13. November 1933 - Erstes Foto des Seeungeheuers vom Loch Ness

Loch Ness (Nordschottland) See im Glen-More-Tal.-Das Ungeheuer von Loch Ness.-(Angebliches Meeresungeheuer, erstmals bekannt geworden 1933/34). Foto.

Stichtag

13. November 1933 - Erstes Foto des Seeungeheuers vom Loch Ness

"Als ich Nessie das erste Mal sah, fuhr ich gerade den Berg hoch … Da sah ich am Eingang zur Record-Bucht diese riesige Kreatur, schwarz, dunkelgrau, schlammgrün", erinnert sich eine Augenzeugin. Das vermeintliche Seeungeheuer Nessie ist die Attraktion des schottischen Hochlandsees Loch Ness. Jährlich lockt es rund eine halbe Million Touristen an, die ins Wasser starren und hoffen, das Monster zu erblicken.

Der See ist tiefer als große Teile der Nordsee, an einigen Stellen bis zu 230 Meter. Gerade wegen seiner Tiefe verfügt der See über das mit Abstand größte Wasservolumen aller schottischen Seen. "Genug Platz also für ein paar Geheimnisse", sagt Adrian Shine, Leiter des "Loch Ness Project", das den knapp 40 Kilometer langen See seit Jahrzehnten erforscht. "Etwas Merkwürdiges geht hier vor. Sonst würden nicht über tausend Menschen, die ich für ehrlich und vernünftig halte, behaupten, dass sie hier ein großes Wesen gesehen haben."

Nessie wird King Kong 2

Zum ersten Mal soll ein irischer Mönch Nessie im 6. Jahrhundert erblickt haben. Lange war es ruhig um das Fabelwesen, aber im Jahr 1933 häufen sich die Sichtungen plötzlich. Liegt es daran, dass seit Anfang der 30er-Jahre eine Straße am vorher unzugänglichen Loch Ness vorbeiführt? Oder liegt es an einem Kinofilm? "King Kong war 1933 ein großer Kinohit. Und Nessie wurde eine Art King Kong 2. Darauf stürzten sich die Medien: Ein neues Ungeheuer war genau das, wonach sie suchten", sagt Willie Cameron aus dem Dorf Drumnadrochit, dem Zentrum des Nessie-Tourismus.

"Wissenschaft und Technik finden einfach keine großen Wesen"

Im November 1933 wird das erste Foto vom Loch Ness-Monster geschossen, von Hugh Gray, einem Arbeiter der lokalen Aluminiumfabrik. Auf dem Heimweg vom sonntäglichen Kirchgang habe er zufällig eine Kamera bei sich getragen, als sich das Seeungeheuer im See zeigt. Grays Nessie wird jedoch bald als Labradorhund enttarnt, der mit einem Stöckchen im Maul durchs Wasser schwimmt.

Seit den 1930er-Jahren sind unzählige weitere Fotografien, Filme und angebliche Beweise dazugekommen. Und alle entpuppten sich als Fälschungen, Fehler oder natürliche Phänomene. Einen echten Beweis für die Existenz von Nessie gibt es bis heute nicht, obwohl der See mit modernster Technik mehrfach durchleuchtet wurde. "Die größte Suchaktion, die hier jemals stattgefunden hat, bestand aus einer Flotte von Schiffen, alle mit Echolot, die mehrere Tage lang über den See fuhr. Aber Wissenschaft und Technik finden hier einfach keine großen Wesen", sagt Adrian Shine, Leiter des "Loch Ness Project". Nach Angaben der "Times" wird Nessie in letzter Zeit immer seltener gesichtet.

Stand: 13.11.2013

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