Raketkanon

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Raketkanon

Noiserock, Electronica und Hardcore aus Belgien

Raketkanon

Klingende Infernos, Kauderwelsch-Texte und ein Soundstreifen, auf dem sich diverse Styles mal überholen, mal gegenseitig ausbremsen: Raketkanon verquirlen Noiserock, Electro, Hardcore und noch einiges mehr. Einzige Konstante dabei: Die Grenzen ihres selbst konstruierten Wahnsinns werden immer wieder neu ausgelotet.

Eine gewisse Form von Konsequenz muss man dieser Band unbedingt attestieren. Und die betrifft bei Raketkanon zwei Dinge. Erstens: Bei den Musikern aus dem belgischen Gent ist der Titel eines jeden Tracks ein Vorname; der kann, so offen ist das System, mal männlich, mal weiblich sein. Zweitens: Auch was die Namensgebung der Alben angeht, kann man Raketkanon ohne Weiteres Struktur bescheinigen. Auf das Debüt „RKTKN#1“ folgte „RKTKN#2“, danach kam, richtig: „RKTKN#3“. Überraschungen beim Benennen von Musik sind von Raketkanon also auch in Zukunft eher nicht zu erwarten.

Ganz anders sieht die Sache aus, wenn es um den Sound von Raketkanon geht. Gegen den ist der Inhalt einer Armee von Wundertüten eine vorhersehbare Angelegenheit. Raketkanon verquirlen Noiserock, Electro und Hardcore. Sie packen in ihre Klangfusionen Beat-Strecken, durch die sie mit sinistrem Charme taumeln – um im allernächsten Moment in den Schweinsgalopp zu fallen. Mit Peter-Paul Devos haben Raketkanon einen Sänger, der gut und gerne als Rampensau sein Bühnenleben führt. Der Mann kann manisch flüstern und brachial brüllen, und seine Texte changieren mitunter zwischen Kauderwelsch und einer Fantasiesprache. Gerade so, als ob bei einem Spracherkennungsprogramm die Software Ringelreihen tanzt. Dass dabei die Verständlichkeit der Texte manchmal leidet, ist halb so wild. Der wohlkonstruierte Wahnsinn von Raketkanon braucht keine Worte, um sich zu artikulieren.

Raketkanon arbeiten gekonnt mit Gegensätzen, und sie loten die Grenzbereiche zwischen Emotion, Eruption und Eskalation immer wieder neu aus. „Ich hoffe, die nächste Platte wird nicht so sein wie diese“, hat Pieter-Paul Devos über „RKTKN#3“ gesagt. Eins ist klar: Diese Hoffnung ist quicklebendig.