02. Oktober 2005 - Rock Hudson stirbt an Aids

Stichtag

02. Oktober 2005 - Rock Hudson stirbt an Aids

Rock Hudson ist schwul. Aber das Filmbusiness braucht den Schauspieler als Womanizer. An der Seite von Doris Day, Gina Lollobrigida und Elisabeth Taylor wird der Mann, der die Männer liebt, seit Mitte der vierziger Jahre zu einem der größten Frauenhelden der Kinogeschichte. "Warum sind sie nicht verheiratet?" fragt die Taylor einmal. Hudson bleibt die Antwort schuldig. Heterosexuelle Zweideutigkeiten sind im US-Familienfilm durchaus erlaubt. Aber Homosexualität ist in Hollywood tabu.Rock Hudson wird 1925 als Roy Scherer in Winnetka (Illinois) geboren. Ab seinem fünften Lebensjahr wächst der scheue Junge ohne Vater in ärmlichen Verhältnissen auf. Später muss er sich als Vertreter, Briefträger und Lkw-Fahrer durchschlagen. Seinen eigentlichen Berufswunsch hält er geheim. "In dieser Kleinstadt konnte ich nie mal sagen: Ich will Schauspieler werden", sagt er später. "Das war kein Beruf für Männer." Als er mit 21 Jahren dennoch nach Hollywood pilgert, macht er sich in Filmen wie "Bettgeflüster" oder "Ein Pyjama für zwei" schnell einen Namen. Das Drängen der Medien zwingt ihn schließlich doch noch vor den Traualtar. Drei Jahre bleibt er mit der Sekretärin seines Agenten, Phyllis Gates, verheiratet. Dann lassen seine Neigungen die Lebenslüge nicht mehr zu.

1984 spielt Hudson in neun Folgen des "Denver-Clans". Da wiegt der Zwei-Meter-Mann nur noch 78 Kilo. Zunächst spricht der Frauenschwarm selber von Diät. Schließlich gibt er öffentlich zu, an Aids erkrankt zu sein und gründet eine Forschungs-Stiftung. Hudsons Bekenntnis verändert die öffentliche Meinung gegenüber der Immunschwäche mit einem Schlag. Plötzlich ist eine vorurteilsfreier Umgang mit HIV-Infizierten selbst in Amerika möglich. Nur seine Homosexualität, die im Bewusstsein vieler Amerikaner die schlimmste aller Krankheiten ist, hält Hudson bis zum Schluss geheim. Er stirbt am 2. Oktober 1985 als erster Hollywood-Star an  Aids, ohne sich je öffentlich geoutet zu haben. Gleich nach seinem Tod erhöht die US-Regierung den Etat für  Aids-Forschung auf das Doppelte.Stand: 02.10.05