Gran Canaria und La Palma – Marrakesch – Florida

Rosa Mandelblüten vor dem Berggipfel Roque Nublo, dem Wahrzeichen Gran Canarias

Gran Canaria und La Palma – Marrakesch – Florida

Gran Canaria und La Palma – Baden und wandern

Die kanarische Insel Gran Canaria gehört zu Spanien und liegt rund 200 Kilometer vor der Westküste Marokkos im Atlantik. Die Landschaft ist trotz der relativ geringen Größe der Insel von 55 Kilometern im Durchmesser sehr abwechslungsreich: wüstenähnliche Dünen im trockenen Süden, tropische Täler und Kiefernwälder im Norden, im Inselinneren alpine Berge und zerklüftete Canyons. Knapp die Hälfte der Insel steht unter Naturschutz. Aufgrund der unterschiedlichen Klimazonen wird Gran Canaria auch als Minikontinent bezeichnet. Der knapp 2.000 Meter hohe "Las Cumbres" genannte Gebirgskamm verläuft quer durchs Zentrum der Insel. Die Wolken – von den Passatwinden angetrieben – bleiben in den Bergen hängen. Ein Grund dafür, dass es im Norden öfter bewölkt ist und im Süden heiß und trocken. Die Temperaturen auf Gran Canaria sind das ganze Jahr über angenehm warm, mindestens frühlingshafte 20 Grad Celsius.

Im Süden von Gran Canaria bilden Maspalomas, Playa del Inglés und San Agustín zusammen eines der größten Touristenzentren Europas. Mittendrin die Dünenlandschaft von Maspalomas – das Wahrzeichen der Insel und ihr beliebtestes Fotomotiv. Die Sandberge aus feinstem zerriebenem Korallen- und Muschelkalk sind sechs Kilometer lang und türmen sich meterhoch. An ihrer breitesten Stelle stoßen sie 1,5 Kilometer ins Landesinnere vor. Die Dünen sind Naturschutzgebiet, ihr Ökosystem ist äußerst sensibel. Seit Mai 2020 darf das Naturreservat nur noch auf den etwa acht Kilometer langen, gekennzeichneten Wanderwegen betreten werden.

Jedes Jahr kommen fast drei Millionen Urlauber nach Gran Canaria. Die meisten wohnen in den Hotelanlagen im Süden der Insel. Ursprünglicher sind die Casas Rurales, alte kanarische Häuser, zum Beispiel in der Gegend von Santa Lucio im Inneren der Insel. Und von hier aus kommt man gut in die Berge. Die Wanderwege sind nicht überall gut ausgeschildert, eine geführte Tour ist durchaus zu empfehlen. Ein Vorteil ist, dass sich die Führer meist gut in der Botanik auskennen und viel Interessantes erzählen können.

Die Inselhauptstadt Las Palmas ist eine Stadt der Gegensätze und mit knapp 400.000 Einwohnern die größte Stadt auf den Kanaren. Sie gleicht einem wilden, architektonischen Sammelsurium: Spätmittelalter und Jugendstil in der Altstadt, funktionale Betonbauten der 1960er-Jahre im Strandviertel. Und doch ist Las Palmas eine Stadt, die viel bietet und einen ausführlichen Besuch wert ist. Mit dem ältesten Stadtteil "La Vegueta" fing alles an: Hier landete 1478 der spanische Seefahrer Juan Rejón und gründete die "Königliche Stadt der Palmen". Heute gehört die historische Altstadt zum UNESCO Weltkulturerbe. Jeden Donnerstagabend kann man sich in der Vegueta durch die vielen Bars und Kneipen essen und trinken. Rund um die Ausgehgasse "Calle Pelota" gibt es Tapas-Spezialitäten, die zusammen mit einem Wein oder Bier selten mehr als drei Euro kosten. Auffällig sind die vielen Hundeskulpturen in der Stadt. Der Name Gran Canaria kommt von Canis, lateinisch: Hund.

La Palma – die grüne Insel

Die grünste und nordwestlichste Insel der Kanaren ist La Palma. Deshalb wird sie auch La Isla verde, die grüne Insel genannt; oder auch La Isla bonita, die schöne Insel. Ihre Schönheit lässt sich am besten zu Fuß entdecken: Wanderer finden hier ein über 1.000 Kilometer großes markiertes Wegenetz. Die heutigen Wanderwege sind oftmals jahrhundertealte Fußwege oder Maultierpfade, die als Verbindung zwischen abgelegenen Inselteilen dienten. La Palma ist die einzige Kanareninsel, die über oberflächiges Quellwasser verfügt. Durch offene Wasserkanäle, sogenannte Levadas, wird es in Richtung Küste geleitet. Einer der abenteuerlichsten Wanderwege führt zu den Quellen Marcos y Cordero und durch den Lorbeerwald Los Tilos – vorbei an den Levadas und durch 13 Tunnel, von denen der längste 400 Meter lang ist.

