14. Februar 2008 - Vor 40 Jahren: Virtueller Geburtstag von Lara Croft

Stichtag

14. Februar 2008 - Vor 40 Jahren: Virtueller Geburtstag von Lara Croft

Eigentlich soll Lara Croft ein Mann werden. Aber dann entscheiden sich die Spiele-Entwickler der britischen Softwarefirma Core Design Ltd. in Derby  1994 für eine weibliche Superheldin, die als Archäologin um die Welt reist. Sie stecken Lara in einen grünen Body mit braunen Hotpants und dunkle Springerstiefel, hängen ihr einen kleinen Rucksack auf den Rücken und geben ihr zwei Neun-Millimeter-Pistolen in die Hand, mit denen sie gegen natürliche und übernatürliche Feinde kämpfen soll. In diesem Outfit stürmt sich Lara Croft in Herz und Hirn der (auch weiblichen) Computerspieler.

Zur üppigen Oberweite verpassen die Entwickler Lara Croft auch noch eine opulente Biografie. Als Tochter von Lord Richard Henshingly Croft, durch Privatunterricht und eine Ausbildung an renommierten Schulen geadelt, ist sie bereits in jungen Jahren nach Südostasien gereist, um Ausgrabungen vorzunehmen. Ihre Mutter stirbt bei einem Flugzeugunfall. Seitdem zieht sie als abenteuerliche Einzelgängerin von ihrem Landsitz "Croft Manor" auf der Suche nach Kometensplittern, wertvollen Dolchen und Abenteuern von Kontinent zu Kontinent. Ein Geburtsdatum bekommt Lara erst, als ein Journalist nachfragt. Die Lara-Macher finden den Valentinstag des Jahres 1968 angemessen.

Mit den erfolgreichen Filmen "Lara Croft: Tomb Raider" (2001) und der Fortsetzung "Lara Croft: Tomb Raider - Die Wiege des Lebens" mit der amerikanischen Schauspielerin Angelina Jolie in der Hauptrolle schafft die schießwütige Cyberheldin den Sprung aus ihrem beengten Spiele-Universum in die virtuelle Welt des Kinofilms. Zu dieser Zeit ist sie in der Wirklichkeit ihrer stetig wachsenden Fangemeinde längst angekommen. Das zeigen die Berge von Fanpost, die in jener Computerschmiede eingehen, in der sie erschaffen wurde. Zum 14. Februar kommen Blumen und  Geburtstagsgeschenke. "Wir haben uns daran gewöhnt, so über sie zu reden, als würde sie neben uns sitzen", sagt Manager Jeremy Smith. "Natürlich ist das skurril, aber wir bekommen Briefe und E-Mails von Leuten, die davon überzeugt sind, dass es sie gibt."

Stand: 14.02.08