30. Juli 1996 - Magda Schneider stirbt bei Berchtesgaden

Magda und Romy Schneider

Stichtag

30. Juli 1996 - Magda Schneider stirbt bei Berchtesgaden

Mit etwa 14 Jahren kommt Magda Schneider zum ersten Mal in die Berge. Wie versteinert sei sie gewesen, wird sich die Schauspielerin später erinnern, "und so fasziniert von der Gebirgsgegend". Da entsteht der "Traum, ein Haus in den Bergen zu haben".

Mit eisernem Willen spart Schneider die ersten Gagen ihrer Filme; nach fünf Jahren kann sie sich den Traum erfüllen. In ihrem Haus "Mariengrund" unweit des Watzmann bei Berchtesgaden werden ihre beiden Kinder Romy und Wolfi groß. Hier ziehen nacheinander drei Ehemänner ein, hier regeneriert sie ihre Nerven und erholt sich von zahlreichen Schicksalsschlägen. Und hier wird sie sterben.

Der Sprung zum Film

Geboren wird Magda Schneider 1909 in Augsburg. Zunächst arbeitet sie als Stenotypistin in einer Getreidehandlung. Mit der Unterstützung der Mutter darf sie am Konservatorium Gesang studieren und erlernt Ballett. Dann engagiert sie der Augsburger Theaterintendant als zweite Soubrette. 1930 gelingt ihr von München aus mit "Boykott " der Sprung ins Filmgeschäft.

Bereits 1932 spielt Magda Schneider in seichten Komödien wie "Fräulein - falsch verbunden", "Ein bisschen Liebe für dich", "Zwei in einem Auto" und "Das Lied einer Nacht" an der Seite von Schauspielstars wie Heinz Rühmann, Adele Sandrock oder Gustav Knuth.

Traumpaar der 40er Jahre

1933 spielt Schneider im Film "Liebelei" nach dem gleichnamigen Theaterstück von Arthur Schnitzler unter der Regie von Max Ophüls ihre erste ernste Charakterrolle; ihre Tochter Romy wird später dieselbe Rolle spielen. Romy wird 1938 geboren; Vater ist der Schauspieler Wolf Albach-Retty, mit dem Magda Schneider zum Traumpaar der Zeit avanciert.

Unweit von "Mariengrund" liegt das Feriendomizil Adolf Hitlers, der Magda Schneider als Schauspielerin verehrt. Sie besucht ihn auf dem Obersalzberg - ein Umstand, den ihr ihre Tochter Romy nicht verzeihen kann. 1945 lässt sich Magda Schneider nach zahlreichen Affären ihres Mannes von Albach-Retty scheiden und heiratet 1953 den millionenschweren Kölner Gastronomen Hans Herbert Blatzheim, den Romy verächtlich "Daddy" nennt. Er stirbt 1968.

Die ewige Mutter

Gegen den Willen der Mutter ist Romy inzwischen im Internat zu einer Schauspielerin herangereift. Als ihr jedoch angeboten wird, im Heimatfilm "Wenn der weiße Flieder wieder blüht" (1953) ihre Tochter unterzubringen, willigt sie nach zähem Ringen mit sich selbst schließlich ein. Neben ihrer Tochter spielt sie auch in dem Vorläufer der Sissi-Filme "Mädchenjahre einer Königin" (1954) sowie in "Sissi" (1955), "Sissi - Die junge Kaiserin" (1956) und "Sissi - Schicksalsjahre einer Kaiserin" (1957) die Mutter der Hauptfigur.

Als Romy schauspielerisch und privat ihre eigenen Wege geht, bleiben für Madga Schneider die Rollenangebote aus. Neuen Lebensmut schöpft sie in den 60er Jahren durch die Dreharbeiten in der Fernsehserie "Drei Frauen im Haus" und durch ihren langjährigen Freund Horst Fehlhaber, den sie 1982 heiratet. Da hat sie sich nach einem Herzinfarkt bereits aus dem Berufsleben auf "Mariengrund" in den Bergen zurückgezogen. Nachdem sie auch noch den Tod ihres Enkels und ihrer Tochter Romy hat verkraften müssen, stirbt sie hier am 30. Juli 1996 mit 87 Jahren.

Stand: 30.07.11

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