24. September 1638 - John Harvard stirbt in Boston

John Harvard (1607-1638)

Stichtag

24. September 1638 - John Harvard stirbt in Boston

Die Universität Harvard an der amerikanischen Ostküste gilt als Elite-Hochschule. Die Studiengebühren betragen jährlich etwa 50.000 Dollar. Zu den Absolventen gehören unter anderem die US-Präsidenten Theodore und Franklin D. Roosevelt, sowie John F. Kennedy und George Bush junior. Die Forschung bewegt sich auf höchstem Niveau: Bislang hat die Universität über 40 Nobelpreisträger hervorgebracht. In Harvard fanden die erste Nierentransplantation, die erste Befruchtung einer Eizelle im Reagenzglas und die erste Isolierung eines Gens statt. Mit einem Vermögen von 32 Milliarden Dollar gehört Harvard zu den reichsten Hochschulen der Welt.

"Das Lernen vorantreiben"

Begonnen hat Harvards Geschichte im 17. Jahrhundert - mit der Landung der Pilgerväter. 1620 gelangen die ersten mit dem Zweimaster "Mayflower" aus dem alten in das neue England. Es sind vor allem Puritaner. Sie haben sich mit der englischen Staatskirche zerstritten und wollen in "Gottes eigenem Land" eine neue Gesellschaft aufbauen. Um den eigenen Nachwuchs zu erziehen, gründet 1636 der "General Court" der "Massachusetts Bay Colony" ein College - mit dem Ziel, "das Lernen voranzutreiben und für die Nachwelt zu bewahren".

Das Startkapital beträgt 400 Pfund. Der Unterricht wird in einem kleinen Farmhaus abgehalten. Einen Namen erhält die Einrichtung erst zwei Jahre später, als der junge Theologe John Harvard am 24. September 1638 - möglicherweise auch schon am 14. September - in Boston stirbt. Er hat dem College einen Teil seines Vermögens und seine Bücher vermacht.

Einwanderer aus England

Über John Harvard ist wenig bekannt: Er wird im November 1607 in Southwark - im heutigen London - als viertes von neun Kindern geboren. Sein Vater ist Fleischer, seine Mutter betreibt einen Pub. Als die Pest nach England kommt, verliert John seine Familie. Nur seine Frau Ann ist an seiner Seite. Die beiden hält nichts mehr in der alten Welt. Darum brechen sie 1637 mit den Puritanern nach Amerika auf. Doch bereits im Jahr darauf ist Harvard tot - gestorben an Tuberkulose, mit gerade einmal 30 Jahren.

Ihm zu Ehren bekommt das puritanische College seinen Namen: Harvard. Im 19. Jahrhundert wird aus der regionalen Einrichtung eine Universtität mit Weltruhm. 1865 wird Harvard privatisiert. Inspiriert vom deutschen Bildungssystem baut Harvard-Präsident Charles William Eliot die Medizin- und Jura-Fakultäten aus. Zudem gründet er zwei neue Fachbereiche: Wirtschaftswissenschaften und Künste. Seit 1894 dürfen auch Frauen in Harvard studieren. Einen Abschluss kann heute unter anderem in Wirtschaft, Design, Theologie, Erziehungswissenschaften, Recht und Medizin erworben werden.

Stand: 24.09.2013

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