12. April 2008 - Vor 110 Jahren: Marie Curie berichtet erstmals über Radium

Stichtag

12. April 2008 - Vor 110 Jahren: Marie Curie berichtet erstmals über Radium

Ende des 19. Jahrhunderts sind Frauen in Polen nicht zum Studium zugelassen. Die 24-jährige Maria Sklodowska, eine hochbegabte Lehrerstochter aus Warschau, reist deshalb 1891 nach Paris, um an der Sorbonne Physik und Mathematik zu studieren. Sie beweist einen scharfen Verstand und besteht alle Examina mit Bestnoten. 1895 heiratet Maria, die sich nun Marie nennt, den acht Jahre älteren Pierre Curie, einen der bedeutendsten Physiker Frankreichs. Ihren Forscherehrgeiz widmet sie einem Phänomen, dem der Physiker Henri Becquerel auf die Spur gekommen ist. Er hat entdeckt, dass von Uran eine Strahlung ausgeht, die selbst dicke Aluminiumplatten durchdringen kann. In einem feuchten, unbeheizten Schuppen richten Marie und Pierre Curie  ein Labor ein, um die Ursache jener "Radioaktivität" zu klären.  

Marie Curies Forschungsmaterial ist Uranpecherz, Pechblende genannt. Tonnenweise wird es aus den Bergwerken im böhmischen St. Joachimsthal nach Paris geschafft und dort von ihr in jahrelanger Schwerstarbeit zerkleinert, erhitzt und mit Flüssigkeit versetzt. So gelingt es Marie Curie, winzige Spuren eines Elementes zu isolieren, von dem jene geheimnisvolle Strahlung ausgeht. Am 12. April 1898 schließlich wagt sie es, der gegenüber einer Frau äußerst misstrauischen Fachwelt die Entdeckung eines neuen Elementes in Aussicht zu stellen: "Zwei Uranverbindungen [...] sind weit aktiver als das Uran selbst. Diese Tatsache ist sehr bedeutungsvoll und führt zu der Annahme, dass diese Mineralien möglicherweise ein Element enthalten können, das weit aktiver ist als das Uran."

Nach dem ersten strahlenden Element, das Madame Curie auf den Namen Radium tauft (lat. radius= der Strahl), entdeckt das Forscher-Ehepaar noch ein zweites. Es erhält, nach Maries Heimatland, den Namen Polonium. Allerdings vergehen noch weitere vier Jahre, bis Marie Curie endlich ein Zehntel Gramm Radium gewonnen hat und sein Atomgewicht bestimmen kann. 1903 erhält sie als erste Frau - zusammen mit Henri Becquerel und ihrem Mann - für die Erforschung der Radioaktivität den Physik-Nobelpreis. Acht Jahre später wird Marie Curie für die Entdeckung und Isolierung von Radium und Polonium mit dem Nobelpreis für Chemie ausgezeichnet. Ihr permanent ungeschütztes Hantieren mit den radioaktiven Substanzen bezahlt die Strahlen-Pionierin mit dem Leben. Am 4. Juli 1934 stirbt Marie Curie nach jahrzehntelangem Leiden an Leukämie.

Stand: 12.04.08