20. Juli 1967: Gründung der BzgA

Stichtag

20. Juli 1967: Gründung der BzgA

Als die "Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung" am 20. Juli 1967 in Köln aus der Taufe gehoben wird, gibt es auch schon dicke Kinder. Denn eine der ersten Kampagnen der Bundesbehörde trägt das Motto: "Bewegung und Essen. Essen und Trimmen. Beides muss stimmen." Die BZgA soll in Fragen der Gesundheitserziehung und -aufklärung neue Wege gehen - weg vom eher medizinischen Bildungskonzept ihres Vorgängers, dem "Deutschen Gesundheitsmuseum - Zentralinstitut für Gesundheitserziehung", das es seit 1949 in Köln gab.

Schon in ihrem Gründungsjahr gelingt der Behörde eine kleine Sensation mit ihrem Aufklärungsfilm "Helga. Vom Werden des menschlichen Lebens." Wegen einer Geburtsszene fallen in den Kinos reihenweise Zuschauer in Ohnmacht, überwiegend Männer. Das Rote Kreuz schiebt Dienst, wenn der Film läuft. Er gewinnt die "Goldene Leinwand" und wird erfolgreich in die USA, nach Japan und auf die Fidschi-Inseln verkauft.

Herausforderung Aids

Auf ihre größte Herausforderung stößt die Bundeszentrale Mitte der 1980er Jahre. Als die ersten Aids-Fälle in Deutschland bekannt werden, braucht die Politik drei Jahre lang, um sich auf einen Präventions-Ansatz und seine Finanzierung festzulegen. Die neue Gesundheitsministerin Rita Süssmuth (CDU) setzt eine Kampagne für sicheren Sex mit Kondomen durch - gegen den Widerstand in der eigenen Partei und von den katholischen Bischöfen, die darin Propaganda für Unmoral sehen. Ein Fernsehspot mit Hella von Sinnen darf erst 1989 gezeigt werden. Den Ausruf der Supermarktkassiererin - "Tina, was kosten die Kondome?" - kennt bald jeder.

Es geht der BZgA darum, "dass Menschen sich gesünder ernähren, sich mehr bewegen", sagt ihre heutige Direktorin Elisabeth Pott: "Dass sie lernen, sich auch im Stress zu entspannen, dass sie also ihren Lebensstil überprüfen und eine gesunde Lebensweise entwickeln." Weil das insbesondere für Jugendliche ziemlich uncool klingt, verpackt die Bundeszentrale ihre Botschaft in Slogans, die heute ein wenig anders klingen als "Essen und Trimmen", nämlich: "Be Smart - Don’ t Start", "Quit the Shit " oder einfach "Na Toll!" und "Gut drauf".

Stand: 20.07.07