Kreative Apfelliebe am Niederrhein

Staffel 14: Zu Gast bei Sylke Lenzen

Kreative Apfelliebe am Niederrhein

Sechs Höfe, sechs Dinner und ein Oldtimerbus – in der vierten kulinarischen „Land und Lecker“-Reise geht es an den Niederrhein nach Viersen. Hier hat sich Sylke Lenzen mit ihrem Apfelhof den Traum vom Leben auf dem Land verwirklicht.

Eigentlich wollte die Marketing-Fachfrau nur mit ihrer Familie raus aus dem betriebsamen Düsseldorf und aufs ruhige Land ziehen. In Viersen-Süchteln am Niederrhein fand die fünffache Mutter mit ihren Mann Michael ein Traumobjekt: Ein wunderschönes ehemaliges Weberhaus. Und dazu gehörte ein hübscher Obstgarten…

Sylke erkannte sofort den Schatz der rund 50 Apfelbäumen hinter dem Haus: Alles alte rheinische Sorten mit so klangvollen Namen wie „rheinische Schafsnase“, “Winterrambur“ ,“Rote Sternrenette“, „Kantapfel“ und „Sommerprinz“ stehen hier.

Unternehmerin, Apfelbäurin und Erfinderin
Seitdem fühlt sie sich für den Erhalt der fast vergessenen Apfelsorten und deren regionale Verwertung verantwortlich. Alles Wissen rund um die Pflege der Apfelbäume und die Verarbeitung des Obstes hat sich Sylke selbst angelesen oder durch Workshops erarbeitet.

Zu Gast bei Sylke Lenzen

In ihrer Düsseldorfer Wohnung hatte sie nicht mal einen Balkon, doch heute kann sich Sylke kein Leben mehr ohne ihre Apfelbäume mehr vorstellen.

Sylke Lenzen mit einer Schubkarre voller Äpfel.

Dabei ist die Arbeit auf dem Hof „nur“ der Nebenjob für die fünffache Mutter. Hauptberuflich betreibt sie eine Marketing-Agentur.

Dabei ist die Arbeit auf dem Hof „nur“ der Nebenjob für die fünffache Mutter. Hauptberuflich betreibt sie eine Marketing-Agentur.

Und so ist die Zeit eigentlich immer knapp, doch die Land-Liebe hat Sylke voll erwischt. Die Arbeit draußen in der Natur ist für sie immer auch Entspannung und Freude.

Bis zu vier Tonnen Äpfel reifen hier jährlich heran - darunter viele fast vergessene Sorten. Der Naturschutzbund Deutschland hatte den Apfelgarten in den achtziger Jahren angelegt, um die Bäume zu erhalten.

Dass Sylke nicht nur Besitzerin eines hübschen Obstgartens geworden ist, sondern auch richtige Apfelbäuerin, ist eher ein Zufall: Mit den vielen Äpfeln musste etwas geschehen und der selbstgepresste Apfelsaft kam sehr gut an. Wieso also damit nicht in Produktion gehen und so auch den Erhalt von regionalen Produkten stärken...

Die Apfelernte findet einmal im Jahr als großes Fest mit ca. 50 Helfern statt. Danach wird in der kleinen Produktionsstätte in der ehemaligen Scheune der Apfelsaft produziert.

Rund um den Apfelgarten wachsen außerdem viele Holunderbüsche. Aus den Holunder-Dolden stellt Sylke jedes Jahr rund 1800 Liter Sirup her. Und der wird auch im Menü eine Rolle spielen.

Auch das Gemüse für das "Land und Lecker"-Dinner stammt aus dem eigenen Garten.

Als Halb-Italienerin hat Sylke das Gastgeber-Gen quasi mit in die Wiege gelegt bekommen: Sie liebt ein volles Haus und für andere zu kochen.

Für das Hauptgericht hat sie sich für ein marokkanisches Gericht entschieden, das in einem traditionellen Schmorgefäß aus Ton, der "Tajine" zubereitet wird. Und sehr mutig: Sylke kocht es am Dinnertag zum aller ersten Mal auf diese Weise....

Während die Dinnervorbereitungen bei Sylke auf dem Apfelhof auf vollen Touren laufen, verlieren die anderen Landfrauen erstmal den Boden unter den Füßen... im Kletterwald Niederrhein. Ein aufregendes Erlebnis, so deren Fazit.

Und so wurde aus der Großstadt-Unternehmerin ein überzeugtes Landei und eine leidenschaftliche Apfelbäuerin. Und eine Erfinderin dazu. Denn nur den Saft aus den Äpfeln zu pressen ist ein zu hoher Aufwand, im Vergleich zum Ertrag und Gewinn. Deswegen hat Sylke aus den Holunderbüschen, die am Rande des Gartens stehen, noch einen Holundersirup entwickelt und verschiedene natürliche Obst-Limos kreiert.  

Die Deko: Individuell und regional
Auch bei der Deko lässt die Halb-Italienerin ihrer Kreativität freien Lauf. Bei der Tischdekoration ist ihr wichtig, dass sie persönlich ist. Deshalb gestaltet sie die Teller für jede der Landfrauen mit individuell passenden Motiven. Der Tisch wird dazu noch mit den schönsten Äpfeln aus dem Garten dekoriert. Außerdem kommen auch Mispeln zum Einsatz. Denn die alte Weberpflanze wurde früher hier am Niederrhein und in der Weberstadt Viersen angepflanzt, um aus der Schale Gerbstoff zu machen.  

Die Vorspeise von Sylke Lenzen: eine apulische Caponata

Die Vorspeise von Sylke: eine apulische Caponata

Das Menü: Regional und international
Auch in ihrem Menü schätzt Sylke alte regionale Gemüsesorten wie bunte Möhren und gelbe Bete. Doch der Clou: Sylke kocht mit den regionalen Zutaten international. Auf eine apulische Caponata folgt ein marokkanisches Hauptgericht. In einem Tontopf, einer Tajine, gart Sylke nach alter Tradition einen Rindereintopf auf einer Feuerstelle. Dazu serviert sie Couscous. Die Zutaten für die polnischen Apfel- Charlottka an Holunderblütensorbet stammen selbstverständlich vom eigenen Hof.

Stand: 08.11.2018, 16:43

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