Der Nordosten ist die Wetterseite der Insel: Hier lädt der Passat seine Wolken ab. Die feuchte Wärme hat eine einzigartige Vegetation geschaffen: den Lorbeerwald von Los Tilos, ein einzigartiges Ökosystem, das bereits 1983 zum Weltbiosphärenreservat erklärt wurde. Lorbeerwälder gab es bis vor 20 Millionen Jahren in ganz Europa, aber in der Eiszeit starben sie aus. Heute findet man sie nur noch auf Madeira, den Azoren und den Kanaren. Die dicht belaubten Lorbeerbäume halten das Sonnenlicht fern. Von Nebelwolken befeuchtet, wachsen hier Schlingpflanzen, Ranken und einzigartige Pflanzen wie die Riesenfarne.
Tipp: Bei einer Wanderung durch den Lorbeerwald eine Regenjacke einstecken.

Blick von einem Berg auf andere, wolkenumkränzte Berggipfel

Naturschauspiel - der berühmte Wolkenwasserfall von La Palma

In der Hauptstadt Santa Cruz an der Ostküste leben rund 17.000 der knapp 85.000 Einwohner der Insel. Im 15. und 16. Jahrhundert war Santa Cruz eine der bedeutendsten Hafenstädte für Europa. Der Handel blühte: Zucker und Wein gingen in die spanischen Kolonien, zurück kamen Gold und Silber. Von der kolonialen Vergangenheit und dem früheren Glanz der Stadt zeugen noch heute einige Paläste, Bürgerhäuser und Kirchen. Seit 1996 steht der Stadtkern unter Denkmalschutz. Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten kann man an einem halben Tag besichtigen. Dazu gehört die Markthalle, in der vorwiegend einheimische Produkte verkauft werden.

Wie überall auf den Kanaren wird auch auf La Palma heftig Karneval gefeiert. Der Höhepunkt ist der "Día de los Indianos" am Rosenmontag in Santa Cruz, der eine lange Tradition hat. Einheimische und Touristen parodieren die Auswanderer, die im 19. Jahrhundert in Südamerika ihr Glück versuchten und später in ihre Heimat zurückkehrten – elegant und in Weiß gekleidet, mit dicken Zigarren, Koffern voller Geld und begleitet von farbigen Dienstmädchen. Mit dem Riesenfest werden die angeberischen Rückkehrer verspottet. Eröffnet wird der "Tag der Indianer" durch die sogenannte "La Negra Tomasa" , einer schwarz geschminkten Insulanerin, die die kubanische Dienerin der Heimkehrer darstellen soll. Wie damals kleiden sich beim "Día de los Indianos" die Männer mit weißen Anzügen und die Frauen mit Spitzenkleidern, getanzt wird zu kubanischen Rhythmen – und man bewirft sich gegenseitig mit Babypuder.

Marrakesch – die rote Stadt

In den nördlichen Ausläufern des Hohen Atlasgebirges liegt Marrakesch, ein beliebtes Touristenziel in Marokko. Von Dezember bis Ende März sind die viertausend Meter hohen Gipfel schneebedeckt. Während die wohlhabenden Marokkaner Wintersport treiben, nehmen die Touristen in den Gärten der luxuriösen Hotelanlagen ein Sonnenbad. Die Königsstadt ist eingerahmt von über zehn Kilometer langen Festungsmauern, hergestellt aus gestampftem Lehm, der in den Nachmittagsstunden rötlich schimmert. Daher wird Marrakesch auch die "rote Stadt" genannt. Die Stadt der Berber ist über 1.000 Jahre alt, von ihr leitet sich auch der Name des Landes ab.

Djemâa el Fna ist der größte und wichtigste Platz in Marrakesch. Von der UNESCO 2001 auf die Liste der Meisterwerke des mündlichen und immateriellen Erbes der Menschheit gesetzt, finden hier jeden Tag die gleichen Spektakel statt. Bei Sonnenuntergang schlagen die Köche ihre Imbissstände auf, Tänzer und Musiker, Schlangenbeschwörer und Geschichtenerzähler unterhalten ihr Publikum, Berberfrauen verzieren Hände und Füße mit klassischen Hennazeichnungen. Der Djemâa el Fna ist ein Paradies für Flaneure und Menschen, die in die orientalische Atmosphäre einer der größten Freilichtbühnen der Welt eintauchen möchten.

Die Souks sind in der arabischen Welt die Geschäftsviertel. In Marrakesch sind sie ein Teil der Medina, der Altstadt. Ein Gewirr von kleinen und kleinsten Gassen, in denen sich die Händler und Handwerker niedergelassen haben. Die Viertel sind nach Handwerkszweigen und dem Warenangebot gegliedert, und die meisten Handwerker arbeiten noch so wie bei uns vor hundert Jahren.

