Kraan

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Kraan

Kraut-/Jazzrock aus Deutschland

Kraan

Seit den frühen 1970er-Jahren weiß diese Band, was sie will. Kraan werkeln beständig und nach diversen Pausen wieder ausdauernd daran, Jazz und Rock mit asiatischen Klängen vertraut zu machen. Wer das auch unter „Krautrock“ und „Fusion“ einsortiert, gehört keinesfalls einer Minderheit an.

Die Rechtschreibung ist nur beinahe korrekt, und auch die Qualität des Reimschemas ist ausbaufähig. Und trotzdem steckt in diesem Satz eine Menge Wahrheit: „Wir heißen Kraaan, und wir fangen jetzt aaan!“ Mit diesem einfachen, aber keineswegs schlichten Terminus startete Hellmut Hattler 1971 die ersten öffentlichen Auftritte der Band, die aus einer Art musikalischer WG in Ulm gegründet wurde. Kraan gehörten in den 1970er- und 1980er-Jahren zu den wichtigsten Vertretern der Kraut- und Jazz-Rock-Szene. Nach einem zwischenzeitlichen Split und zahlreichen Besetzungswechseln sind die drei Gründungsmitglieder Hellmut Hattler (Bass), Peter Wolbrandt (Gitarre) und Jan Fride (Schlagzeug) seit 2000 mit einem feinen Gespür für Pausen wieder aktiv. 

Von Beginn ihrer Karriere an hatten Kraan ein Händchen dafür, bekannte Musik- und Stilrichtungen aufzugreifen, diese zu vermischen, zu verändern und neu zu verzahnen. Bestens hören kann man das auf dem 1975 veröffentlichten Album „Kraan live“. Den Konzertmitschnitt hatte der legendäre Produzent und Toningenieur Conny Plank im Jahr zuvor im Berliner „Quartier Latin“ aufgenommen.

Bei besagtem Konzert verquirlten Kraan ihr Soundgemenge aus Jazz, Rock, Funk und asiatischen Klängen so souverän wie locker. Flirrende Melodien verlieren sich in Rhythmen, die mal fließend, mal verschachtelt sind. Rasante Wechsel in Harmonie und Rhythmus beherrschten Kraan seinerzeit ebenso wie pulsierende Dynamik und flinkeste Bassläufe. Songs wie „Nam Nam“, „Holiday am Marterhorn including Gipfelsturm“ und „Andy Nogger“ sind mittlerweile längst Klassiker des Jazz-Rock-Genres.

Bei Gigs von Kraan gilt auch im 21. Jahrhundert immer noch das, was bei Konzerten der Band schon vor fast fünf Jahrzehnten galt. Inhaltlich nach wie vor tipptopp, sagt Hellmut Hattler den bewährten Satz noch heute, bevor es losgeht: „Wir heißen Kraaan, und wir fangen jetzt aaan!“