04. September 2007 - Vor 100 Jahren: Edvard Grieg stirbt in Bergen

Stichtag

04. September 2007 - Vor 100 Jahren: Edvard Grieg stirbt in Bergen

Von engen Fjorde, schneebedeckten Berge und Einsamkeit kann der norwegische Komponist Edvard Grieg nicht genug bekommen. Seine Musik ist ein Spiegel der Umgebung, in der er aufgewachsen ist: "Meine westnorwegischen Berglandschaften ziehen mich mit unwiderstehlicher Kraft immer wieder zu sich." Geboren wird Edvard Hagerup Grieg am 15. Juni 1843 in Bergen. Sein Vater ist wohlhabender Fischhändler, seine Mutter eine begabte Sängerin und Pianistin. Mit sechs Jahren bekommt Edvard Klavierunterricht bei seiner Mutter. Sie ist streng: "Mit ihr war nicht zu spaßen, wenn sie mich am Klavier träumend fand, anstatt meine Lektionen fleißig zu üben." Grieg komponiert schon als Kind. Mit 15 Jahren geht er nach Leipzig ans Konservatorium. Dort wird er schwer lungenkrank. Das Leiden begleitet ihn sein ganzes Leben.

1863 geht der 20-Jährige nach Kopenhagen. Hier hat Grieg zwei prägende Begegnungen: Er lernt seine Frau Nina kennen und hört das erste Mal eine Hardangerfiedel. Diese ist nach dem Hardangertal benannt. Viele Musikanten spielen damit Volkslieder. Grieg verarbeitet norwegisches Liedgut in seinen Kompositionen und stellt das Nationale in den Vordergrund. Grund dafür ist die politische Situation Norwegens, das noch bis 1905 von Schweden abhängig ist. Künstler wie Edvard Grieg, Edvard Munch oder Henrik Ibsen wollen in ihren Werken das typisch Norwegische herausarbeiten, um eine eigene Identität und Selbstbewusstsein zu erlangen.

Grieg ist schon zu Lebzeiten berühmt. Er ist monatelang auf Konzertreise, trifft befreundete Komponisten wie Liszt, Brahms und Tschaikowsky. Bei seinen Konzerten spielt Grieg vorwiegend eigene Werke: das Klavierkonzert a-Moll, die Lyrischen Stücke, die Violinsonaten. Bei einer dieser Reisen lernt er in Rom den norwegischen Dichter Ibsen kennen. Grieg bekommt von ihm den Auftrag, zu seinem Drama "Peer Gynt" die Schauspielmusik zu schreiben. Während des Komponierens wird Grieg von Selbstzweifeln gequält - wie so oft. Einiges, was er schreibt, bezeichnet Grieg als "Kuhmist". Doch "Peer Gynt" wird bei der Uraufführung in Oslo 1876 ein großer Erfolg. Da bezieht der 30-Jährige bereits drei Jahre eine staatliche Rente, die Norwegen ihm für seine Funktion als Nationalkomponist bezahlt. Die materielle Unabhängigkeit erlaubt Grieg ein behagliches Leben auf dem Landsitz Troldhaugen bei Bergen. Hier stirbt er am 4. September 1907 im Alter von 64 Jahren.

Stand: 04.09.07