16. April 1937 - "Way Out West" hat Premiere

Stan Laurel und Oliver Hardy in Way Out West, USA 1937

Stichtag

16. April 1937 - "Way Out West" hat Premiere

Als treu sorgende Gatten sind Stan Laurel und Oliver Hardy eine glatte Fehlbesetzung. Nach einem zwölfstündigen Arbeitstag im Filmstudio unterhält sich Laurel lieber mit einer Flasche Gin als mit seiner Gattin. Und Hardy zieht es vor, auf dem Golfplatz sein Handicap zu verbessern, statt ins traute Heim zurückzukommen.

Ende der dreißiger Jahre ist Laurels dritte Ehe gescheitert, Hardy steht vor seiner ersten Scheidung. Die Ehefrauen überziehen das Komikerduo mit Unterhaltsprozessen. Vielleicht ist das der Grund, warum beide in "Way Out West" verbal so genussvoll auf die Erbschleicherin und Mitgiftjägerin Lola einprügeln.

Einen Tag wird nur gekitzelt

"Way Out West" erzählt die Geschichte eines Betrugsversuchs mit Happy End. Stan und Ollie sind in die Westernstadt Brushwood Gulch gekommen, um einer Frau namens Mary Roberts ihre Erbschaft in Form der Besitzurkunde einer Goldmine zu überreichen. Natürlich kann Stan den Auftrag nicht geheim halten und plaudert ihn ausgerechnet gegenüber einigen Ganoven aus – was neben zahlreichen Slapstick-Einlagen zur Folge hat, dass sich die gerissene Lola als Mary Roberts ausgibt, um in den Besitz der Urkunde zu gelangen.

Bei einem ihrer Versuche an die Urkunde zu kommen, kitzelt sie Stan gründlich durch, um das Papier aus Laurels Frack zu entwenden. Drei Minuten dauert die legendäre Szene. Einen ganzen Tag dauern die Dreharbeiten. Ein Beleg dafür, wie hart vor allem Stan Laurel, Kopf des Komiker-Duos, am Humor jeder einzelnen Einstellung feilt.

Kreideweich synchronisiert

Am 16. April 1937 hat "Way Out West" in den USA Premiere. In Deutschland kommt der Film, den viele Kritiker für die beste Kinoproduktion von Laurel und Hardy halten, unter dem Titel "Dick und Doof im Wilden Westen" in die Lichtspielhäuser. Dem Publikum gefällt vor allem, dass "Way Out West" kein gutes Haar lässt am ernsten Mythos vom rauen, aber ehrlichen Cowboy-Leben. Beliebt ist auch die Filmmusik. Sie bringt der Produktion eine Oscar-Nominierung ein.

Anlässlich einer Neusynchronisation wird der deutsche Filmtitel 1965 in "Zwei ritten nach Texas" geändert – vor allem, um die Komiker von ihrem Dick-und-Doof-Image zu lösen und zu zeigen, wie viel Komikkunst in der Westernsatire steckt.

In der neu synchronisierten Fassung ist auch Walter Bluhm als Stimme von Stan Laurel zu hören. Nach Meinung vieler Fans passt seine hohe Stimme sogar besser zu der der Figur, als die Original-Stimme von Stan Laurel.

Stand: 16.04.2012

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