30. März 1853 - Vincent van Gogh wird geboren

Vincent van Gogh, Selbstportät mit bandagiertem Ohr

Stichtag

30. März 1853 - Vincent van Gogh wird geboren

Vincent van Gogh hat das Malen nie erlernt. Mühsam bringt er sich die hierfür notwendigen Grundtechniken selber bei. Dass er nie eine akademische Malausbildung gemacht hat, kommt van Gogh im Nachhinein als glückliche Fügung vor. "Man übersieht die Dinge dann so schnell", notiert er. "Die Dinge, die ich später malen wollte, waren einfach die Dinge, mit denen ich aufgewachsen bin."

Die Leinwand pflügen

Geboren wird van Gogh am 30. März 1853 als Sohn eines Pfarrers in Zundert. Während seiner glücklichen Kindheit teilt er sich ein Zimmer mit seinem vier Jahre jüngeren Bruder Theo, eines von seinen fünf Geschwistern. In der Tradition der Familie stehend, wird Theo später wie drei seiner Onkel Kunsthändler werden - und seinen stets klammen Bruder finanziell unterstützen. 600 Briefe schreibt Vincent später an Theo: eindringliche Zeugnisse seines unglücklichen und rastlosen Lebens.

In England versucht sich van Gogh in den 70er Jahren des 19. Jahrhunderts als Prediger und Lehrer. In Amsterdam studiert er Theologie, macht aber keinen Abschluss und geht 1878 als Hilfsprediger ins belgische Kohlrevier, um den Armen zu helfen. 1880 beschließt er, Maler zu werden. Fünf Jahre später malt er mit dem Gemälde "Die Kartoffelesser" eine typische Szene aus dem bäuerlichen Leben. Das Bild gilt als sein erstes Hauptwerk. Mit ihm ist auch van Gogh zufrieden. "Ich pflügte meine Leinwand, so wie sie ihre Äcker pflügten", wird er in Anlehnung an die "Kartoffelesser" seinen im Ansatz bereits expressionistischen Malstils beschreiben.

Ein Ohr für eine Hure

1885 geht van Gogh nach Paris, um die Malerei der Impressionisten zu studieren. 1888 reist er nach Arles, wo er ein gelbes Haus bezieht und zwei fruchtbare Jahre verbringt. Immer wieder zieht er mit seiner Staffelei in die Natur; nachts malt er mit einer Kerze auf dem Strohhut die Terrassen der Cafés. Bis zu vier Gemälde entstehen so pro Woche.

Dann lädt van Gogh den von ihm verehrten Maler Paul Gauguin in sein gelbes Haus ein. Die ungleichen Künstler gehen im Streit auseinander. Im Affekt schneidet sich van Gogh mit dem Rasiermesser einen Teil des Ohres ab und überreicht es einer Hure im Bordell von Arles. Nach der Verzweiflungstat wird er in die Nervenheilanstalt von Saint-Rémy eingeliefert. Hier malt er sich mit verbundenem Kopf.

In der Nervenheilanstalt wird van Goghs Malstil nervöser, gröber und bewegter. Besonders deutlich zeigt dies eines seiner letzten Gemälde von 1890, das ein Getreidefeld vor einem bedrohlich-düsteren Gewitterhimmel voller Krähen zeigt. Auf diesem Feld schießt sich van Gogh kurz darauf eine Gewehrkugel in den Körper und schleppt sich schwer verletzt noch in den Ort. Van Gogh stirbt 1890 in Auvers-sur-Oise.

Zu Lebzeiten hat Vincent van Gogh kaum ein Bild verkaufen können. Heute ist jedes seiner Werke mehrere Millionen Euro wert - und millionenfach auf Postern, Tassen, T-Shirts und Regenschirmen reproduziert.

Stand: 30.03.2013

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