Was tun gegen Schimmel?

Stand: 20.01.2022, 06:00 Uhr

Kalte und nasse Tage sind nicht nur ungemütlich, sondern bedeuten leider auch perfekte Bedingungen für Schimmel in der beheizten Wohnung. Was wir dagegen tun können, klären wir mit Thomas Zwingmann von der Verbraucherzentrale NRW.

Das Bild zeigt Schimmel an einer Wand in einer Mietwohnung.

Wenn Wände feucht sind, entstehen dunkle Flecken

Schimmel entsteht immer dann, wenn Wände über einen längeren Zeitraum zu feucht sind. Das Problem: Die Feuchtigkeit kann verschiedene Ursachen haben. So kann sie etwa durch Unwetterschäden oder kaputte Leitungen von außen in die Wände eindringen. Oder es ist eine Kombination aus zu feuchter Raumluft und zu kalten Wänden. Die feuchte, wärmere Luft kondensiert dann an den kalten Oberflächen. Dort sammelt sich mit der Zeit Feuchtigkeit und es entstehen die typischen dunklen Flecken.

Wenn die Raumluft zu feucht ist, kann das am falschen Lüften liegen. Durch Kochen, Duschen oder auch Atmen entsteht Feuchtigkeit – und die muss durch regelmäßiges Lüften wieder raus aus den Räumen.

Außenwände sind anfällig für Schimmel

Zum Problem wird die feuchte Luft nur dann, wenn sie auf kalte Oberflächen trifft. Neben regelmäßigem Lüften ist es wichtig, in der kalten Jahreszeit zusätzlich ausreichend zu heizen – damit die Wände nicht zu stark auskühlen. 

Typische „Gefahrenstellen“ sind zum Beispiel Wandecken an den Innenseiten von Außenwänden, an Fenstern oder zum unbeheizten Treppenhaus. Aber auch hinter Möbeln, Bildern oder Vorhängen kann sich leichter Schimmel bilden, wenn sich dort feuchte Luft sammelt. 

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Das Bild zeigt eine Heizung.

Wer im Altbau wohnt, muss meist mehr heizen

Auch bauliche Mängel können die Ursache für Schimmel sein. Wer in einem alten, schlecht gedämmten Haus wohnt, muss häufiger die Fenster öffnen und mehr heizen. Das gilt insbesondere, wenn in einem solchen Haus neue Fenster eingebaut wurden.

„Das verringert noch einmal den Luftaustausch“, sagt Thomas Zwingmann, Energieberater der Verbraucherzentrale NRW.

Grundsätzlich gilt: Schimmel entsteht schneller in kleineren Räumen als in großen. Die Ursache für Schimmel sei häufig eine Kombination aus zu wenig Lüften und Heizen sowie baulichen Mängeln.

Was tun gegen Schimmel? 

Wer Schimmel in seiner Wohnung entdeckt, sollte ihn möglichst umgehend entfernen. „Bei Flächen von unter einem halben Quadratmeter kann man das grundsätzlich selbst machen“, sagt Thomas Zwingmann. Dabei sollte man Brennspiritus auf ein Tuch geben und den Schimmel abreiben.

Nicht mit Essig arbeiten

Im Fall des Falles sollte man auch Teile des befallenen Putzes oder der Tapete entfernen. Denn darin können sich noch Schimmel-Reste befinden – die dann wieder anfangen können zu wachsen. Und: „Auf keinen Fall Essig nehmen“, rät Zwingmann. Denn dadurch verschiebe man den PH-Wert der Wand so, dass dort im Anschluss Schimmel besser wachsen könne. 

Vermieter informieren

Symbolbild: Zwei lächelnde junge Menschen erhalten den Wohnungsschlüssel vom Vermieter

Bei Schimmel sofort den Vermieter informieren

„Mieter sollten unbedingt ihren Vermieter informieren“, rät Thomas Zwingmann. Er muss das sogar tun. Denn der Mieter hat in diesem Fall eine Anzeigepflicht. Ob es am Gebäude oder falschen Nutzungsverhalten liegt, kann dann in aller Regel nur ein Sachverständiger herausfinden. Bei größeren Schimmel-Flächen sollte diese auch ein Profi entfernen. Im Anschluss müssen Betroffene schauen, was sie tun können, damit der Schimmel nicht wiederkommt.

Raumfeuchte kontrollieren

Dabei gilt: „Man muss die Luftfeuchtigkeit in den Räumen runter und die Oberflächentemperatur an den Wänden rauf kriegen“, sagt Thomas Zwingmann. Gelingen kann das natürlich durch stärkeres Lüften und Heizen. Die Luftfeuchtigkeit im Raum lässt sich zudem durch einen sogenannten Hygrometer überwachen. Diese gibt es schon für fünf bis zehn Euro.

Aber auch Veränderungen am Gebäude können sinnvoll sein. Eine schnelle, relativ kostengünstige Möglichkeit ist eine Dämmung an der Wandinnenseite, sagt Zwingmann. „Ideal wäre allerdings eine Außendämmung."