23. Februar 2010 - Vor 65 Jahren: Soldaten hissen US-Flagge auf Iwo Jima

Stichtag

23. Februar 2010 - Vor 65 Jahren: Soldaten hissen US-Flagge auf Iwo Jima

Am fünften Tag der Belagerung stürmt ein kleiner Trupp US-Marine-Soldaten den Suribachi, den höchsten Berg der japanischen Insel Iwo Jima. Am 23. Februar 1945 rammen sie dort einen Fahnenmast in den Boden und lassen das amerikanische Sternenbanner gen Himmel steigen. Einer von 70 Journalisten, die die Invasion begleiten, ist der Fotograf Joe Rosenthal. Er hält den Moment der Flaggenhissung fest. Über seine Nachrichtenagentur AP schickt er das Bild um die Welt, es erscheint auf allen Titelseiten der USA, noch im gleichen Jahr erhält er dafür den Pulitzerpreis. Wenige Tage nachdem sie die Flagge aufstellten, sind drei der sechs Soldaten tot, die anderen werden an die Heimatfront abkommandiert. Das Foto jedoch hat sie über Nacht berühmt gemacht und den Japanern eine symbolische Niederlage zugefügt.

Denn tatsächlich unterliegen die Amerikaner den Japanern zunächst im Kampf um Iwo Jima. Während sich im Februar 1945 in Europa das Kriegsende abzeichnet, erweist sich der Pazifik-Krieg gegen Japan als äußerst mühsam. Mit der Strategie des sogenannten "Inselhoppings" wollen die Amerikaner bis zur japanischen Hauptinsel vordringen. Doch 1.200 Kilometer südlich von Tokio verteidigen die Japaner erbittert eine Insel: Iwo Jima, japanisch Ioh-Jima, eine 23 Quadratkilometer große Vulkaninsel im Pazifik. Die Japaner verbarrikadieren sich in einem 29 Kilometer langen, bombensicheren Höhlensystem und fügen den US-Truppen innerhalb weniger Tage massive Verluste zu: 6.280 Tote und über 27.000 Verwundete, das sind mehr tote US-Soldaten als bisher im Irak-Krieg.

Einen Monat nach der Flaggenhissung nehmen die US-Marines die Insel vollständig ein. Historiker kritisieren bald das rassistische und brutale Vorgehen der US-Soldaten, die die Japaner als Ratten in Erdlöchern bezeichnen und vorzugsweise mit Flammenwerfern angreifen. Von 21.000 stationierten japanischen Soldaten überleben nur 216, viele begehen freiwillig oder auf Befehl ihrer Vorgesetzten mit der letzten Handgranate Selbstmord. Den Vormarsch auf die Hauptinsel haben die japanischen Truppen tatsächlich um drei bis vier Wochen verzögert. Doch bezahlte das japanische Volk dafür einen hohen Preis. Fünf Monate später geht ein Foto um die Welt, dass sich noch stärker ins Bewusstsein der Menschheit eingebrannt hat: der Atompilz über Hiroshima.

Stand: 23.02.10