Wiedersehen in Sydney 2008

Pilger beten mit Papst Benedikt XVI. auf dem Marienfeld

Abschlussmesse beendet WJT in Köln

Wiedersehen in Sydney 2008

Mit einer Million Pilgern hat Papst Benedikt XVI. zum Abschluss des Weltjugendtages in Köln den größten Gottesdienst in der deutschen Geschichte gefeiert. Dabei beschwor er die Rolle des Glaubens als Orientierung für den Menschen und lobte den Einsatz der Jugend für eine gerechtere Welt.

"Ich weiß, dass ihr als junge Menschen das Große wollt, dass ihr euch einsetzen wollt für eine bessere Welt," sagte er der Papst. Zugleich appellierte er an die Jugendlichen, den christlichen Glauben zur Richtschnur ihres Handelns zu machen.

Die Jugendlichen aus fast 200 Ländern verfolgten die Predigt mit großer Konzentration, während der Rede gab es aber eher verhaltenen Beifall. "Bleibt Christus und der Kirche immer treu. Der Friede sei immer mit euch", rief der Papst den Menschenmassen zum Abschied zu. Der Gottesdienst bildete den Abschluss und Höhepunkt des sechstägigen Weltjugendtages in Köln.

Am Ende der Messe lud der Papst die jungen Katholiken unter dem Jubel der etwa 2.000 Gläubigen aus Australien zum nächsten Weltjugendtag 2008 nach Sydney ein.

"Jedem Einzelnen nahe sein"

Die meisten Jugendlichen hatten trotz kühlen Wetters die Nacht auf dem Gelände des ehemaligen Braunkohletagebaus verbracht. Sie begrüßten den Papst mit "Benedetto"-Rufen, als er am Morgen mit seinem Papamobil eintraf. "Ich wäre gerne mit dem Papa-Auto kreuz und quer durch das ganze Gelände gefahren, um möglichst jedem Einzelnen nahe zu sein. Wegen der schwierigen Wege ging es nicht", bedauerte Benedikt XVI. vor seiner Predigt. Zu Beginn der Messe machte der 78-Jährige einen angespannten Eindruck, hob aber immer wieder die Hände zum Segen.

"Welle der Begeisterung"

Im positiven Licht des Weltjugendtags könne sich die Kirche in Deutschland zuversichtlich auch den schwierigsten Fragen und Herausforderungen stellen, sagte der Papst nach der Messe bei einem Treffen mit den deutschen Kardinälen und Bischöfen. Die "Welle der Begeisterung" müsse auch für die pastorale Arbeit unter der jungen Generation genutzt werden.

Vor dem Abflug verabschiedete Bundespräsident Horst Köhler den Pontifex am Flughafen Köln-Bonn. Er habe wichtige Zeichen für Zuversicht gesetzt und ein "Zeugnis des Glaubens" gegeben. Der Papst sagte, Deutschland sei für einige Tage der "Mittelpunkt der katholischen Welt" gewesen. Nachdem im 20. Jahrhundert Böses von Deutschland ausgegangen sei, habe der Weltjugendtag deutlich gemacht, "dass es auch das andere Deutschland gab und gibt - ein Land, einzigartiger menschlicher, kultureller und spiritueller Werte".

Der Papst kehrte am Abend in einem Lufthansa-Airbus auf einer Spezialroute mit einem Umweg über seinen bayerischen Geburtsort Marktl am Inn nach Rom zurück.

Polizei: Keine größere Zwischenfälle

Fast eine Woche lang waren Köln und das Rheinland mit rund 425.000 singenden, tanzenden und in vielen Sprachen betenden jungen Pilgern das Zentrum eines jungen Welt-Katholizismus geworden. Bis zum Ende verlief der Weltjugendtag friedlich und ohne größere Zwischenfälle. "Nie war der Gast einer gefährlichen Situation ausgesetzt", bilanzierte Kölns Polizeipräsident Klaus Steffenhagen.

Stand: 21.08.2005, 11:46