01. Februar 2008 - Vor 5 Jahren: Die US-Raumfähre Columbia verglüht

Stichtag

01. Februar 2008 - Vor 5 Jahren: Die US-Raumfähre Columbia verglüht

1. Februar 2003: Die Besatzung der Raumfähre Columbia soll nach gut zwei Wochen im All zur Erde zurückkehren. Die sieben Astronauten werden vom Kontrollzentrum in Houston mit Dudelsack-Klängen und der Hymne "Scotland the brave " geweckt. Die zwei Frauen und fünf Männer nehmen ihre Positionen ein und bereiten sich für den Lande-Anflug vor. Das Ziel: Cape Canaveral in Florida. Zunächst verläuft alles normal. Die Bremsraketen zünden. Das Space Shuttle wird langsamer und beginnt mit dem Sinkflug. Über Texas tritt die Columbia in die Erd-Atmosphäre ein. Die Temperatur an der Außenhülle beträgt nun rund 1.600 Grad Celsius. Zunächst zeigen einige Wärme-Sensoren erhöhte Werte in der linken Tragfläche an, dann fallen sie aus. Plötzlich bricht der Funkkontakt ab und die Raumfähre explodiert. Alle Astronauten sterben. Mehr als 80.000 glühende Einzelteile der Columbia prasseln auf die Erde - verstreut in sechs Bundesstaaten von Kalifornien bis nach Louisiana.

Eine Expertenkommission untersucht sieben Monate lang die Ursache der Katastrophe. Das Ergebnis: Bereits 81 Sekunden nach dem Start ist das Schicksal der Crew besiegelt. Denn vom Außentank löst sich ein Stück Schaumstoff, trifft auf die Vorderkante der linken Tragfläche und reißt ein Loch. Durch diese Stelle gelangt beim Rückflug die Hitze in den Flügel, der zu schmelzen beginnt. Techniker der amerikanischen Raumfahrtbehörde Nasa bemerken zwar die Beschädigung, doch ihre Warnungen werden ignoriert. Aber auch wenn das Problem richtig eingeschätzt worden wäre, hätte die Nasa nichts tun können: Bis zur rettenden Internationalen Raumstation hätte es die Columbia nicht geschafft. Sie hat zuwenig Treibstoff dabei. Außerdem fehlt die Andock-Vorrichtung. Auch eine Reparatur der Hitzekacheln im All ist unmöglich: Das Werkzeug ist nicht an Bord. Die einzige Chance wäre eine SOS-Kapsel gewesen, mit der sich die Besatzung beim Eintritt in die Atmosphäre hätte retten können. Auch diese fehlt - weil sie zu teuer ist.

Das Verglühen der Columbia im Jahr 2003 ist das zweite große Nasa-Unglück. 1986 ist die Raumfähre Challenger wenige Sekunden nach dem Start explodiert. Es dauert bis Juli 2005, bis wieder ein Shuttle ins All startet. Von den ursprünglich fünf Raumfähren sind noch drei übrig: Die Endeavour, die Atlantis und die Discovery. US-Präsident George W. Bush kündigt an, dass sie 2010 ausgemustert werden - nach fast 30 Jahren Shuttle-Flügen. Als erstes wieder verwendbares Raumschiff hat 1981 die Columbia   ihren Jungfernflug absolviert. Dennoch wird die bemannte Raumfahrt nicht gestoppt. Knapp ein Jahr nach dem Unglück gibt Bush bekannt: Weiterbau der internationalen Raumstation bis 2010, zurück zum Mond bis 2020, von da aus weiter Richtung Mars.

Stand: 01.02.08