HPV-Imfpung: Sinnvoll oder gefährlich?

HPV-Imfpung: Sinnvoll oder gefährlich?

Von Andrea Obst

Jungen Mädchen rät die ständige Impfkommission zur HPV-Impfung. Sie kann eine Infektion mit den sogenannten Humanen Papillomaviren verhindern, die Gebärmutterhalskrebs verursachen. Doch Eltern sind verunsichert. Immer wieder treten nach der Impfung gesundheitliche Probleme auf.

Paula aus Langenfeld ist von einem Tag auf den anderen schwer erkrankt und sitzt im Rollstuhl. Bis zum vergangenen Jahr ist im Leben der 14-Jährigen alles in Ordnung. Sie geht zur Schule, trifft sich mit Freunden. Dann, eines Morgens im Juni 2014 bekommt sie plötzlich Rückenschmerzen und schon am Nachmittag kann sie nicht mehr gehen. Kurz zuvor hatte sich Paula gegen Gebärmutterhalskrebs impfen lassen. In der Reha übt sie mittlerweile das Gehen wieder, doch es sind mühsame Schritte, mit denen sie sich ins Leben zurückkämpft. Paulas Zwillingsschwester Hannah hat sich am gleichen Tag impfen lassen. Doch sie ist gesund.

Trigger für schlummernde Krankheiten?

Paulas seltene Krankheit heißt: "Transverse Myelitis". Die 14-Jährige kann seitdem nur noch ihren Kopf und ihre Arme bewegen. Immer an ihrer Seite: Paulas Mutter. Sie glaubt, dass die Impfung Paulas Krankheit ausgelöst hat.

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Experten sind sich uneinig, ob die Impfung ratsam ist

Dass die Impfung schwere Nervenkrankheiten wie z.B. MS auslösen kann, dafür gibt es keine Beweise. Ärzte vermuten aber, dass sie eine bereits schlummernde Auto-Immunerkrankung triggern, also früher zum Ausbruch bringen könnte.

Noch keine Langzeitstudien

Noch gibt es keine Langzeitstudien über 15 oder 20 Jahre, um wirklich beurteilen zu können, ob und wie das Serum wirkt und vor allem, was es im Körper macht.

Doch der Druck auf Teenager und ihre Eltern ist enorm. Trotz möglicher Risiken wollen sie die Chance nutzen, dem gefährlichen Gebärmutterhalskrebs vorzubeugen. Von allen Frauen, die an Krebs erkranken, bekommen drei bis fünf Prozent Gebärmutterhalskrebs. Das sind rund 4.600 Erkrankungen pro Jahr in Deutschland. 1.700 Frauen sterben daran.

Stand: 01.10.2015, 09:21