Buju Banton

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Buju Banton

Reggae/Dancehall aus Jamaika

Buju Banton

Buju Banton ist einer der beliebtesten, aber auch umstrittensten Reggaemusiker der Welt. Der Mann mit der rauen Stimme heißt mit Echtnamen Mark Anthony Myrie und ist einer der kontroversesten Stars aus Jamaika. Für viele gilt er als Reggae-Held, andere halten ihn für einen homophoben Macho.

Buju Banton wuchs als jüngstes von 15 Geschwistern in ärmlichsten Verhältnissen in Kingston auf. Sein Künstlername setzt sich wie folgt zusammen: "Buju" ist ein Spitzname, den ihm seine Mutter gegeben hat, während "Banton" auf Jamaika Geschichtenerzähler bedeutet. Es ist auch der Name eines DJs namens Burro Banton, den Buju sehr verehrte.

Von 1987 an, also seit er 14 Jahre alt war, veröffentlichte er Dancehall-Singles und Alben. Bereits mit 19 Jahren brach er Bob Marleys Rekord und hatte mehr Nummer-Eins-Hits als der Reggae-Großmeister innerhalb eines Jahres auf Jamaika. Er bekam einen Majordeal bei Mercury Records und tourte mehrfach um die ganze Welt, ist Grammy-nominiert und wird von vielen angesehenen Künstlern verehrt. Mitte der 90er wandte er sich positiven Inhalten zu, im Zentrum seiner Texte standen nun Themen wie Liebe, Soziale Ungerechtigkeit und Spiritualität.

Festnahme und Verurteilung

Im Jahr 2009 wurde Banton wegen "Drogenbesitz mit der Absicht zu Verbreitung" in den USA verhaftet. Es ging um mehreren Kilogramm Kokain, die bei ihm sicher gestellt wurden. Der Fall wurde heiß diskutiert, vor allem weil ein Polizei-Informant den Deal eingefädelt haben soll. In einem komplexen Gerichtsverfahren wurde Buju Banton 2011 verurteilt und kam erst im Dezember 2018 als freier Mann nach Jamaika zurück.

Öffentliche Kritik

Aufgrund des Songs "Boom Bye Bye", den Banton als 15-Jähriger geschrieben hatte, wird ihm von manchen Reggae-Fans bis heute Homophobie vorgeworfen. In dem Song geht es mutmaßlich um den Mord an einem Homosexuellen. Banton hörte auf, den Song zu performen, ließ ihn aus seinem Katalog und von Streaming-Plattformen entfernen und veröffentlichte 2019 ein offizielles Statement für Toleranz. Die Kölner LGBTQ-Gemeinde hatte – gemeinsam mit den WDR-Redaktionen Rockpalast, COSMO und 1LIVE – anlässlich des Reggae-Festivals Summerjam von Buju Banton ein solches Statement eingefordert. Der Jamaikaner schrieb daraufhin, er bedauere, dass dieser Song vielen Menschen Schmerz zugefügt habe: Hörern, Fans, aber auch seiner Familie und ihm selbst. Er habe schon lange verstanden, dass jeder das Recht habe, so zu leben, wie er oder sie möchte.

Banton setzte sich mit seiner Musik mehrfach gegen Gewalt und für Safer Sex ein und sammelte Geld für die Behandlung von AIDS-Kranken. Mit den Jahren wurde sein Rastafari-Glaube stärker. Im Zentrum seiner Texte standen nun Themen wie Liebe, Soziale Ungerechtigkeit und Spiritualität. Nach fast 10 Jahren im Gefängnis waren die Reggae-Liebhaber weltweit und am Summerjam gespannt zu sehen, ob Buju Banton es noch "drauf hat".

Summerjam Festival 2019

Auf den Auftritt des Reggae Stars hatten tausende Fans gewartet. Sie erlebten vor der Hauptbühne des Summerjam Festivals eine fulminante Show und ein Highlight des Festivals. Auf eine textliche Veränderung im Song „Hills & Valley“ wurden wir jedoch aufmerksam. Wir haben sie analysiert und sind zu dem Schluss gekommen, dass sie zwar Interpretationen in Bezug auf Buju Bantons Vergangenheit zulässt, man ihm aber keine homophobe oder menschenverachtende Aussage unterstellen kann.

Einschub in “Hills And Valley” als Anspielung auf Kritik an Buju Banton

Ganz deutlich spielt Buju Banton auf seine oben genannte Haftstrafe in den USA an. Er zitiert, was seine Kritiker sagen („...Buju Banton is a terrible man...“) und seine Unterstützer („...They set me up, and claim I did some shit wrong...“). Weil ein Polizei-Informant Buju Banton zu dem besagten Deal gedrängt haben soll, behaupten manche seiner Fans, er sei reingelegt worden.

„…all I did was brought you an uplifting song…“

In der Reggae-Welt wird ein Song, der Gewalt gegen wen auch immer verherrlicht, eigentlich nicht als "uplifting" bezeichnet. Also bei "uplifting Songs" von Buju Banton würde man eher an aufbauende, "erhebende" Lieder denken, in denen sich Buju Banton sozialkritisch oder tröstend äußert, wie z.B. "Destiny", "I wanna be loved" etc. Für konservative, homophobe Menschen ist vielleicht auch ein schwulenfeindlicher Song wie „Boom Bye Bye“ „uplifting“, aber das wäre schon eine sehr extreme und menschenverachtende Sichtweise.

Texteinschub Hills & Valley / Holy Mountain

"…have I done them no wrong
all I did was brought you uplifting song
to ease the pain of Babylon system
why you can't go along
and they say
that Buju Banton is a terrible man
then they say
they set me up and claim that I did some shit wrong 
but I said..."