14. Februar 2010 - Um 1960: Die Tradition des Valentinstags beginnt

Stichtag

14. Februar 2010 - Um 1960: Die Tradition des Valentinstags beginnt

Was Valentin von Terni getan hat, dass er zum Schutzpatron der Liebenden wird, liegt weitgehend im Dunkeln. Angeblich traut der Bischof im dritten Jahrhundert nach Christus Verliebte trotz des strikten Verbots von Kaiser Claudius. Der Herrscher soll befohlen haben, den christlichen Würdenträger am 14. Februar des Jahres 269 hinzurichten – Grund genug für die katholische Kirche, ihn als Märtyrer heilig zu sprechen. Danach wird Valentin lange Zeit bei Krankheiten wie Epilepsie und Irrsinn angerufen. Irgendwann gilt er dann auch als Fachmann gegen Liebeswahn und Liebesleid.

Das Mittelalter entdeckt Valentin in dieser Rolle neu. Es ist die Zeit der Minne, in der junge Adelige ihre Liebe zu hochgestellten und im Grunde unerreichbaren Damen bei Hofe nur durch die Blume kundtun können. Minnesänger tragen die Botschaften zu den Burgen und Schlössern. Hohe Herren, die mit der Angebeteten auf Tuchfühlung gehen wollen, stecken ihr ein Briefchen oder sogar eine Rose zu. Was die Verliebten brauchen, ist ein Legendenstoff, der den Brauch auch von christlicher Seite her legitimieren könnte. Hier kommt Valentin ins Spiel, der laut manchen Quellen gar als Blumenliebhaber gilt. Fortan hat der Märtyrer seinen eigenen Feiertag.Zum Großgeschäft für Floristen allerdings wird der Valentinstag erst Anfang der sechziger Jahre in den USA. Von dort schwappt der Brauch auch nach Europa herüber. Seitdem mahnen Werbefilme und Reklameplakate der Blumenindustrie oder von großen Juwelierketten Verliebte und Ehemänner jedes Jahr, die Geliebte oder Ehefrau am 14. Februar nicht zu vergessen. In der Woche zuvor sind die Preise für langstielige Baccara-Rosen auf der größten Blumenversteigerung der Welt im holländischen Aalsmeer oftmals viermal höher als gewöhnlich.

In einigen Ländern haben sich die Menschen aber andere Traditionen als die des Blumenschenkens ausgedacht. In Italien etwa werfen Liebespaare den Schlüssel eines Vorhängeschlosses ins Wasser, um ihre Verbundenheit zu zeigen. Und in Japan schenkt man statt Blumen Schokolade. Hier ist die Emanzipation an diesem Festtag am weitesten fortgeschritten. Immerhin werden am Valentinstag nicht die Frauen, sondern die Männer mit der Süßigkeit bedacht.

Stand: 14.02.10