2. September 1993 - Deutsche Premiere von "Jurassic Park"

Im Film "Jurassic Park" betrachten Dr. Ian Malcom (Jeff Goldblum, l.), John Hammond (Richard Attenborough), Dr. Ellie Sattler (Laura Dern) und Dr. Alan Grant (Sam Neill) die Geburt eines Dinosauriers

Stichtag

2. September 1993 - Deutsche Premiere von "Jurassic Park"

Das Grauen beginnt mit kleinen Wellen in einem Wasserglas, das auf dem Armaturenbrett eines Jeeps steht. Dumpfes Donnern erschüttert den Boden. Plötzlich bricht ein haushoher Dinosaurier aus dem Dschungel hervor. Mit einem einzigen Kopfstoß drückt er das Auto ein. Die beiden Kinder im Inneren schreien um ihr Leben. Erst als aus dem nachfolgenden Jeep ein Mann herausspringt und das Tier mit einer Leuchtrakete ablenkt, kann das Mädchen fliehen. Das Wrack mit dem eingeklemmten Jungen kracht eine Böschung hinunter und bleibt im Geäst eines Mammutbaumes hängen. Sekunden der Stille.

Im Sommer 1993 zerrt der Kinohit "Jurassic Park" an den Nerven der Zuschauer. US-Regisseur Steven Spielberg hat frei nach dem Roman-Bestseller "Dino Park" von Michael Crichton ein Dinosaurier-Spektakel inszeniert: Auf einer tropischen Insel vor Costa Rica hat ein Milliardär einen gigantischen Vergnügungspark errichtet, in dem geklonte Saurier leben. Zwei Paläontologen und ein Mathematiker sollen, zusammen mit den Enkelkindern des Milliardärs, die Anlage als Erste inspizieren. Doch als ein Mitarbeiter die sichernden Elektrozäune für einen Moment ausschaltet, brechen aggressive Saurierarten wie Tyrannosaurus Rex und Velociraptor aus. Die Menschenjagd beginnt.

6,5 Minuten lang animierte Saurier

Die Tricks in "Jurassic Park" wirken real. Je nach Saurierart und Dramaturgie werden unterschiedliche Techniken eingesetzt. Es sind hydraulisch animierte Roboter, aber auch Puppenspieler im Einsatz. Andere Saurier werden digital erschaffen: Mit Computerprogrammen werden Skelett-Grafiken in die Szenen hineinkopiert. Der Computer berechnet daraufhin die richtigen Größenverhältnisse und fügt zum Schluss Haut und Muskeln hinzu. An den Bildern, die letztlich insgesamt nur rund 6,5 Minuten des Filmes ausmachen, arbeiten 50 Programmierer 18 Monate lang.

Die Produktionskosten für "Jurassic Park" betragen 65 Millionen US-Dollar, wovon etwa 15 Millionen US-Dollar für die Computeranimation der Saurierfiguren aufgewendet werden.

Einträgliche Vermarktung

Nach seiner Uraufführung in den USA am 12. Juni 1993 wird "Jurassic Park" innerhalb kurzer Zeit zum bis dahin erfolgreichsten Film der Kinogeschichte. In der ersten Woche nach der Premiere wird mit knapp 80 Millionen US-Dollar ein Rekordergebnis eingespielt. Auch bei der deutschen Premiere am 2. September 1993 löst der Streifen einen beispiellosen Publikumsandrang aus. Wegen seiner Gewaltszenen wird der Film in der Bundesrepublik erst ab zwölf Jahren freigegeben.

Mit der Vermarktung des Films außerhalb der Kinosäle werden zusätzliche Millionen verdient. Von rund 100 Unternehmen werden mehr als 1.000 Produkte verkauft - von Plastikdinosauriern, T-Shirts, Schreib- und Malutensilien über Bettwäsche und Kaffeetassen bis zu Videospielen. Alle Gegenstände waren mit dem gleichen Emblem verziert: der Schatten eines T-Rex-Schädels vor rotem Hintergrund, das aufgerissene Maul voller spitzer Zähne.

Stand: 02.09.2013

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