Durch das Tor Bob Agnaou gelangt man in das Kasbah-Viertel der Medina. Ein Wasserträger weist den Weg zur Grabstätte der Saadier Dynastie, die gegen Ende des 16. Jahrhunderts angelegt wurde. Da neue Herrscher immer die Angewohnheit haben, die Symbole ihrer Vorgänger zu zerstören, ließ der Sultan die Grabstätte zumauern. Nur der Respekt vor den Toten hatte ihn gehindert, die Gräber ganz zu zerstören. 1917 entdeckten französische Archäologen die verborgene Grabstätte und legten sie frei. Für einen Besuch empfiehlt sich der frühe Morgen, dann ist der Besucherandrang noch nicht so groß.

Eine grüne Oase mitten in der Stadt ist der Jardin Majorelle, den der französische Maler Jacques Majorelle ab 1922 anlegte. Er gestaltete seine Villa im Stil des Art déco und tauchte alles in das intensive Blau des Himmels. 1947 machte er sein Kleinod dann der Öffentlichkeit zugänglich. Der französische Modeschöpfer Yves Saint Laurent und sein Lebensgefährte Pierre Bergé übernahmen später den Garten. Der Majorelle Garten ist einer der ungewöhnlichsten Gärten der Neuzeit, eine Symphonie aus den unterschiedlichsten Farben, Blumen und Pflanzen. Fatima Thieman hat vor Jahren geholfen, den Garten in seiner jetzigen Form anzulegen. Heute betreibt sie eine riesige Kakteenplantage am Rande der Stadt.

Rund 35 Kilometer von Marrakesch entfernt liegt zu Füßen des Hohen Atlas ein fruchtbares Tal mit kleinen Dörfern und Häusern, die sich an die Berghänge schmiegen. Die Straße verläuft parallel zu einem kleinen Fluss, der im Frühjahr vom Schmelzwasser der Berge gespeist wird. Überall führen kleine, wackelige Hängebrücken über das reißende Wasser. Die Straße endet auf 1.500 Meter Höhe in dem kleinen Berberdorf Setti Fatma. Von hier aus führen Wanderwege zu verschiedenen Wasserfällen.

Die Altstadt von Marrakesch, im Hintergrund das schneebedeckte Atlasgebirge

Die Medina von Marrakesch vor der Kulisse des Hohen Atlasgebirges

Florida – Miami Beach und die Everglades

Sunshine State, "Sonnenschein-Staat", wird Florida auch genannt. Nirgendwo in den USA gibt es im Jahresdurchschnitt so viele Sonnentage wie in dem Staat zwischen dem Atlantischen Ozean und dem Golf von Mexiko. Der Süden von Florida ist flach mit viel Grasland und Sümpfen, in denen überall Alligatoren und Schlangen leben, und an der Küste wachsen Palmen. Miami ist nicht die Hauptstadt von Florida, aber die bekannteste. Ein großer Teil der Einwohner sind Exilkubaner; und hier sprechen ebenso viele Menschen Spanisch wie Englisch. Miami Beach ist eine vorgelagerte Insel, die 1913 durch eine Brücke mit dem Festland verbunden wurde und sich danach zu einem mondänen Badeort entwickelte. In den 1930er-Jahren entstanden überall pastellfarbene Art-déco-Gebäude, die heute beliebte Fotomotive sind. Angeblich gibt es in Miami Beach die größte Ansammlung von Art-déco-Gebäuden weltweit. Die breiten Strände mit den markanten hölzernen Rettungsstationen laden zum Baden ein.

Die Everglades sind das größte subtropische Sumpfgebiet Nordamerikas. Ein Teil ist als Everglades-Nationalpark geschützt und gehört zum UNESCO Welterbe. Das übliche Transportmittel hier ist das sogenannte Sumpfboot, ein flaches, propellergetriebenes Wasserfahrzeug. Geschätzt zwei Millionen Alligatoren und Krokodile leben in den Everglades; und mit dem Boot kann man ihnen richtig nahekommen. An vielen Orten werden geführte Touren durch das von Kanälen und Tümpeln durchzogene Feuchtgebiet angeboten.

Südlich von Miami reihen sich die sogenannten Keys zu einer 200 Kilometer langen Kette aus 43 Koralleninseln, die mit Brücken untereinander verbunden sind. Am südlichen Ende der Inselkette und gleichzeitig dem südlichsten Punkt der USA liegt der Badeort Key West – das Tor zur Karibik. Die bekannteste Straße ist die Duvall Street, die nicht nur abends zur Ausflugsmeile wird. Im Historischen Viertel stehen pastellfarbene Holzhäuschen aus der viktorianischen Zeit, gesäumt von Palmen. 1928 zog der Schriftsteller Ernest Hemingway nach Key West und lebte mit seiner Familie mehr als zehn Jahre in einem großen Haus im Kolonialstil. Heute ist das Gebäude ein Privatmuseum.

Kilometerlange Brücken verbinden kleine Inseln

Lange Brücken verbinden die Keys, eine 200 Kilometer lange Kette aus 43 Koralleninseln ganz im Süden von Florida.

Stand: 24.01.2021, 20:15