:56 Uhr

Umweltministerin Heinen-Esser hat in einem Brief bestätigt, dass sie nach der Flutkatastrophe mehr als eine Woche auf Mallorca war. SPD-Oppositionsführer Kutschaty spricht von einem Skandal.

Von Selina Marx

NRW-Umweltministerin Ursula Heinen-Esser (CDU) hat in einem Brief an den Untersuchungsausschuss Hochwasser, der dem WDR vorliegt, bestätigt, dass sie kurz nach der Flutkatastrophe mehr als eine Woche auf Mallorca war.

Aus dem Brief geht hervor, dass sie ihren Urlaub am 15. Juli abgebrochen hatte und nach Düsseldorf geflogen war. Hier nahm sie an einer Sondersitzung des Kabinetts teil. Bereits am nächsten Tag flog sie zurück nach Mallorca. Und blieb dort knapp neun Tage.

Umweltministerin: Musste mich um Kinder kümmern

Bereits vergangene Woche hatte Heinen-Esser in einem Interview erklärt, dass sie sich auf Mallorca gemeinsam mit ihrem Ehemann und ihrer Tochter sowie deren Freundinnen und Freunden aufgehalten habe. Sie habe ihrem 76-jährigen Ehemann die Rückreise mit den Jugendlichen im Alter von 14 und 15 Jahren nicht alleine zumuten wollen. Daher habe sie sich entschieden, von Mallorca aus weiterzuarbeiten und später gemeinsam mit ihnen zurückzufliegen.

Konkret hatte die Umweltministerin bis zum 21. Juli eine Urlaubsvertretung. Nach eigenen Angaben habe sie aber die gesamte Zeit schon gearbeitet.

Kritik der Opposition

Thomas Kutschaty (21.09.2021)

Thomas Kutschaty, SPD-Landesparteichef und Vorsitzender der SPD-Fraktion im Landtag

SPD-Fraktionschef Thomas Kutschaty kritisierte die Ministerin scharf. "Es ist schon ein Skandal." In ihrer Zeugenaussage vor dem Untersuchungsausschuss habe die Umweltministerin den falschen Eindruck erweckt, dass sie nur kurz nach Mallorca zurückgeflogen sei. Kutschaty: Er habe "kein Verständnis dafür, wenn man in einer solchen Krise, wenn die Menschen mit den Knöcheln noch im Schlamm stehen, selbst Urlaub auf Mallorca macht".

"Ich erwarte von einer Ministerin, dass sie Verantwortung zeigt. Gerade in einer solchen schwierigen Krisensituation darf man die Menschen nicht in Nordrhein-Westfalen alleine lassen als zuständige Ministerin. Wer in dieser Zeit dann lieber in den Urlaub fährt, sich auf den Liegestuhl setzt und die Sonne genießt, während die Menschen hier mitten im Chaos stecken, der erkennt nicht, wie ernst die Lage ist", fügte der Sozialdemokrat hinzu.

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