Corona-Varianten - Was muss man zu Delta, Omikron und anderen Varianten wissen?

Stand: 27.01.2022, 13:57 Uhr

Wir beantworten Ihre Fragen zum Coronavirus. Hier: Was muss man zu Delta, Omikron und anderen Varianten wissen?

Fast alle Corona-Neuinfektionen in Deutschland gehen derzeit auf zwei Varianten des Virus zurück, die von der Weltgesundheitsorganisation als "besorgniserregend" eingestuft sind, nämlich Delta oder Omikron. Es gibt aber auch Mutanten wie Alpha, Gamma, Lambda, Mu, Delta Plus, die kürzlich in Frankreich entdeckte Variante B.1.640.2 und den Omikron-Subtyp BA​​.2. Was muss man zu Corona-Mutationen wissen? Fragen und Antworten:

Wie verbreitet sind Omikron, Delta und Alpha?

Im Frühjahr 2021 war in Deutschland vor allem die Alpha-Variante verbreitet. Sie wurde dann von der Delta-Variante verdrängt. Mittlerweile dominiert die Omikron-Variante. Hier ein Überblick zur Ausbreitung der Varianten:

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Über Details zur Ausbreitung informiert das RKI auch regelmäßig in seinen Wochenberichten:

Karten zur internationalen Verbreitung der Corona-Varianten werden auf der Website cov-lineages.org zur Verfügung gestellt:

Was versteht man unter Corona-Varianten?

Grundsätzlich kommt es bei Viren ständig zu Mutationen. Auch das Coronavirus ist schon tausendfach mutiert. Eine Virusvariante entsteht, wenn sich bei der Vervielfältigung das Erbgut, das aus tausenden Einzelbausteinen besteht, verändert. "Mutationen sind daher vor allem Kopierfehler", so die WDR-Wissenschaftsredaktion Quarks. Schon die ursprüngliche Form des Coronavirus Sars-CoV-2, die oft als Wildtyp bezeichnet wird, trat nach Ansicht von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern in verschiedenen Varianten auf.

Welche Varianten gelten als "besorgniserregend"?

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat lediglich fünf Varianten als "variants of concern" (VOC) eingestuft. Das Robert Koch-Institut (RKI) bezeichnet diese als "besorgniserregende Varianten". Der Grund für die Einstufung kann zum Beispiel eine erhöhte Übertragbarkeit, eine große Verbreitung in bestimmten Gegenden und oder eine teilweise Resistenz gegenüber Impfungen sein. Es handelt sich um diese Varianten:

  • Alpha, B1.1.7, früher als "britische Variante" bezeichnet
  • Beta, B.1.351, früher als "südafrikanische Variante" bezeichnet
  • Gamma, P.1., früher als "brasilianische Variante" bezeichnet
  • Delta, B.1.617.2, früher als "indische Variante" bezeichnet
  • Omikron, B.1.1.529, die neuere Variante u.a. aus dem südlichen Afrika

Welche Varianten gibt es sonst noch?

Die WHO listet außerdem "variants of interest" (VOC) auf. Das sind Stand 05.01.2022:

  • Lambda, C.37, erstmals in Peru nachgewiesen
  • Mu bzw. My oder Mμ, B.1.621, erstmals in Kolumbien nachgewiesen

Darüber hinaus listet die WHO "variants under monitoring" (VUM) auf. Das sind Stand 05.01.2022:

  • B.1.1.318 - sie trat in verschiedenen Nationen zuerst auf
  • C.1.2 - sie trat in Südafrika zuerst auf
  • B.1.640 - sie trat in verschiedenen Nationen zuerst auf

In der Öffentlichkeit ist auch von einigen anderen Varianten die Rede. Mal standen sie mal unter Beobachtung der WHO, mal könnten sie es noch werden, mal spielen sie aus Sicht der WHO keine nennenswerte Rolle. Dazu diesen Typen gehören unter anderem:

  • B.1.640.2, tauchte u. a. in Südfrankreich auf
  • AY.4.2, Delta Plus genannt, verbreitete sich u. a. in Großbritannien
  • AY.1, laut RKI ebenfalls Delta Plus genannt
  • B.1.466.2, wurde zuerst in Indonesien festgestellt
  • B.1.630, wurde zuerst in der Dominikanischen Republik festgestellt
  • B.1.427 und B.1.429, kalifornische Variante genannt, tauchte zuerst in den USA
  • BA​​.2, ein Subtyp von Omikron, von dem seit Januar die Rede ist

Warum werden Corona-Varianten oft nach griechischen Buchstaben benannt?

Jede Variante hat einen eigenen Code, bestehend aus Buchstaben und Zahlen. In der Öffentlichkeit tauchten früher aber vor allem Bezeichnungen wie "britische", "südafrikanische", "brasilianische" und "indische" Variante auf. Der Hintergrund: In Großbritannien, Südafrika, Brasilien und Indien wurden die jeweiligen Varianten zuerst festgestellt, und dort hatten sie sich besonders stark verbreitet.

Ende Mai 2021 erklärte WHO-Epidemiologin Maria Van Kerkhove, diese Bezeichnungen könne man sich zwar leichter merken als die wissenschaftlichen Codes, sie seien aber "stigmatisierend und diskriminierend". Und das gelte es zu verhindern. "Kein Land soll für die Entdeckung und die Meldung von Varianten stigmatisiert werden", so Van Kerkhove. Seitdem werden die besorgniserregenden Varianten, aber auch andere, nach Buchstaben des griechischen Alphabets benannt.

Wie gefährlich sind die Varianten? Und wie gut schützt die Impfung?

Grundsätzlich bieten die Corona-Impfungen mit den bisherigen Impfstoffen bei allen Varianten einen gewissen Schutz vor einer schweren Erkrankung. Vor allem zum Schutz vor der Omikron-Variante wird allerdings eine Booster-Impfung empfohlen. Detaillierte Informationen zur Gefährlichkeit der Corona-Varianten und zum Impfschutz gibt es auf den Seiten der WDR-Wissenschaftsredaktion Quarks und des Robert Koch-Instituts:

Weitere Informationen zur Omikron-Variante:

Weitere Informationen zum Omikron-Subtyp BA.2:

Weitere Informationen zur Delta-Variante:

Weitere Informationen zur Lambda-Variante:

Weitere Informationen zur Mu-Variante:

Weitere Informationen zur neuen Variante B.1.640.2 aus Frankreich

Weitere Informationen zur Delta-Plus-Variante AY.4.2

Was bedeuten die Mutationen für Reisende?

Die Virusvarianten sorgen dafür, dass es in bestimmten Ländern wieder einen starken Anstieg der Corona-Zahlen gibt. Damit sich eine dieser Varianten nicht so stark oder zumindest nicht so schnell in Deutschland verbreitet, stuft die Bundesregierung manche Staaten und Regionen als Virusvariantengebiete ein. Wer von dort einreist, muss strenge Regeln beachten. Mehr dazu gibt es hier:

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