15. August 1057: König Macbeth wird ermordet

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15. August 1057: König Macbeth wird ermordet

Wer war Macbeth? Theaterfans glauben es zu wissen: Macbeth war ein blutrünstiger schottischer König. Von seiner machtgierigen Frau getrieben, ermordete er seinen Vorgänger hinterrücks. Ermordet wurde er, wie von drei Hexen prophezeit, von einem, "den kein Weib gebar". So jedenfalls sieht es William Shakespeare, der dem eher unbekannten Herrscher Macbeth durch sein gleichnamiges Drama 500 Jahre nach dessen Tod zur Unsterblichkeit verhilft.

Macbeth wird 1005 in Schottland geboren. Regiert wird das Land von Clans und Häuptlingen, die sich ununterbrochen bekriegen oder miteinander verbünden. Der König hat nur wenig Macht. Als Heerführer von Duncan I. zettelt Macbeth eine Verschwörung an. 1040 tötet er seinen Herrn in einer Schlacht und besteigt den Thron. Darf man einem Teil der Geschichtsschreiber glauben, tritt Schottland dadurch in eine Phase relativen Wohlstands und Friedens ein. Doch nach zehn Jahren segensreicher Herrschaft scheint Macbeth blutlüstern und grausam geworden zu sein - und liefert damit dem Dramatiker und Spielleiter Shakespeare die Steilvorlage.

Macbeth wird groß in einer Zeit, in der sich historische Fakten mit Sagen und Mythen verweben. Gerade diese Mischung macht den Stoff für Shakespeare interessant. Er nimmt sich Macbeth, um ihn in einem seiner besten Dramen zum ewigen Sinnbild menschlichen Größenwahns zu stilisieren. Im Stück erliegt er dem Kämpfer Macduff, der per Kaiserschnitt zur Welt kam, in einer Schlacht. Der echte Macbeth wird am 15. August 1057 von seinem Nachfolger, seinem Stiefsohn Lulach ermordet. Doch dieser besteigt den Thron für nur ein Jahr: Er stirbt 1058 in einem Hinterhalt.

Stand: 15.08.07