24. September 1541 - Paracelsus stirbt in Salzburg

Paracelsus, eigentlich Theophrastus Bombastus von Hohenheim (Kupferstich von 1538)

Stichtag

24. September 1541 - Paracelsus stirbt in Salzburg

Er ist einer der größten Reformer in der Geschichte der Medizin: Theophrastus Bombastus Aureolus Philippus von Hohenheim. Besser bekannt unter dem Pseudonym Paracelsus. Er hat einen namhaften Fürsprecher: Erasmus von Rotterdam rät dem Buchdrucker Johannes Amberbach, den außergewöhnlichen Doktor aufzusuchen. Der angesehene Verleger aus Basel fürchtet um sein schmerzendes Bein. Sein Leibarzt will es amputieren. Paracelsus hingegen greift nicht zur Knochensäge, sondern zu Kräutern: "Nur die Natur heilt die Natur, auch den Menschen, der Produkt der Natur ist." Er nehme alles für den kranken Menschen, was ihm die Natur gebe. "Doch das wichtigste Hilfsmittel ist die Liebe des Arztes, nur mit der Liebe heilen die Wirkstoffe."

Als "Wundarzt" unterwegs

Paracelsus verwendet auch giftige Substanzen. Als Alchemist experimentiert er mit Schwefel, Eisen, Silber und Blei. Seine Patienten behandelt er unter anderem mit Arsen. Der Wegbereiter der pharmazeutischen Chemie prägt einen Leitsatz, der bis heute für den Umgang mit Medikamenten gilt: "All Ding sind Gift, nur die Dosis macht es, dass es kein Gift ist."

Geboren wird Paracelsus Ende 1493 oder Anfang 1494 im Wallfahrtsort Einsiedeln im Schweizer Kanton Schwyz. Sein Vater ist Arzt und stammt aus einem schwäbischen Adelsgeschlecht, seine Mutter ist Leibeigene des Klosters Einsiedeln. Mit 16 Jahren nimmt Paracelsus ein Medizinstudium auf, das ihn an verschiedene Universitäten führt. In Ferrara schließt er 1515 oder 1516 mit der Promotion ab. Anschließend ist er als "Wundarzt" auf den Schlachtfeldern Europas unterwegs. Dabei habe er gelernt, auf weise Frauen, Schafhirten, Bauern und Imker hören. Paracelsus will eine Art Volksmedizin betreiben. Die Zeit für einen Reformer wie ihn ist gut. Im 16. Jahrhundert befindet sich Europa im Aufbruch: Buchdruck, Reformation, Astronomie.

"Große Wundartzney"

1527 bekommt Paracelsus in Basel eine Stelle als Stadtarzt und lehrt an der Universität. Er doziert in Deutsch - nicht in der Gelehrtensprache Latein. Seine Studenten sind begeistert, seine Kollegen empört. Paracelsus provoziert: Er verbrennt öffentlich herkömmliche Lehrbücher und beschimpft die Schulmediziner als "Arschkratzer, Hodenschneider, Hudelärzte".

Als ihm wegen des Vorwurfs der Hexenmeisterei die Verhaftung droht, flieht Paracelsus und geht wieder auf Wanderschaft. Sein Wissen publiziert er in mehr als 500 Schriften. Die "Große Wundartzney" gehört zu seinen Hauptwerken. Paracelsus stirbt am 24. September 1541 im Alter von 47 oder 48 Jahren in Salzburg.

Stand: 24.09.2011

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