12. August 1964: Ian Fleming stirbt

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12. August 1964: Ian Fleming stirbt

Der 16. Januar 1962 verändert die Welt der Unterhaltung: In Jamaika beginnen die Dreharbeiten für den ersten James-Bond-Film "007 jagt Dr. No" mit Sean Connery in der Hauptrolle. Der unerwartet große Erfolg und die bald darauf produzierten Filme "Liebesgrüße aus Moskau", "Goldfinger", "Feuerball" und "Man lebt nur zweimal" machen den Gentleman-Agenten so populär, dass Bond neben den Beatles zum bedeutendsten britischen Export-Artikel der sechziger Jahre wird. 1965 gibt es bereits 600 verschiedene Fan-Artikel, vom "Goldfinger"-Negligé bis zur "007-Herrenserie" eines Kosmetikherstellers.Die Romanvorlagen für die Filme stammen von Ian Fleming. Der Sohn eines millionenschweren Offiziers und konservativen Parlamentsabgeordneten wird am 28. Mai 1908 in London geboren. Er besucht die Elite-Schule Eton und später die Königliche Militärakademie in Sandhurst. Einige Zeit studiert er in München und Genf Psychologie, weil er Diplomat werden will. Schließlich entscheidet er sich für den Journalismus und arbeitet vier Jahre für die Nachrichtenagentur Reuters als Korrespondent in Moskau, wo er die stalinistischen Schauprozesse beobachtet. 1939 kehrt Fleming für die "Times" noch einmal kurz in die UdSSR zurück, arbeitet dann aber als Börsenmakler. Im Zweiten Weltkrieg wird er persönlicher Assistent des Geheimdienstchefs der Marine. Fleming bildet Sonderkommandos aus, die im feindlichen Gebiet Codes und Spezialausrüstungen sicherstellen sollen.

Die Figur Bond kommt zufällig zustande: "Ich hatte mich entschlossen zu heiraten. Aber die Idee, mein angenehmes Junggesellenleben aufzugeben, machte mich nervös. Um mich abzulenken, begann ich zu schreiben. So entstand James Bond." Im Januar 1952 beginnt Fleming in seinem Haus "Goldeneye" auf Jamaika mit der Arbeit am ersten Bond-Roman "Casino Royale". Er benötigt dafür sieben Wochen und schreibt in dieser Zeit 62.000 Wörter, das sind 2.000 am Tag - ein Pensum, das er bis zu seinem Lebensende beibehält. Er schreibt 13 Jahre lang jedes Jahr ein Buch. Den Namen seines Helden hat Fleming von einem amerikanischen Vogelkundler entliehen, dessen Buch er gelesen hat. Den Höhepunkt der James-Bond-Welle erlebt Ian Fleming nicht mehr. Ihn plagen fast ständig Geldsorgen. Erst 1959 kann er es sich leisten, seinen Beraterjob bei der "Sunday Times" aufzugeben. Als er zwei Jahre später den ersten Herzanfall hat, schickt ihm seine Mutter einen Scheck, um die Arztrechnung zu begleichen. Fleming stirbt am 12. August 1964 im Alter von 56 Jahren auf Jamaika an einem Herzinfarkt.

Stand: 12.08.04