15. April 1452 - Leonardo da Vinci wird geboren

Zeichnung von Leonardo da Vinci

Stichtag

15. April 1452 - Leonardo da Vinci wird geboren

Wenn Leonardo da Vinci in Florenz über den Marktplatz schlendert, gilt sein erster Besuch den Vogelhändlern. Hier kauft er Vögel und lässt sie frei, um ihren Flug zu studieren. Von Kindesbeinen an ist das Fliegen einer von Leonardos größten Wünschen und die Beobachtung der Natur bis ins Alter unabdingbare Voraussetzung für die Kunst: "Jede Erkenntnis", schreibt er in sein Notizbuch, "beginnt mit den Sinnen".

In Leonardos teils in Spiegelschrift verfassten Skizzenheften finden sich denn auch Zeichnungen von einem Fluggleiter und einem Hubschrauber –  oder von einem pyramidenförmigen Fallschirm, den ein britischer Abenteurer im Jahr 2000 ausprobiert: er funktioniert.

Stadtplanung und Panzerwagen

Geboren wird Leonardo am 15. April 1452 als uneheliches Kind eines Bauernmädchens und eines Notars nahe der Ortschaft Vinci bei Florenz. Ab 1469  wird er auf Zuspruch des Vaters in der Werkstatt des Malers und Bildhauers Andrea del Verrochio ausgebildet, drei Jahre später in die bekannte Florentiner Künstlervereinigung Lukasgilde aufgenommen. Danach wird er als Maler, aber auch als Architekt und Ingenieur berühmt.

1482 holt Fürst Ludovico Sforza den 30-jährigen Leonardo nach Mailand. Hier organisiert er Feste, konzipiert Denkmäler, revolutioniert die Stadtbewässerung, entwirft astronomische Linsen und denkt über den biologischen Ursprung des Lebens nach. Viele seiner bahnbrechenden Erfindungen werden allerdings nicht gebaut – darunter ein funktionstüchtiger Panzerwagen, den die britische Armee für eine BBC-Dokumentation Anfang des 21. Jahrhunderts nachbaut.

"Das letzte Abendmahl"

In Mailand malt Leonardo mit etwa 40 Jahren das Fresko "Das letzte Abendmahl", das jenen dramatischen Augenblick festhält, in dem Christus seinen Jüngern offenbart, dass einer der Versammelten ihn verraten wird: Aufgebracht diskutieren die erschreckten Jünger und überlegen, wer unter ihnen wohl der Verräter sein könnte. Jesus sitzt schon einsam im Mittelpunkt des Bildes.

Um seine Figuren lebensecht darstellen zu können, betreibt Leonardo verbotene anatomische Studien an Leichen – wobei er unter anderem auch Arterienverkalkung als mögliche Todesursache entdeckt. Weil er beim Mischen der Farben beim "Abendmahl" experimentiert, blättert sie schon während des Malens ab. Später muss das Bild aufwendig restauriert werden.

Das berühmteste Lächeln der Welt

Im Jahr 1500 kehrt Leonardo nach Florenz zurück. Drei Jahre später entsteht hier mit der "Mona Lisa" sein wohl bekanntestes Gemälde. Angeblich wird das berühmte Lächeln der Porträtierten durch die fröhlichen Klänge von Musikanten unterstützt, die Leonardo eigens in sein Atelier geholt hat, um die junge Dame in eine lockere Stimmung zu versetzen. Leonardo selbst hat das Bild bald so lieb gewonnen, das er es auf seinen Reisen immer mitnimmt.

Leonrado da Vinci stirbt 1519 auf Schloss Cloux bei Amboise. Dort hat er auf Einladung des französischen Königs Franz I. seine letzten Lebensjahre verbracht. Bis heute gilt er als eines der bedeutendsten Universalgenies der Renaissance.

Stand: 15.04.2012

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