17. Juni 2010 - Vor 40 Jahren: Der Range Rover wird offiziell vorgestellt

Stichtag

17. Juni 2010 - Vor 40 Jahren: Der Range Rover wird offiziell vorgestellt

Er könnte, wenn er müsste, aber meistens darf er nicht – "offroad" über Stock und Stein nämlich. Ein Nobel-Geländewagen im Kleinlaster-Format wie der Range Rover quält sich heute meist stop-and-go über Großstadt-Boulevards, statt seine expeditionstaugliche Sonderausstattung in Steppen, Flussbetten oder auf Gebirgspässen auszuspielen. Dort nehmen selbst bei schwierigster Wegstrecke elektronische Helfer wie Vierradantrieb, "Terrain Response System" und "Downhill Control" dem Fahrer jede Arbeit ab – ohne dass der auf Luxus-Innenausstattung und konkurrenzfähige Spitzengeschwindigkeit verzichten muss. Am 17. Juni 1970 stellt der britische Autobauer Land Rover sein neues Topmodell Range Rover der Öffentlichkeit vor. Mit ihm beginnt die Ära des SUV (Sport Utility Vehicle), des großvolumigen, spritfressenden und prestigeträchtigen Straßenkreuzers.

Rover entdeckt die Oberklasse

Der Land Rover, spartanischer Urahn des Range Rover, ist 1948 die Sensation der Amsterdam Motor Show. Die von der Pleite bedrohten Rover-Werke präsentieren ein kleines robustes Fahrzeug, das auf der Straße, in der Landwirtschaft und beim Militär gleichermaßen einsetzbar ist. Mit zuschaltbarem Vierradantrieb taugt es als Traktor wie als Lastenesel und trifft damit voll den Bedarf jener Zeit. Dank der robusten Bauart sind die meisten aller jemals gebauten Land Rover heute noch überall auf dem Globus unterwegs. Bis 1970 bleibt der karge Allrounder das einzige Modell der Firma; dann gelingt Rover ein ähnlicher Paukenschlag wie 22 Jahre zuvor. Mit der Einführung des luxusveredelten Range Rover werden nun auch die Bedürfnisse der Oberklasse erfüllt. Als erster Wagen mit permanentem Allradantrieb, geschmeidig gefederten Starrachsen und schnurrendem V-8-Motor bietet der Range Rover auch Lord und Mylady die Gewähr eines standesgemäß komfortablen Ausflugs ins Grüne.

Wechselvolle Firmen-Historie

Schnell erobert die britische Luxuskarosse eine Spitzenposition unter den rollenden Statussymbolen. Auch Queen Elizabeth schätzt die Kombination von Geländegängigkeit und Bequemlichkeit, wenn sie ihren Range Rover auf Landurlaub im schottischen Balmoral eigenhändig über die Dörfer steuert. Die produzierten Stückzahlen bleiben angesichts eines exorbitanten Preises und des Benzinverbrauchs von 25 bis 30 Litern auf 100 Kilometer allerdings überschaubar. Erst 1976, 28 Jahre nach dem Debüt des Land Rover, kann das Unternehmen mit seinen zwei Modellen die Millionen-Marke knacken. Dementsprechend wechselvoll ist die wirtschaftliche Existenz der stets kapitalschwachen Marke. Nach Jahren unter dem Dach zunächst von British Leyland, dann von BMW und Ford, gehören die stolzen britischen Geländewagenbauer seit 2008 mit Jaguar zum indischen Mischkonzern Tata.

Stand: 17.06.10