Die Arche Nebra - sie symbolisiert die goldene Sonnenbarke, ein Element auf der berühmten Himmelsscheibe

Nebra, Sonnenobservatorium, Kloster Memleben, Hohe Schrecke, Geiseltalsee

Stand: 04.09.2022, 20:15 Uhr

Auf dem Mittelberg bei Wangen, einem Ortsteil von Nebra, entdeckten 1999 zwei Raubgräber die Himmelsscheibe von Nebra, die als die älteste bisher bekannte konkrete Darstellung des Kosmos gilt. Die Himmelsscheibe zeigt wie eine Sternkarte, die man über den Kopf hält, den Blick in den Himmel.

Ganz in der Nähe des Fundorts steht die Arche Nebra. Der goldschimmernde futuristische Bau symbolisiert die goldene Sonnenbarke, ein Element auf der berühmten Himmelsscheibe. Im Inneren kann man erfahren, was die Menschen in der Bronzezeit gedacht haben. Der Fund der Himmelsscheibe war eine Weltsensation, und im Planetarium wird erklärt, was so bedeutend an ihr ist. Das Exemplar in der Arche ist eine Kopie, das Original befindet sich im Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle. Die Scheibe von Nebra gehört mittlerweile zum UNESCO Weltdokumentenerbe.

Sonnenobservatorium

Eins der ältesten Sonnenobservatorien der Welt befindet sich in Goseck, oberhalb der Saale, zwischen Naumburg und Weißenfels. Hier entdeckten Luftbildarchäologen 1991 eine Kreisgrabenanlage – fast 7.000 Jahre alt. Sie wurde vollständig ausgegraben und rekonstruiert und machte Goseck weit über die Region hinaus bekannt. Seit 2005 ist das Sonnenobservatorium für die Öffentlichkeit geöffnet. Im nahegelegenen Schloss Goseck befindet sich eine Ausstellung, die die Ausgrabung und ihre Bedeutung familiengerecht erklärt.

Aufnahme von oben der kreisrunden Sonnenobservatoriumsanlage Goseck

Das Sonnenobservatorium Goseck ist fast 7.000 Jahre alt.

Kloster Memleben

Das Kloster Memleben liegt unweit von Nebra an der Unstrut und wurde 979 gegründet. Viel ist nicht übrig geblieben vom ehemaligen Benediktinerkloster: 1525 wurde es in den Bauernkriegen geplündert und bald danach – während der Reformation – von den Mönchen aufgegeben. Die Steine wurden abgetragen und in anderen Häusern verbaut. Die Krypta ist erhalten geblieben. Heute ist das Kloster ein mystischer Ort – und ein beliebtes Ziel für Schulausflüge.

 Daniel Aßmann und eine Begleiterin in der Krypta mit Rundbogendecke

Die Krypta ist der am besten erhaltene Teil des Klosters Memleben.

Hohe Schrecke

Die Hohe Schrecke ist ein Naturschutzgebiet im Dreieck zwischen Erfurt, Halle und Bad Frankenhausen. Seit der letzten Eiszeit, also seit rund 10.000 Jahren, hat es hier immer Wald gegeben. Und bis heute wird der Wald zu einem großen Teil sich selbst überlassen. So können Pflanzen und Tiere überleben oder sogar zurückkehren, die in bewirtschafteten Wäldern kaum eine Chance haben. Dazu gehört zum Beispiel der Knochen-Glanzkäfer, der in Thüringen schon als ausgestorben galt. In der Hohen Schrecke liegt auch der Rabenswald mit Erlebnisparcours für Kinder und dem kleinsten Baumwipfelpfad Deutschlands. Michael Krüger bietet hier regelmäßig Schnitzkurse mit der Kettensäge an.

Hochseilhängebrücke über einem bewaldeten Tal

Die Hochseilhängebrücke im Naturschutzgebiet Hohe Schrecke ist 180 Meter lang.

Geiseltalsee

Der Geiseltalsee liegt im südlichen Sachsen-Anhalt und ist mit 18,4 Quadratkilometern der größte künstliche See Deutschlands. Er entstand im Zuge von Rekultivierungsmaßnahmen im früheren Braunkohleabbaugebiet Geiseltal nordöstlich von Mücheln. 2003 wurde hier zum ersten Mal Wasser aus der Saale in den Geiseltalsee eingelassen – und erst nach acht Jahren war der See voll. Heute befindet sich hier ein beliebtes Naherholungsgebiet mit Rad- und Wanderwegen, Campingplätzen und Gastronomie. Ein Teil der Landschaft wurde zum Naturschutzgebiet erklärt. Viele seltene Tierarten haben sich hier angesiedelt, darunter der Bienenfresser, ein farbenfroher Vogel, der in Deutschland schon ausgestorben war.

Blick von oben auf einen großen Tagebausee mit Inseln

Der Geiseltalsee ist der größte künstlich angelegte See Deutschlands.

Lesetipps für das Saaletal

Förderverein Welterbe an Saale und Unstrut e.V., Thies Schröder (Herausgeber)
An Saale und Unstrut: Hochmittelalterliche Kulturlandschaft zwischen Weinbergen und Naumburger Dom
‎L + H Verlag Berlin Thies Schröder, 2021
ISBN 978-3939629634
Preis: 15,00 Euro 

Stephanie von Aretin
Saale-Unstrut. HeimatMomente. 40 Mikroabenteuer zum Entdecken und Genießen
360° medien, 2021
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Preis: 14,95 Euro

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Kompass Karten Verlag, 2022
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