15. März 2005 - Erste Verbraucherberatungsstelle in NRW eröffnet

Stichtag

15. März 2005 - Erste Verbraucherberatungsstelle in NRW eröffnet

Stress mit dem Reiseveranstalter, Fragen zur Altersvorsorge oder Ärger mit dem Telefonanbieter - viele Konsumenten wenden sich mit diesen Problemen an die Verbraucherberatungsstellen. Die erste Verbraucherberatungsstelle in Nordrhein-Westfalen wird in Köln am 14. Januar 1955 gegründet: Frauen, die bereits in Frauenverbänden und Konsumgenossenschaften organisiert sind, schließen sich zu einer so genannten Ortsarbeitsgemeinschaft der Verbraucherverbände zusammen. Sie arbeiten ab dem 15. März zunächst ehrenamtlich in ihren Privaträumen. Von dort aus beraten sie auch telefonisch. "Es ging damals um Fragen, wie man rationell einkauft und wie man mit dem Haushaltsgeld zurecht kommt", sagt Susanne Bauer-Jauz, Leiterin der Kölner Verbraucherzentrale. Ziel sei es gewesen, die Hausfrauen zu größerer Einkaufsdisziplin zu erziehen.Eine Beratungsstelle in offiziellen Räumen mit einer fest angestellten Mitarbeiterin gibt es in Köln ab 1961. Der Aufklärungsbedarf ist enorm: Es gibt weder eine Preiskennzeichnungspflicht noch ein Verbot für irreführende Werbung. Dabei ist Einkaufen in der Zeit des Wirtschaftswunders die Lieblingsbeschäftigung der Deutschen. Gerne werden vor allem Haushaltsgeräte gekauft. Deshalb wandeln sich die Verbraucherberatungsstellen in den 60er Jahren zu Lagern der Haushaltstechnik. Waschmaschine reiht sich an Herd und Bügelautomaten. Dass dieser Maschinenpark den Arbeitsplatz "Haushalt" völlig verändert, demonstrieren die Verbraucherzentralen: "Die Hausfrau mit Köpfchen ist eine Hausfrau mit Knöpfchen. Geräte erleichtern ihr die Küchenarbeit."

1973 zeigt sich erstmals, wie erfolgreich die Erziehung zur wehrhaften Verbraucherin ist: Die Hausfrauen streiken. Der Grund sind unaufhörlich steigende Fleischpreise und ein Aufruf der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg, an drei Wochenenden statt Fleisch andere eiweißhaltige Nahrung zu kaufen. Trotz der zunehmend kritischen Käufer geht der Beratungsbedarf nicht zurück: Über vier Millionen Verbraucher haben sich 2004 bei den 54 NRW-Beratungsstellen informiert.Stand: 15.03.05