07. Dezember 43 v.Chr.: Cicero in Formiae ermordet

Stichtag

07. Dezember 43 v.Chr.: Cicero in Formiae ermordet

Als Marcus Tullius Cicero noch ein Kind ist, zieht seine Familie nach Rom. Der Hochbegabte soll eine erstklassige Ausbildung erhalten: Philosophie, Rhetorik, Gerichtspraxis. Doch Cicero gehört nicht zur römischen Elite: Seine Eltern sind Ritter, keine Senats-Adligen. Er ist im Jahr 106 v.Chr. in der Provinz geboren, in dem Appenin-Städtchen Arpinum. Zur Karriere braucht er also Erfolge - und Mut. Im Jahr 80 v. Chr. verteidigt der junge Anwalt einen Mordverdächtigen: Sextus Roscius soll seinen Vater ermordet haben. Cicero weist nach, dass die Täter Günstlinge des Diktators Sulla sind. Roscius wird freigesprochen und Cicero begibt sich aus Vorsicht auf eine Bildungsreise nach Griechenland.

Zurück in Rom, macht Cicero eine steile Karriere. 64 setzt er sich als Kandidat für das Konsulat gegen den Adligen Catilina durch. Als der ein Jahr später eine Art Putsch plant, treibt ihn Cicero mit öffentlichen Reden in die Enge und erreicht Catilinas Hinrichtung. Diesen Sieg verewigt der eitle Cicero in zahlreichen Briefen und Schriften. Seine Aussprüche gegen Catilina werden zu geflügelten Worten: "Quousque tandem" (Wie lange noch?), "O tempora, o mores" (Was für Zeiten, was für Sitten!). Doch je mehr Rom zur Weltmacht wird, desto stärker herrschen die Militärführer. Bald sind es Pompeius und Caesar, die den Republikaner Cicero ins Exil aufs Land drängen. Der Redner verlegt sich aufs Schreiben: In seinen Werken formuliert er sein Ideal eines moralischen Rechtsstaates und prägt die lateinische Schriftsprache. Die neuen starken Männer verachtet Cicero: "Erbärmliche Subjekte" seien sie, denen Gewaltherrschaft und persönliche Interessen mehr gälten als das Wohlergehen des Staates.

Als Caesar Alleinherrscher wird, geht er mit Cicero gnädig um. Der Schriftsteller hat kein politisches Gewicht mehr. Auch an der Verschwörung gegen Caesar ist er nicht beteiligt. Als Caesar im März 44 v.Chr. ermordet wird, hofft Cicero auf die Wiederherstellung der Republik - vergebens. Caesars Thronerben, Antonius und Octavian, stehen schon als Rivalen bereit. Wieder wird Cicero der italienische Boden zu heiß. Er verzieht sich auf ein Landgut bei Formiae am Meer. In der Nacht zum 7. Dezember 43 v.Chr., auf dem Weg zu einem Schiff, das ihn nach Griechenland bringen soll, überfallen ihn Soldaten des Antonius. Hauptmann Herennius versetzt Cicero den Todesstoß. Antonius lässt Hände und Kopf seines Opfers auf dem Forum in Rom zur Schau stellen. Die Republik ist endgültig untergegangen.

Stand: 07.12.07

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