Stichtag

19. Januar 2004: August Heinrich Hoffmann von Fallersleben gestorben

Sein größter Erfolg bringt ihm auch den größten Karriereknick ein: 1841 veröffentlicht Heinrich Hoffmann in zwei Gedichtbänden "Unpolitische Lieder". Deren Inhalt ist entgegen dem Titel hochpolitisch und wird in Preußen ein großer Erfolg. Der Poet kämpft für bürgerliche Freiheit, gegen Fürstenwillkür und Kleinstaaterei. Das ist Zündstoff in den Jahren vor der Revolution von 1848. Der Verfasser ist Germanistikprofessor in Breslau, preußischer Beamter also. Die Regierung handelt schnell: 1842 wird Hoffmann seines Amtes enthoben und des Landes verwiesen, er verliert sogar die preußische Staatsangehörigkeit.

August Heinrich Hoffmann wurde 1798 geboren, im Dörfchen Fallersleben (heute bei Wolfsburg), nach dem er sich später nannte. Er studierte in Bonn, in Köln erschienen seine ersten Liebesgedichte - heimlich einem "Gretchen" aus Poppelsdorf (heute ein Stadtteil von Bonn) gewidmet. Sein privates Glück fand Hoffmann erst spät: Als 50-jähriger heiratete er seine 18-jährige Nichte Ida. 1860 erhielt er endlich wieder eine feste Stelle - als Bibliothekar des Herzogs von Corvey. Aber noch im gleichen Jahr starb Ida an den Folgen einer Totgeburt. Hoffmann blieb in Corvey, wo er am 19. Januar 1874 an einem Schlaganfall starb. 4.000 Menschen folgten seinem Sarg.

Sein Name bleibt verbunden mit dem "Deutschlandlied", das er 1841 auf Helgoland schrieb. Fast noch bekannter sind jedoch seine Kinderlieder, die kaum jemand mit ihm verbindet: "Alle Vögel sind schon da", "Ein Männlein steht im Walde" oder "Summ, summ, summ, Bienchen summ herum".

Stand: 19.01.2004

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