13. November 1906 - Grundstein für das Deutsche Museum in München gelegt

Das Deutsche Museum München (Aufnahme von 2005)

Stichtag

13. November 1906 - Grundstein für das Deutsche Museum in München gelegt

Bauingenieur Oskar von Miller ist vom technischen Fortschritt fasziniert: 1881 besucht er die Elektrizitätsausstellung in Paris - und organisiert im Jahr darauf in München die erste derartige Schau im Deutschen Kaiserreich. Fast zehn Jahre später leitet er die Internationale Elektrotechnische Ausstellung in Frankfurt am Main. Doch Miller will mehr. Am 1. Mai 1903 schreibt er an Vertreter von Wissenschaft und Industrie, "ob nicht, wie für die Meisterwerke der Kunst und des Gewerbes, auch für die Meisterwerke der Wissenschaft und Technik eine Sammlung in Deutschland angelegt werden soll." Millers Vorschlag stößt auf Zustimmung. Am 28. Juni 1903 findet die offizielle Gründungssitzung des Deutschen Museums statt.

Insel wird Baugelände

Prinz Ludwig III. übernimmt die Schirmherrschaft des Museums. Die Stadt München stellt die sogenannte Kohleninsel in der Isar als Baugelände zur Verfügung. Die Bayerische Akademie stiftet ihre Sammlungen. Auch aus dem In- und Ausland treffen Ausstellungsstücke in München ein. Am 13. November 1906 erscheint Kaiser Wilhelm II. zum ersten Spatenstich für den Bau: "Das Deutsche Museum, dessen Grundstein wir heute gelegt haben, soll dem deutschen Volke seine großen Forscher und Erfinder, seine Dichter und Denker auf naturwissenschaftlichem Gebiete menschlich näher bringen." Am Tag zuvor waren die bis dahin gesammelten Apparate, Maschinen und Modelle provisorisch im alten Nationalmuseum an der Maximilianstraße der Öffentlichkeit zugänglich gemacht worden.

Das Deutsche Museum wird erst Jahre nach dem Ersten Weltkrieg am 7. Mai 1925 eröffnet - zum 70. Geburtstag Millers. Es gibt Abteilungen für Naturwissenschaften wie Physik, Mathematik und Chemie, aber auch für angewandte Technik wie Beleuchtungs- oder Kältetechnik. Das Museum will alle Altersgruppen und Schichten ansprechen. Anfassen und Mitmachen gehören vom Anfang an zum Konzept. Dieser Idee Millers fühlt sich das Deutsche Museum bis heute verpflichtet.

Zweigmuseum in Bonn

1992 wird im Norden Münchens in der ehemaligen Flugzeugwerft Schleißheim eine Zweigstelle eröffnet, die einen Teil der Luftfahrtsammlung zeigt. 1995 kommt das Zweigmuseum Bonn hinzu, das Wissenschaft und Technik nach 1945 präsentiert. Mittlerweile verfügt das Deutsche Museum über insgesamt rund 20.000 Exponate aus Wissenschaft und Technik. Darunter sind das erste Automobil von Carl Benz, das erste Motorflugzeug der Brüder Wright, der erste programmgesteuerte Computer von Konrad Zuse, eine Hochspannungsanlage um Blitze zu erzeugen und eine originalgetreue Nachbildung einer Kohlegrube aus dem 19. Jahrhundert.

Stand: 13.11.2011

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